Sahrbachtal – eine Extratour zum AhrSteig

Das Ahrtal liegt nur knapp 25km von Bonn entfernt und bietet sich auch im Winter an. Da es in dem Wanderführer über den AhrSteig zwei zusätzliche Tagestouren gibt, wollte ich eine davon heute erkunden. Ins Auge gefasst hatte ich die 18,5km lange Tour Sahrbachtal, bei der 2 Streckenwanderungen zu einem Rundweg kombiniert wurden. Dieser führt von Kreuzberg durch das Sahrbachtal bis nach Kirchsahr und dann oberhalb wieder zurück.

Einige Teilstücke kenne ich zwar von der NAE Tour 21 „Zwischen Kreuzberg und Kirchsahr“ die ich letztes Jahr einmal gegangen bin. Die heutige Tour führt allerdings in die andere Laufrichtung und außerdem wollte ich mir doch einmal ansehen, ob dieser Rundweg auch lediglich mit Karte und Beschilderung gegangen werden kann, wie das im Buch angegeben ist.

Sahrbachweg InfotafelStartpunkt ist der Parkplatz in Kreuzberg, den ich bereits von anderen Touren kenne. Von hier führt ein Pfad direkt am Sahrbach entlang.

Der Bach strömt gut gefüllt und voller Kraft durch sein schmales Bachbett. Kein Wunder. Der ganze Schnee vom letzten Wochenende taut bereits und nur noch Restschnee ist auf dem Weg zu finden, der mittlerweile ganz harsch geworden ist.

Ich entdecke die ersten Schilder mit demBeschilderung Logo des „Sahrbachweges“ und werde an einem Wiesenweg an Weiden entlang und später durch den Wald hinauf geführt.

Als es wieder abwärts geht und ich an der Straße ankomme, die ich im Anschluss queren muss, hängt noch Nebel im Tal. Beim Queren der Straße bemerke ich die feine Glatteisschicht darauf und muss aufpassen, nicht auszurutschen.

Im Sahrbachtal

Nach der geglückten Querung geht es einenWiesenweg Wiesenweg hinauf und ich kann immer mehr blauen Himmel erkennen.

Sollte ich heute trotz des bedeckten Himmels noch Sonne sehen? Damit gerechnet hatte ich nicht und so freute ich mich über die schnell vorbeiziehenden Wolken.

über die BrückeAm Feuchtbiotop ist eine Brücke angelegt, über die ich geführt werde und ich nutze die Gelegenheit für ein Foto.

Ein Stück weiter kann ich geschnitzte Holzgesichter am Wegesrand erkennen und auch hier zücke ich die Kamera. Putzig sehen die Gesellen aus.Schnitzmännchen

Ein schöner Pfad führt immer wieder nah und etwas weiter am Sahrbach entlang und so werde ich weiter durch dieses Tal geführt.

Kurz vor Burgsahr geht es wieder über Wiesen und dann durch den Ort mit seinen alten Häusern bis zum „Gretel Stollen“, wo ich dieses Foto von der gegenüberliegenden Seite mache.

Im Sahrbachtal

Kurz dahinter komme ich nach insgesamt 7,5km zum Restaurant Am Rübenkeller, welches heute geöffnet hat. Da er als Gastrotipp in dem Buch angegeben ist, gönne ich mir hier eine kleine Pause und genieße meinen wohlverdienten Kaffee.

Gottfried-Kinkel-Weg

Der Anstieg rund um den „Hochtürmen“ stehtmir noch bevor, also geht es mit Koffein gepusht weiter den Waldweg hinauf.

Ich folge nun nicht mehr dem Sahrbachweg sondern es geht auf dem Gottfried-Kinkel-Weg weiter, der ebenfalls gut ausgezeichnet ist.

An einer Stelle glaube ich meinen Augen nicht zu trauen: hier laufen 3 Muffelwild-Widder mit ihrer weißen Fellzeichnung auf den Flanken quer durch den Wald! 😯 Nein, das sind sicher keine Wildtiere… Das kann gar nicht sein.

