Wandern im Winter – Tipps & Tricks

(aktualisiert Dez 2014) Es gibt keinen Grund im Winter auf das Wandern zu verzichten. Wer über das Jahr mit Begeisterung die Wanderschuhe geschnürt hat, wird dies auch im Winter tun. Auch wenn nicht jeder Tag schneebedeckt und mit blauem Himmel gekrönt ist, lohnt sich eine Tour Winterin der kalten Jahreszeit. Damit das auch weiterhin Spaß macht, habe ich ein paar Tipps zusammengestellt.

Diese beziehen sich allerdings auf unser Rheinisches Mittelgebirge. Wer im Winter in den Alpen unterwegs ist, muss noch einige andere Dinge in Betracht ziehen wie z.B. die Lawinengefahr. Vor solchen Dingen sind wir hier im Rheinland glücklicherweise verschont, dafür gibt es halt nicht so viele schöne Schneetage. Aber auch das Wandern an frostigen Tagen hat seinen Reiz. Hier einige Tipps zur Bekleidung und Tourenplanung:

Bekleidung

  • winter_kapuzeZwiebelprinzip: Nur so ist gewährleistet, dass ich schnell die Temperaturunterschiede von Sonne und kühlen Tälern ausgleichen kann. Atmungsaktive Unterwäsche ist Pflicht. Darüber kommen mehrere dünne Lagen.
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    Ich selber bevorzuge eine Fleecejacke mit Kapuze statt eines Pullovers. So bin ich flexibler und kann während eines anstrengenden Anstiegs individuell die Frontreißverschlüsse  öffnen oder die Kapuze überziehen.
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  • Toll sind Fleecejacken mit Daumenloch. Die helfen nicht nur ungemein beim reinschlüpfen in Hard- oder Softshells, wo Fleecejacken sonst gerne „bremsen“, sondern man benötigt je nach Empfinden erst bei sehr kalten Temperaturen Handschuhe.
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  • Auch wenn kein Regen angesagt ist, die Hardshell schützt auch gut gegen den Wind. Grade der „Windchill“ macht schnell aus 0°C gefühlte -5°C oder weniger.
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  • Nicht zu warm anziehen: Ich halte es wie beim Joggen: Ist mir am Anfang ein wenig kühl, ist es perfekt. Den Rest erledigt die Bewegung. Für Pause oder schattige Täler noch eine zusätzliche Isolation in den Rucksack packen. Das kann eine Daunen- oder Primaloftjacke sein.
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  • Kalte Füße: Hier helfen natürlich dickere Socken, sofern noch genug Platz im Schuh ist. Wenn der Fuß nicht ausreichend Luft hat, wird es schnell kalt an den Zehen. Auch Thermoeinlagen können hier gute Dienste leisten.
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  • Gamaschen_WanderstiefelGamaschen: Sie schützen davor, dass Schnee oder Matsch in den Schuh eindringen können. Diese gibt es bereits ab 20 EUR.
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    So bleiben die Füße trocken und die Hose sauber. Hier gibt es weitere Tipps zu Gamaschen.
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  • Wasserfeste Wanderschuhe: Hier eignen sich Schuhe mit Gore-Tex Membran am besten. So kommt man nicht nur trockenen Fußes durch den Schnee, sondern ggf. auch durch matschige Abschnitte, die sich im Winter nicht immer vermeiden lassen. In Kombination mit Gamaschen hat man so quasi „Gummistiefel 2.0“ 😉
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  • Gutes Profil: Wenn Schnee und Eis ins Spiel kommen, kann es mit einem normalem Profil rutschig werden. Ob man jetzt unbedingt Geld in einen speziellen Winterstiefel mit einer „Eis-Sohle“ investieren möchte, ist natürlich auch eine finanzielle Sache.
    Es gibt für kleines Geld auch Schuh-Spikes, die ich selber allerdings noch nicht ausprobiert habe. Mehr Sicherheit bieten da Trekking-Stöcke.
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  • buffMütze, Schal und Handschuhe nicht vergessen. Je nach Temperatur reicht auch eine Kapuze oder ein Buff, das individuell eingesetzt werden kann und an windigen Tagen die Ohren schützt. Grade über den Kopf verliert der Körper am meisten Wärme.
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  • Das Sitzpolster für Pausen in den Rucksack packen.

