Sonnenaufgang auf dem Traumpfad Booser Doppelmaartour

Was macht Frau, wenn sie zu nachtschlafender Zeit an einem Feiertag von einem Geräusch in der Nachbarschaft geweckt wird und nicht wieder einschlafen kann? Sie geht wandern. Natürlich nicht im Dunkeln, eine solche Gelegenheit jedoch günstig, nach langer Zeit mal wieder eine Wanderung bei Morgendämmerung zu erleben.

TraumpfademarkierungMitten im Wald oder an einem der Wanderparkplätze ergibt das natürlich wenig Sinn. Also musste ich mir eine Stelle suchen, von der es eine gute Weitsicht gibt.

Ich erinnerte mich an einen Traumpfad, bei dem im Verlauf der Wanderung ein hoher Turm ein herrliches Panorama bieten soll.

Bei angekündigten 2°C kam neben der entsprechend warmen Kleidung auch die Thermoskanne zum Einsatz.

Als ich zum Auto ging konnte ich anFarbenspiel während der Anfahrt diesem wolkenfreien Tag sogar noch die Sterne am Himmel sehen und im Verlauf der Fahrt bot die Morgenröte ein Wahnsinnspanorama, so das die Fahrt über die Autobahn wie im Fluge verging.

Auf der Landstraße Richtung Boos konnte ich einfach nicht anders und musste unterwegs anhalten um diese Stimmung einzufangen

Wenige Minuten zu spätAls Startpunkt hatte ich mir den innerhalb von Boos liegenden Parkplatz rausgesucht, da ich von dort über einen relativ kurzen Zuweg direkt zum Schneeberg und dem darauf stehenden Booser Eifelturm gelangen würde.

Dies bedeutete aber auch, dass der Weg mit einem Anstieg starten würde. Ich hatte zuhause dann doch zu lange getrödelt und während ich den Wiesenweg hinaufstapfe schiebt sich um 7:36 Uhr die Sonne über den Horizont.

Also zügig weiter und oben direkt rechtsBooser Eifelturm in der Morgenröte gehalten um den Turm anzusteuern. Auf einer Wiese grasen Pferde und sind erstaunt über den frühen Besucher.

In einem leuchtenden rot präsentiert sich der 25m hohe Turm und die 125 Stufen sind schnell erklommen. Von oben bietet sich mir eine einmalige Aussicht.

Diese Stimmung hier bei Tagesanbruch ist wirklich einzigartig. Ich kann regelrecht zusehen, wie das dunkle Rot des Himmel in ein Orange übergeht und alles erstrahlen lässt.

Sonnenaufgang über Boos

Die langen Schatten über den Wiesen erinnern mich an einen Morgen auf den Meraner Höhenweg im Passeiertal, nur das hier die schroffen Gipfel fehlen. Herrlich!

Einmalige Eindrücke

Blick auf die NürburgIn entgegengesetzter Richtung  mache ich die Nürburg aus und auch die Gebäude des Ringwerks incl. des umstrittenen Racers (klicken für das Foto im neuen Fenster) kann ich erkennen.

Der schattige Talkessel, in dem eins der Trockenmaare liegt, ist mit Raureif besetzt.

Während die Sonne langsam aufgeht, krame ich die Thermoskanne aus dem Rucksack und mache es mir mit einem heißen Früchtetee auf dem zugigen Turm so gemütlich wie möglich, um diesen Moment auszukosten.

Gegen kurz nach Acht breche ich wiederEs geht weiter auf und folge dem weiteren Wegeverlauf des Traumpfades, der mich zunächst über Schotterwege oberhalb von Boos weiterhin mit Weitsicht kurz danach in den Wald führt.

So schön so ein Sonnenaufgang ist, einen Nachteil hat er: im Wald ist es schattig.

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Ab und zu blinzelt sie neugierig durch die BlätterNein, nicht nur aufgrund der kühlen Temperatur. Die schräg stehende Sonne hat kaum eine Chance hier auf den Weg zu treffen, dafür ist es einfach noch zu früh.

Der Abschnitt währt jedoch nur kurz, denn bereits 15 Minuten später trete ich wieder aus dem Wald und der Traumpfad führt mich auf einem Feldweg wieder durch die Sonne.

Es geht wieder ins Freie

Kurz nachdem der nächste WaldabschnittDer Pfad hinab erreicht ist, verlasse ich den Schotterweg und gelange auf einen schönen schmalen Pfad, der mich ins Nitzbachtal führt.

Hier wieder Bilderbuchaussichten auf  kleine Eifeldörfer, sanfte Wiesenlandschaften, Wälder und der Nürburg, die oben auf dem Hügel thront.
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Eifellandschaft und die Nürburg in Sichtweite

Ein Wiesenweg führt zum ersten TrockenmaarIm Wald entdecke ich frostige Blätter und zwei Blüten eines Fingerhutes die sich wacker gehalten haben.

Unterhalb des Weges plätschert die Nitz und über einen Wiesenweg erreiche ich dann das erste Trockenmaar.