Ich verharre ungläubig, sehe wie die Tiere mich anschauen und dann weiter stürmen. So muss man sich in den Alpen fühlen, wenn einem Steinböcke begegnen. Wow! Das Foto, das ich gemacht habe, ist nicht zu gebrauchen (dafür war ich wohl zu aufgeregt), aber die Bilder sind in meinem Kopf. Für immer. Eine beeindruckende Begegnung und als ich nach meiner Rückkehr hier zuhause recherchiere, finde ich heraus, das es tatsächlich vereinzelt Wildtiere in den Wäldern von Rheinland-Pfalz gibt.

Blick auf das Siebengebirge

Noch beeindruckt von dieser Begegnung geht es den weiteren Weg hinauf und als ich den höchsten Punkt erreicht habe und der Wald sich wieder öffnet sehe ich beim Blick nach Links das Siebengebirge.

Überhaupt kommt jetzt ein Weitblick-Highlight nach dem anderen.

RegenbogenOb der tauende Schnee auf den Wegen, der in der Sonne glitzert. Der Blick zurück, der mir einen Regenbogen präsentiert. Ich bin begeistert. Was für ein Tag!

Es geht oberhalb von Häselingen später ein Stück an der Straße entlang und wieder bieten sich mir wunderschöne Sichten ins Ahrtal. Die Wolken und die Sonne, die zum Teil noch schneebedeckten Höhen, all dies sorgt für ein einmaliges Erlebnis.

Weitsicht mit Sonne-Wolken-Mix

Es folgen Pfade, naturbelassene Wege und der Wald bietet immer wieder neue Eindrücke.

Ein langer Pfadabschnitt führt mich auf halberFelsen mit Moos Höhe oberhalb des Vischelbachs entlang. Tannenwälder wechseln sich mit Buchen ab, es geht an bemoosten Felsen vorbei und ich quere den munter vor sich hin plätschernden Bach um im Anschluss durch Kreuzberg wieder zum Ausgangspunkt geführt zu werden.

Burg KreuzbergEin letzter Blick auf die Burg und an der Ahr entlang und dann ist auch dieser schöne Rundweg ist vorbei.

Schade eigentlich. Ich hätte noch weiterlaufen können, denn Langeweile kam nicht einen einzigen Moment an diesem Tag auf.
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Mein Fazit:

Ein abwechslungsreicher Rundweg, der gut ausgeschildert ist und durch die Länge von 18,5km und mehr als 500hm auch im Winter gut zu schaffen ist. Es gibt einen hohen Anteil an naturbelassenen Wegen und Pfaden, ausreichend viele Ausblicke und jede Menge Rastmöglichkeiten am Wegesrand. Vor allem ist mir an diesem Samstag unterwegs kaum ein Mensch begegnet. Natur und Ruhe pur. Ein wahres Wanderparadies!

Die Beschilderung ist zwar nicht so, wie man das vielleicht von Traumpfaden kennt, aber ich musste nicht wirklich oft auf dem GPS kontrollieren, wo ich mich grade befinde und alle prägnanten Stellen sind markiert.

Beim Sahrbachweg gab es zum Teil auchBeschilderung Entfernungsangaben auf den kleinen Wegeschildern, die ganz hilfreich sein können.

Da ich neben dem Buch
auch die zugehörige Wanderkarte
habe, ist es meiner Meinung nach kein Problem, diesen Rundweg nur anhand der Wanderkarte und der Beschilderung zu gehen.

Es gibt übrigens eine Seite zum „Wanderparadies Sahrbachtal“ und auch eine eigene Wanderkarte für 4,50 EUR, in der zahlreiche weitere Wanderwege eingezeichnet sind. Diese können auch zum abkürzen des Rundweges genutzt werden. Immer wieder bin ich auf meiner Tour an den Symbolen dieser Wege vorbeigekommen. Die Karte kann übrigens auch online bestellt werden.

Rastplatz Gretel StollenFür eine Rast und zum Aufwärmen auf ungefähr der Hälfte der Strecke kann ich das Lokal „Am Rübenkeller“ in Binzenbach empfehlen.Wer lieber ein Picknick macht, dem bietet sich kurz vorher am „Gretel Stollen“ zwischen Burgsahr und Binzenbach eine gute Gelegenheit. Die Tour kann auch an drei anderen Stellen gestartet werden. Diese sind im Wanderparadies Ahrsteig (Karte & Buch)
entsprechend angegeben.