Tourenplanung:

  • Tourenlänge: durch die kürzeren Tage können wir unsere Wanderlust nicht mehr ganz so lange frönen und längere Touren sind so kaum noch machbar. Wir können der untergehenden Sonne aber ein Schnippchen schlagen. Wenn ein Rundweg z.B. normalerweise im Tal startet und dort auchSonnenuntergang endet geht es sicherlich zwischendurch irgendwo hinauf. Ob nun GPS-Tour oder ausgeschilderter Weg: Vorab den Tourenverlauf daraufhin prüfen, ob man die Tour evtl. auch oben starten lassen könnte.
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    Dadurch endet die Tour nicht im schattigen Tal (wo zuerst die Sonne fehlt) sondern oben auf der Ebene.
    So lässt sich gut eine halbe Stunde Zeit rausholen. Grade in Gebieten wie z.B. dem schroffen Ahrtal mit seinen engen Tälern bietet sich das an ;-)Trotzdem empfiehlt es sich eine Stirnlampe mit zu führen, auch für unvorhergesehenes. Diese gibt es bereits ab 10 EUR. Die Batterien vorher checken.
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  • Touren im Schnee: Ein ganz besonderes Erlebnis sind natürlich Touren im frischen Schnee. Unberührt liegt die Landschaft vor einem und wartet darauf von uns erobert zu werden. Doch solange der Schnee frisch ist undunberührter Schnee der Weg noch nicht festgetreten, ist das deutlich anstrengender als auf festem Schnee unterwegs zu sein.
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    Von der Anstrengung her ist so eine 14km lange Wanderung mit einer ca. 20km Tour zu vergleichen. Das hängt natürlich vom individuellen Fitnesszustand, der Schneehöhe, dem Tourenverlauf wie Höhenmeter und Pfadanteil oder der Anzahl der Pausen ab. Dadurch benötigt man auch einfach viel länger für eine Tour. Da man den genauen Zustand des Wanderweges (frischer Schnee oder festgetreten) ja erst vor Ort sieht, empfiehlt es sich vorab eine Alternative Wegeführung zu planen um die Tour ggf. abkürzen zu können.
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  • Pausen und Einkehren: Sind die Gasthöfe/Hütten auf der Wanderstrecke auch geöffnet? Uns ist es auf der Bloggertour an der Rhön passiert, dass wir verfroren vor verschlossener Tür standen. Wir hatten Glück und der nächste Gasthof wenige Kilometer weiter hatte geöffnet. Also vorab noch ein kurzer Blick ins Web oder ein Anruf dort.
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  • GPS_GeraetKarte & GPS: Auch bei komplett markierten Wanderwegen wie z.B. den Traumpfaden, können durch den Schnee Markierungen nicht mehr zu sehen oder zugeschneit sein.
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    Daher immer eine Wanderkarte und/oder ein GPS-Gerät mit dem genauen Wegeverlauf  mitführen.
    Wer sich die Karte und die GPS-Daten vorab auf das Handy lädt, kann auch ohne Netz jederzeit darauf zugreifen.

Tourentipps:

  • Mein Favorit im Winter sind Gebiete mit einem hohen Anteil an Ginster, knorrigen Kiefern und Heideflächen, die so einen Hauch Mediterrane Stimmung verbreiten und durch den Wacholder viel Grün bieten. In der Eifel gibt es einige Gebiete mit dieser Landschaftsform. Dazu zählen u.a. der Wacholderweg oder der Bergheidenweg bei Arft.
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  • Hohes_Venn_Schnee_WinterWas im Sommer oft zu heiß ist, schätze ich im Winter: Wege mit viel Freifläche und Ausblicken. An bewölkten Tagen ist es nicht ganz so duster wie im Wald und an sonnigen Tagen kann man so eine Portion mehr davon tanken.
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    Hierzu zählt natürlich das Hohe Venn aber auch auf den Höhen des Ahrtals sind viele solcher Wege zu finden. Ebenso die Dreiborner Hochflächen am Rursee (Rundweg 15km)
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  • SAMSUNG DIGITAL CAMERADurch das fehlende Laub kann ich auf Wegen, auf denen man sich im Sommer vielleicht „eingesperrt“ fühlt, nun durch die Bäume in die Ferne schauen. Hier bietet sich z.B. der Erlebnisweg Sieg „Der Wälderweg“ (18km) an, der bis auf kurze Abschnitte in Etwa der Etappe 6 des Natursteig Sieg entspricht.
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  • Im Winter mag niemand gern durch Matsch gehen. Wenn es eisig genug ist und ordentliche Minustemperaturen herrschen, friert der Matsch einfach zu, ist allerdings nicht so angenehm zu gehen.
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    Wanderwege mit hohem Asphaltanteil oder vielen Schottenwegen bieten im Winter eine gute Alternative. Hierzu zählt z.B. der Mönchweg (8,5 km) an der Wahnbachtalsperre oder auch der Traumpfad Booser Doppelmaartour (9km).
    Weitere Winterwandertipps in NRW findet Ihr auch auf der Seite vom Wanderatlas.

Sonstiges:

  • Akkus von Kamera oder Smartphone: Diese sind meist kälteempfindlicher und die Leistung sinkt mit den Temperaturen. AuchSmartphone meine kleine Digicam macht im Winter eher die Grätsche und der Akku blinkt dann warnend vor sich hin.
    Es hilft, die Kamera am Körper zu tragen damit der Akku warm bleibt. Diese Tasche sollte allerdings vor der austretenden Feuchtigkeit des Körpers schützen, sonst wird es der Kamera oder dem Smartphone zu feucht, was wiederum schlecht für die Elektronik ist. Deshalb unbedingt eine Wanderkarte mitnehmen!
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  • pause_winterGetränke: Am besten ist natürlich eine Thermoskanne mit heißem Tee einzupacken. Das Sitzpolster für die kalte Bank ist doch eingepackt, oder?

Das liest sich jetzt auch alles komplizierter als es ist. Und sicher benötigt man auch nicht jedes Equipment um in der kalten Jahreszeit unterwegs zu sein.
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Das wichtigste ist, das man sich wohl fühlt. Und das Wandern auch im Winter dazu beitragen kann, zeigt folgende Aufstellung:

  • Wandern macht glücklich und zufrieden
  • es steigert die Konzentration
  • Stresshormone werden abgebaut
  • das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt
  • ebenso wird das Immunsystem gestärkt und die Bewegung regt den Stoffwechsel an
  • die Ausdauer und Koordination verbessert sich
  • der heiße Tee oder Kakao während der Tour schmeckt einfach 3x so gut 😉

Auch wenn die Touren im Winter kürzer sind,Eiskristalle schmälert das nicht den Genuss. Natürlich ist es nicht immer einfach, den inneren Schweinehund zu überwinden, wenn das Thermometer draußen -3°C anzeigt.

Bereits nach den ersten Schritten ist das aber schnell wie weggeblasen und das zufriedene und glückliche Gefühl nach einer Tour wiegt das alles ganz schnell auf.

Vielleicht habt Ihr noch weitere Tipps auf Lager?

Ich wünsche jedenfalls viel Spaß bei Frost & Schnee und wunderschönen Wintereindrücken 🙂

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Über Angelica Hocke

Wandern | Bloggen | Outdoor | Reisen | In meinem Blog gibt es Berichte zu Touren mit und ohne GPS, Tipps zu Equipment, Tourenplanung, News und allem rund ums Wandern in NRW & Rheinland-Pfalz ebenso Reiseberichte zu den schönsten Wanderregionen. Du findest mich auch auf Facebook, Google+ und bei Twitter
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28 Antworten zu Wandern im Winter – Tipps & Tricks

  1. Basti schreibt:

    Mal wieder ein sehr schöner Beitrag!