Vom Rastplatz führt ein kleiner Weg zu einer Brücke und bietet mir einen schönen Blick auf das Maar. Da die Sitzgarnitur so schön in der Sonne liegt und ich sowieso recht früh dran bin, nutze ich diese für eine weitere Rast und genehmige mir Tee & Kekse.

Nach Aufbruch geht es an einer Ein ruhiges PlätzchenTraumpfade-Liege (die den besten Blick auf das Maar bietet) vorbei nun fast nur noch durch offenes Gelände.

Ein Stück über einen Wiesenweg an der Straße entlang, dann erreiche ich den Booser Weiher und umrunde ihn. Das Wasser glitzert in der Sonne um die Wette und auf einer Wiese wachsen Herbstzeitlose.

Blick auf den Booser Weiher

Nach Querung der L94 geht es an einer Informationstafel oberhalb des westlichen Trockenmaars zum letzten Anstieg durch den Wald.

Nach der Schutzhütte mit Blick auf BoosKnäuel-Glockenblume habe ich dann auch wieder meinen Einstiegspunkt erreicht und steure die Lavabombe an, die am frühen Morgen ja noch im Schatten lag.

Hier zeigen sich die vulkanischen Gesteinsschichten und wie überall auf dem Weg erklären Informationstafeln alles zur geologischen Besonderheit.

Die Lavabombe

Für mich geht es von hier wieder über den Wiesenweg hinab und ich erreiche um kurz nach 11 Uhr meinen Wagen. Leider hat das Gasthaus wegen Urlaub geschlossen und so trete ich noch voller Eindrücke den Heimweg an.

Mein Fazit:

Der Sonnenaufgang da oben war natürlichDer Wald öffnet sich ein absolutes Highlight, keine Frage. Der Nachteil ist allerdings, das die Waldabschnitte und der Abschnitt durch das Nitzbachtal selbst an einem so sonnigen Tag dann noch im Schatten liegen.

Aber man kann ja auch nicht alles haben. Dafür war kaum jemand unterwegs. Herrliche Einsamkeit.

Ruhe? Naja… das leise aber stetige Summen der Autos vom Nürburgring hat mich während der Tour immer wieder begleitet.

Schöner, aber schottriger WegeverlaufDer Wegeverlauf ist abwechslungsreich und die Aussichten phantastisch. Ich mag es wenn Wege sich an die „Landschaft schmiegen“ und so dem Auge schöne Linien präsentieren.

Persönlich waren mir zu viele Schotterwege dabei, was aber aufgrund der kurzen Gesamtstreckenlänge zu verschmerzen ist. Wäre die Runde doppelt so lang, hätte das weniger Spaß gemacht.

Was mir aber besonders gut gefallen hat, istNoch mit Raureif bedeckt das dieser Rundweg ein Weg „der Blicke“ ist. So kann ich vom Turm aus einen Großteil des Wegeverlaufs verfolgen (Dazu am besten die Karte von Outdooractive ausdrucken und abgleichen).

Sehe unterwegs immer wieder die Nürburg und den Eifelturm oder auf bereits zurückgelegte Wegeabschnitte. Das hat einfach was.

Incl. Zuweg vom Parkplatz in Boos und dem zusätzlichen Aufstieg auf den Schneeberg kam ich so auf 11 km und 256 hm, welche sich gut in etwa 3 Stunden netto Wanderzeit schaffen lassen. Wer an der Vulkanparkstation an der L94 startet wird auf 9,1 km / 146 hm kommen. Also eher was für eine gemütliche Familienwanderung oder für Wandereinsteiger.

RastplatzDa es zwischendurch keine Einkehrmöglichkeiten gibt, an genügend Proviant und Getränke denken und einen der zahlreichen Bänke oder Rastplätze nutzen.

So früh zu starten war an dem Feiertag jedenfalls eine gute Option, denn auf dem Rückweg bin ich am Parkplatz des Förstersteigs vorbeigekommen, der um die Mittagszeit schon gut gefüllt war.

Wer es lieber etwas ruhiger mag, ist auf dem Booser am Vormittag gut aufgehoben.

Hier gibt es weiterführende Informationen:

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Über Angelica Hocke

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23 Antworten zu Sonnenaufgang auf dem Traumpfad Booser Doppelmaartour

  1. joergth schreibt:

    Wunderschön… wir hatten Donnerstag leider keine Zeit für eine Wanderung, und heute wo ich raus wollte regnet es den ganzen Tag…. aber morgen! Dann gilt´s!