Wie immer der GPS-Track mit weiteren Bildern: GPSies Sahrbachtal

Hier noch ein paar Eindrücke:

Im Sahrbachtal liegen noch Schneereste
Brücken und Schneereste

Details
Details

Auch diese Brücke wird passiert (keine Sorge, die hält, war nur ein wenig glatt)
bemooste Brücke

Später auf den Höhen präsentiert sich ein beginnender Regenbogen
Der Regenbogen

Die Sonne lässt den Schnee schmelzen
Die Sonne lässt den Schnee schmelzen

Weitblick ins Ahrtal
Weitblick ins Ahrtal

Grauer Winter? Nicht hier. Der Wald präsentiert sich bunt.
bunter Winter

In schattigen Bereichen hält sich der Schnee
In schattigen Bereichen hält sich der Schnee

Mein Lieblingsbild von heute:
Weitblicke

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Über Angelica Hocke

Wandern | Bloggen | Outdoor | Reisen | In meinem Blog gibt es Berichte zu Touren mit und ohne GPS, Tipps zu Equipment, Tourenplanung, News und allem rund ums Wandern in NRW & Rheinland-Pfalz ebenso Reiseberichte zu den schönsten Wanderregionen. Du findest mich auch auf Facebook, Google+ und bei Twitter
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16 Antworten zu Sahrbachtal – eine Extratour zum AhrSteig

  1. MarkusSU schreibt:

    Hallo Angelica
    Ui da hast du eine Tolle Tour gemacht, dass mit den Muffels ist ja verrückt 😮 , sowas habe ich aber auch als allerletztes gedacht, und auch eher in den Alpen vermutet.
    Das sahrbachtal sagt mir überhaupt nichts hmm,.

    Wir waren heute auch unterwegs gewesen, und zwar von Bad Münstereifel richtung schönau, an der Erft und oben wieder zurück.

    Du hattest aber noch sehr viel Schnee gehabt, wir haben selbst oben auf der Höhe keinen mehr gesehen

    Liebe grüße markus

    • Angelica schreibt:

      Hallo Markus
      Krass, oder? Ich hab zuerst auch gedacht, das die irgendwo ausgebüxt sind, aber nach meiner Recherche… Ich bekomme jetzt noch ne Gänsehaut…
      Da lag noch so einiges an Schnee und die Wege waren zum Teil noch vereist, so dass man schon ein wenig aufpassen musste. Aber es taut derzeit ordentlich, so das die Ahr zum reißenden Fluss mutiert.
      Liebe Grüße Angelica

      • MarkusSU schreibt:

        Ja, damit hast du auf jedenfall den Jackpot gezogen!! Wirklich sehr beeindruckend, ich mußte 2 mal lesen was du da gesehen hast*lach*Ich denke aber das man sie so schnell nicht mehr zu sehen bekommt, der Zeitpunkt heute ist einfach zu günstig, der Schnee ist weitestgehend weg, nun können die Tiere wieder was zum fressen finden, was nun seit 1 woche oder gar 2? Hab nicht mitgezählt ?? durch Schnee oder Eis nicht möglich war.

        Und ich bin schon glücklich wenn ich wenigstens Rehe sehe 😀 selbst Wildschweine habe ich noch nie gesehen 😦
        Ob sie in einem festen bereich bleiben ist fraglich. Jetzt die Strecke nach zu laufen um die chance zu bekommen sie evtl zu sehen, sehe ich als sinnlos an.

        Bitte nicht als Kritik ansehen, ich frage mich ob es so eine gute idee war, dass hier zu schreiben, da hier evtl auch Jäger mitlesen können, und so wissen wo sich die Tiere in etwa aufhalten, und die bejagen.

        Liebe grüße markus

        • Angelica schreibt:

          Ich bin überzeugt, das die Jäger ihr Revier und den Tierbestand genauestens kennen und ganz sicher nicht in einem Wanderblog „auf die Jagd“ nach Tiersichtungen gehen 😉

  2. mwhikingtrail schreibt:

    Hallo Angelica,
    liest sich wieder mal sehr interessant und Deine Bilder spiegeln die Route klasse wieder.
    Lustig war das es zu meiner gestrigen Tour einige Gemeinsamkeiten gibt.
    Die rutschigen bzw. teilweise richtig glattenWege, seltsame Skulpturen in Bäumen geschnitzt, so gut wie keine anderen Wanderer und Wild, wenngleich bei mir eingezäunt. Mehr Bilder gibt es bei mir erst heute Abend.
    LG Michael