    Hätte da auch noch was zu ergänzen. Nur weil der Winter als „die dunkle Jahreszeit“ bekannt ist sollte man nicht auf eine gute Sonnenbrille verzichten. Hab mich schon öfters in der Eifel geärgert weil selbst wenig Schnee ausreicht um die tiefstehende Sonne ganz gekonnt genau in die Augen zu reflektieren!

    Auch wenn es immer gut ist, eine Mütze dabei zu haben, ist die alte Weisheit „über den Kopf verliert man am meisten Wärme“ mittlerweile durch verschiedene Untersuchungen wiederlegt worden. Bei einem gesunden Erwachsenen gibt die Kopfoberfläche nicht mehr Wärme ab wie eine gleichgroße Fläche sonstwo am Körper! Es ist aber richtig, dass der Kopf am meisten Wärme abgibt, wenn der Rest des Körpers bekleidet ist. (Hier vermuten die Wissenschaftler auch den Ursprung dieses Mythos) Bei Kindern im Säuglingsalter trifft der Spruch allerdings zu, was größtenteils auf die Proportionierung (Kopfgröße zu restlicher Körpergröße) und den anderen Stoffwechsel und Blutkreislauf zu tun hat. Man tut also gut daran im Winter den Kleinkindern eine Mütze zu verpassen, auch wenn man selber scheinbar keine braucht.
    Es bringt allerdings nicht viel in einer expeditionstauglichen Daunenjacke unterwegs zu sein und überhaupt nichts auf dem Kopf zu tragen. Sinnvoller ist es den Körper möglichst gleichmäßig zu bedecken. Das hilft ihm auch besser sich auf die jeweilige Temperatur einzustellen. Dann wird man erstaunt sein wie wenig man manchmal benötigt.

    • Angelica schreibt:

      Hallo Basti
      Herzlichen Dank für Deinen ergänzenden und ausführlichen Kommentar.
      Stimmt. Die Sonnenbrille hab ich vergessen (dabei trag ich sie auf dem einen Bild sogar selber) 😎
      Dein Einwand bzgl. des Wärmeverlustes über den Kopf ist mir neu. Aber gut, so lerne auch ich immer wieder dazu.
      Liebe Grüße – Angelica

  2. mwhikingtrail schreibt:

    Wie immer wieder sehr informativ und die vorgeschlagenen Touren in deinem Bericht stehen auf der ToDo Liste für die nahenden Winterferien.
    Schön das Du dir immer soviel Mühe machst.
    Für mich ist es immer im Anschluß an eine Wintertour ein Genuß die Sauna anzuheizen und den Tag ausklingen zu lassen.
    Schöne Restwoche und günstiges Wetter für Deine nächste Tour.

    Michael

  3. Peter schreibt:

    Da kann ich nur zustimmen ein sehr guter Beitrag und das mit denn Akkus in der DigiCam passiert mir immer wieder, schnell mal rausgeholt und dann nicht in die Schutzhülle zurück und schonn is im Winter der Akku leer 😦 . Deswegen hab ich immer ersatz Akkus in der Jacken Innentasche mit.
    Wir haben uns auf Touren im Winter in der Schweiz auch schonmal Schneeschuhe geleihen wenn man sich erstmal dran gewöhnt hat damit zu Laufen macht es nen heiden Spass. Und je nach Schnee lage unverzichtbar.

    • Angelica schreibt:

      Ersatzakkus hab ich mir für diesen Winter jetzt auch besorgt.
      Das laufen mit Schneeschuhen würde ich auch gern mal probieren. Dazu bietet sich hier dann eher Winterberg oder so an. Allerdings versinken die derzeit in Schnee 😕

  4. Sonja Berndl schreibt:

    Ich gehe schon seit 10 Wintern mit Schneeschuhen durch unser Mittelgebirge. Wir haben hier doch recht lange recht viel Schnee und ohne Schneeschuhe fast bis zur Hüfte im Schnee rumzustapfen macht beim besten Wander-Willen nur kurzfristig Spaß. Die Schneeschuhe erweitern den Radius für Winterwanderungen erheblich. Außerdem ist es viel bequemer mit Schneeschuhen im Schnee zu gehen, als auf festgetretenen Pfaden und man kommt auch da hin, wo keine „FußgängerInnen“ mehr unterwegs sind (Schutzgebiete natürlich ausgenommen 😉 .