    Liebe Grüße aus Limburg, Jörg

  2. apfelblüte schreibt:

    Sehr stimmungsvoll und klasse Fotos. Man kann die Stimmung erahnen und meint man war
    dabei. Weiter so.
    Liebe Grüße

  3. Gert schreibt:

    Gefällt mir! Sonnenaufgänge „am Berg“ sind immer was besonderes – und jetzt kommt wieder die Jahreszeit, wo man dafür nicht gar so früh aufstehen aber umso wärmer anziehen muss… 😉

    • Angelica Hocke schreibt:

      Gut, bei uns sind es halt „Hügel“ aber auch das hat was 😉
      Aber dieses knackig-kalte Wetter um den Gefrierpunkt ist mir lieber als 10 Grad bei Regen, zumal die Weitsicht auch deutlich besser ist.
      Viele Grüße nach Österreich und einen tollen Wanderherbst in den Bergen

  4. Viviane schreibt:

    Hallo Angelica,
    eine schöne Idee, den Tag so auszukosten. Und traumhafte Bilder sind so entstanden. Super. Wir waren so spät unterwegs, dass wir fast den Sonnenuntergang gesehen haben. 🙂
    Im Herbst hat man ja grundsätzlich das Problem, dass die Sonne nicht mehr überall hinkommt – so stehen doch die Bänke, sie man im Sommer gerne im Schatten hätte, im Herbst dann im Schatten, wenn man sich eigentlich in der Sonne wärmen wollte…
    Viele Grüße, Viviane

    • Angelica Hocke schreibt:

      Hallo Viviane
      ich mag ja auch dieses Nachmittagslicht, auch wenn es für Fotos mit meiner Digicam dann immer grenzwertig wird.
      Hat halt alles seine Vor- und Nachteile, vor allem mit den Rastplätzen, da gebe ich Dir Recht.
      Aber die Hauptsache ist doch einen schönen Herbsttag zu genießen, ob nun in der Früh oder am Nachmittag.
      Weiterhin viel Freude unterwegs und liebe Grüße schickt
      Angelica

  5. Inga schreibt:

    Wow, das ist wirklich nochmal ein guter Anreiz mal richtig früh loszufahren! Geniale Lichtspiele, die du da eingefangen hast, toll! Meist trödelt man ja doch zu lange rum und verpasst dann so eine tolle Morgenstimmung! Unser Wanderwecker klingelt demnächst definitiv früher 😉 Liebe Grüße! Inga

  6. Jürgen aus Bornheim schreibt:

    wirklich eine tolle Idee von dir; ich bekomme um diese Zeit zwar gelegentlich den Sonnenaufgang auf der A61 bei den Anreisen zu meinen Touren mit, aber jetzt hast du mich mit deinem Bericht und den tollen Fotos auf eine neue Idee gebracht.

    Werde mich nach hoffentlich baldiger Umsetzung wieder melden.

    Liebe Grüße au dem verregneten Bornheim Jürgen

    • Angelica Hocke schreibt:

      Naja Jürgen, tolle Idee ist gut. Ich wurde quasi von meiner Nachbarschaft gezwungen :mrgreen:
      Dann bin ich gespannt, wann und wo Du dies umsetzen wirst 😉
      Schicke liebe Grüße zurück und wünsche ein entspanntes Wochenende
      Angelica

  7. mwhikingtrail schreibt:

    Eine Runde ganz nach meinem Geschmack! Wunderschöne Bilder, die sehr schön die Stimmung verdeutlichen. Die besondere Ruhe bei einer Wanderung in den frühen Morgenstunden faszinieren mich immer ganz besonders. Hab eine schöne Zeit.
    Michael

  8. Johann schreibt:

    Hallo Angelica! Kompliment für die stimmungsvollen Fotos bei aufgehender Morgensonne und deine wie immer sehr schöne Beschreibung der Tour auf dem Traumpfad. Ich selbst war am Donnerstag auf dem Traumpfad Hatzenporter Laysteig unterwegs. Diesen habe ich erweitert um die Schleife zur Burg Bischofstein mit dem Klettersteig dorthin und dem sich anschließenden Kehrbachtal bis zur Ortschaft Lasserg. Bin später in der untergehenden Sonne wieder in Hatzenport angekommen. Also die wunderbare Abendstimmung mitgenommen an der Mosel. Gestern bin ich den Würzlaysteig gewandert und habe auch wieder Glück mit dem Wetter gehabt. Die Idee für diese Wanderung habe ich übrigens dir und deinem Blog zu verdanken. Viele Grüße von der Wirtin am Sportplatz in Lehmen. Diese konnte sich noch sehr gut an Angelica erinnern. Also dir noch ein schönes Wochenende.

    • Angelica Hocke schreibt:

      Hallo Johann

      Da hattest Du scheinbar ein tolles Wanderwochenende 🙂
      Die Schleife zur Burg Bischofstein und Lasserg bin ich seinerzeit auf dem WeinWetterWeg auch gegangen. Auch wenn dieser auf vielen Abschnitten des Traumpfades entlang führt, fehlt mir der komplette Traumpfad noch in meiner Liste.
      Danke für die Rückinfo mit der Wirtin am Sportplatz. Ist ja witzig 🙂
      Viele Grüße und noch einen schönen Sonntag
      Angelica

  9. Thomas Häger schreibt:

    tolle Bilder 🙂
    So ein Sonnenaufgang hat schon was. Ich selber habe dieses schon öfters beim Fliegenfischen erleben dürfen, aber leider noch nicht beim Wandern. Inspiration pur. 🙂
    LG Thomas

  10. Franka schreibt:

    Das ist es, was ich an der Eifel so liebe, diese Fernsicht. Wenn dann noch ein Sonnenauf- oder -untergang dazu kommt, umso besser.
    LG aus Köln, ‚Franka‘

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