    • Angelica schreibt:

      Hallo Michael
      ist eigentlich schade, das der Schnee nun weg ist. Und der letzte Schnee wird auch heute weiter abtauen und die Ahr befüllen.
      Dann bin ich gespannt und schicke viele Grüße
      Angelica

  3. Sonja Berndl schreibt:

    Hallo Angelica,

    auf unserem Hausberg (1092 Meter hoch) hat auch schon mal jemand wildes Muffel-Wild gesehen. Da war ich genauso überrascht wie Du bei Deiner Wanderung, dass es das hier in Stadtnähe gibt. Mit eigenen Augen habe ich auf unserem Hausberg schon zweimal eine Auerhuhn-Henne gesehen. Das, obwohl die in unserer Gegend vom Aussterben bedroht ist. Jupidu!!!

  4. Wilfried schreibt:

    Hi Angelica,
    hast du dir auch die Türken-Madonna angeschaut? (Kirchsahr) http://www.orgelbau-fasen.de/+kirchsahr/start.htm
    Schöne Gegend dort.
    Weißt Du ob Holztiere (Wildschweine, Rehe, Bären, …) unterwegs für einen Bogen/Schießverein oder einfach nur Deko der Runde. sind.

    Grüssis
    Wilfried

  5. Uwe schreibt:

    Interessante Location. Habe mich wieder über den neuen Artikel gefreut. Im Frühling werde ich mir die Gegend auch mal anschauen. Frohes Fest und einen guten Start in 2013 und immer gutes Licht für weiterhin schöne Bilder von deinen spannenden Wandertouren. Beste Grüsse vom Niederrhein.

    • Angelica schreibt:

      Hallo Uwe
      Vielen lieben Dank – Dir wünsche ich ebenso entspannte Feiertage und alles Gute für das kommende Jahr 🙂
      Ganz viele Grüße schickt Angelica

  6. Pingback: Höhenweg & Eifelblicke rund um Lind im Ahrtal | WandernBonn.de

  7. Dieter Walter schreibt:

    Hallo Angelica,
    wir sind Heute bei schönem Wetter die Runde von Kreuzberg aus gewandert. WOW war das eine schöne Wanderung, schöne Wege, schöne Aussichten und eine Ruhe wie wir sie hier nicht erwartet haben. Du solltest die Tour unbedingt nochmal gehen, kein Schnee aber grüne Natur pur. Am Schluss sind wir noch kurz vor Kreuzberg über einen Felsensteig mit super Aussichten vom markierten Weg abgewichen. Leider hatte ich GPS nicht mitlaufen, aber bei Deiner Nase für Wege abseits der Wege findest Du den Steig auch so oder bist ihn gar schon gewandert. Ich werde ein Kommentar bei GPSies reinstellen mit Bildern, nicht so toll wie Deine, aber es sollte reichen.
    Man muss bei Angelica nur mal im Archiv !!! kramen und findet die schönsten Touren 🙂
    LG Dieter und Ulli

    • Angelica Hocke schreibt:

      Hallo Dieter
      Auch hier: Danke für die Rückmeldung.
      Ob Du es glaubst oder nicht: denselben Gedanken, die Tour nochmal im Sommer zu gehen hatte ich die Tage auch.
      Den Felsgrat kenn ich von der NAE Tour 21, die ich im Sommer 2011 mal gemacht hab. Bericht dazu gibt es im Blog allerdings nicht. Allerdings gibts im Blog was von einem anderen Rundweg, bei dem ich sogar näheren Kontakt mit Wildschweinen im unteren Bereich hatte:
      Ist wirklich ein spannender Abschnitt und schön, das ihr den gefunden und eingebaut habt.
      Ganz herzliche Grüße & Danke fürs Lob
      Angelica

  8. Bayer schreibt:

    Zur Sichtung des Muffelwildes im Sahrbachtal:
    Muffelwild Herden gibt es hier seit langem. Wurden einst von der preussischen Verwaltung zur Jagd hier eingeführt (vermutliche Abstammung Sardinien). Heute nur noch wenige Gruppen u.a. im Gehege des Jagdhofs Bauerfeind am Hochthürmer, aber auch frei in den Wäldern um Kirchsahr.

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