  5. Philipp schreibt:

    Hatte mich erst nicht getraut was zu schreiben weil es als Kritik gesehen werden könnte, die es aber nicht sein soll. Finde es super wenn Leute ihr Wissen in Blogs oder Gruppen weitergeben:-)

    Mir ist nur eine kleine Sache aufgefallen die Vergessen worden ist. Ich finde es extrem Wichtig immer ein Erst Hilfe Set inkl. Goldener Decken dabei zu haben falls mal ein Unfall passiert.

    Und wenn wir bei dem Thema Unfall gerade sind habe ich gleich noch einen Tip. Falls man mit dem Handy keinen Empfang hat: Wenn man kein Netzt bekommt, einfach die Karte aus dem Handy nehmen und es dann noch einmal Probieren.
    Mit Karte im Handy kann man nur in seinem Netz einen Notruf absetzten, ohne Karte im Gerät ist es möglich in allen Netzen Notrufe Abzusetzen.

    Das war mein Wort zum Sonntag:-)
    Gruss Philipp

    • Angelica schreibt:

      Hallo Philipp
      Kritik? Warum? So ein Blog lebt doch auch von den Kommentaren der Leser.
      Daher ein herzlicher Dank für Deine ergänzenden Tipps und vor allem, das Du es doch noch hier kommentiert hast. 🙂
      Dann wünsche ich noch einen entspannten Sonntag und schicke viele Grüße aus Bonn – Angelica

    • Philipp Cremer schreibt:

      Muss mir den Block mal öfters durchlesen 🙂

  6. René schreibt:

    Zu den kurzen Tagen: Ich wandere sehr viel im Winter (genauer gesagt ist für mich der Winter quasi die Haupt- bzw. Lieblingssaison, nicht wie bei vielen Menschen umgekehrt) und habe den Sonnenuntergang dabei noch nie als eine Art natürlicher Grenze gesehen. Gerade wenn Schnee liegt kann es auch Nachts noch recht hell sein. Ich habe dabei schon beides ausprobiert: Mit Stirn-/Taschenlampe oder auch komplett ohne Beleuchtung. Ohne Beleuchtung empfiehlt sich vor allem in klaren Mondnächten mit Schnee und bei sicheren Wegverhältnissen (keine Steilabbrüche). Verschneite klare Mondnächte können recht hell sein und sind ein eigenes Erlebnis. Zu Lampen: Es gibt hier große Unterschiede und wer viel in die Dunkelheit reinwandert für den können sich teure Modelle durchaus lohnen. Bei Stirnlampen hat man im Gegensatz zu Taschenlampen die Hände frei. Ich persönlich kann nur (die allerdings teuren) Stirnlampen von Spark oder Zebralight empfehlen (muß man etwas suchen danach). Ich benutze immer Stirnlampe und Taschenlampe. Die Stirnlampe für flächige Nahfeldausleuchtung und die Taschenlampe als „Fernlicht“. Dadurch hat man immer ideales Licht und da man das „Fernlicht“ nicht permanent braucht (sondern nur zur weiteren Orientierung) hat man meistens trotzdem die Hände frei. Ich war vor kurzem sogar nachts auf die Benediktenwand gestiegen und das ist nunmal Hochgebirge und habe mich dank guten Lichts trotzdem sicher gefühlt.

    Zu Akkus: Ich verwende kein Smartphone (habe ich gar nicht), sondern ein Outdoor GPS von Garmin. Diese sind für den Outdoor Betrieb ohnehin besser geeignet (wasserdicht, robuster, etc.) und verwenden AA Akkus/Batterien. Dadurch hat man die Wahl welchen Akkutyp oder welchen Batterietyp man verwendet. Generell verwende ich dabei in dem meisten Fällen Eneloop Akkus. Dies sind NiMh Akkus mit geringer Selbstentladung die auch noch recht Kältebeständig sind. Diese Akkus kann ich generell empfehlen und bei Kälte sind sie bis -10 Grad auf alle Fälle auch sehr gut. Bei sehr kalten Temperaturen (insbesondere unter -15 Grad) ersetze ich die Eneloops allerdings durch Lithium Batterien. Diese sind zwar Primärzellen (also nicht wiederaufladbar) sind aber dafür extrem ausdauernd und extrem (-40 Grad) kälteresistent. NiMh Akkus (auch die Eneloops) können ab -20 Grad gar nicht mehr funktionieren. Lithium Batterien sind übrigens im Laden meist sehr teuer, im Internet Versandhandel aber deutlich billiger zu bekommen (z. B. einfach bei Amazon danach suchen). Auch meine Spark Stirnlampe (siehe oben) befeuere ich übrigens mit Eneloops oder bei richtig extremen Temperaturen mit Lithium Batterien.

    Noch eine Ergänzung zur Bekleidung: Was mir immer wieder im Winter auffällt: Die meisten Leute vernachlässigen bei Ihrer Wanderkleidung die Hose: Da wird die teuerste Funktionsjacke gekauft, man leistet sich gute Handschuhe und Schuhe und kleidet sich mit Merino- oder Meryl-Unterwäsche, aber dann wird mit Jeans gewandert. Im Winter wird dann einfach eine lange Unterhose unter die Jeans gezogen. Meine Erfahrung: Wer im Winter die Beine wärmer anzieht, empfindet dies am ganzen Körper oder anders gesagt man braucht dann weniger an den anderen Körperpartien. Wenn man bedenkt wie viel Kleidung man im Winter am Oberkörper trägt und wie wenig an den Beinen bildet dies oft ein krasses Mißverhältnis. Statt Jeans trage ich lieber Softshellhosen. An sehr kalten Tagen empfehle ich gefütterte Skihosen über den langen Unterhosen. Eine Skihose (mit glatten gleitfähigen Innenfutter) kann auch als flexible „Zwiebellösung“ über einer Softshellhose getragen werden (wenns warm wird in den Rucksack damit). Meine persönliche Erfahrung ist übrigens auch: Beine und Hände stehen kreislaufmäßig in Verbindung: Bin ich an den Beinen wärmer angezogen, benötige ich nur dünnere Handschuhe.

    • Angelica schreibt:

      Hallo René
      herzlichen Dank für Deinen ausführlichen und ergänzenden Kommentar.
      So oft gibt es hier im Rheinland ja keinen Schnee, aber grade gestern konnte ich auch bei einer Tour die angenehm „hellen“ Seiten des Schnees kennenlernen. Obwohl ich erst kurz nach 17Uhr zurückgekommen bin, war noch alles angenehm hell und auch im letzten Stück durch den Wald gut zu erkennen.

      Deiner Anmerkung bzgl. Hosen gebe ich Dir Recht, wobei mir hier im Rheinland bisher lange Unterhosen und Softshell oder winddichte Wanderhose gereicht haben. Ende Dezember habe ich im Wallis eine günstige Jet-Ski-Hose von Tchibo (Softshell, innen warm gefüttert und lag so um die 70,00 EUR) für alle Aktivitäten getragen. Ob Hundeschlittenfahrt, Langlauf, Schneeschuhtour oder rodeln: die Hose war für alle Aktivitäten perfekt, dazu warm und wasserdicht genug.
      Viele Grüße aus dem noch verschneiten Bonn schickt Angelica

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  12. Andreas schreibt:

    Schöne Seite, tolle Tips! Alternativ (vorallem) zu Daune empfehle ich mal die Ortovox Swiss Wool Jacken oder die Icebreaker Helix Jacke aus Merinowolle. Meine Helix leistet hier in den Schweizer Alpen ganze Arbeit :).

    LG aus der Schweiz von einem Rheinländer!

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