Erfahrungsbericht: Trekkingstöcke im Mittelgebirge

Stöcke? Ach nee… bitte keine Wanderstöcke. Wer braucht denn sowas? Bisher fand ich Stöcke einfach nur doof und vor allem laut. Diese laut klappernden Stöcke in Wald & Feld brauchte ich nun wirklich nicht. Wenn ich unterwegs bin will ich die Natur genießen. Möchte Ruhe haben um den Vogelstimmen zu lauschen, den Wind in den Blättern rauschen hören,  das plätschern des Bachs… aber ganz sicher keine Stöcke.

WanderstöckeWobei ich zugeben muss, das es allein unterwegs schon die ein- oder andere Situation gegeben hat, wo ich gerne einen Stock als Unterstützung dabei gehabt hätte. Manchmal habe ich mir dann einfach einen passenden Holzstock gesucht und konnte so knifflige Stellen überwinden oder ihn einfach in der Hand halten, wenn ich Wildschweine in der Gegend vermutete.

Bei einem Wanderevent im Ahrtal stand ich im örtlichen Outdoor-Geschäft  sogar mal kurz davor mir welche zu kaufen, fand die Stöcke aber schwer und sperrig, so dass ich die Idee wieder verwarf. Solche Stöcke kannte ich vom letzten Jahr, als ein Kollege mir für meinen Chiemgau-Urlaub ein ähnliches Paar leihweise überließ. Diese hatte ich auch nur auf der Geigelstein-Tour zum bergabgehen genutzt und bei anderen Touren, aufgrund des Gewichtes, lieber im Auto liegen gelassen.klein zusammengefaltet

Als Wiebke mir vor 2 Monaten anbot, einen Erfahrungsbericht  über Trekkingstöcke zu machen, fand ich den Vorschlag klasse und freundete mich sogar mit der Idee an.

Ihr hättet meine großen Augen sehen müssen, als ich das Paket öffnete und die Stöcke zum ersten Mal sah: 😯
Leicht und klein waren die Teile. So klein, das sie nicht mal an meine spezielle Stöcke-Halterung an meinen Rucksack passten und ich sie so in das Seitenfach stecken musste.

So leicht, das man nicht lang überlegt: „Nehme ich die jetzt mit oder lass ich die hier?“.  Und was nützen die besten Stöcke, wenn sie zuhause bleiben?

Die Teststöcke  – Black Diamond Women´s Distance FL Trekkingstöcke

Das mir übersandte  Modell  ist speziell auf Frauen zugeschnitten. Vielleicht auch Black Diamond Womans Distance FLdeswegen die fröhlichen Farben mit Pink & Lila. So bestehen die Aluminiumstöcke von Black Diamond aus drei Segmenten, welche im inneren mit einem Kabel verbunden sind. Bei meiner Körpergröße von 161cm passen die Stöcke mit einem Spielraum von 95-110cm. Sobald die 3 Segmente ineinandergesteckt sind, werden diese durch Zug der letzten beiden Verbindungsteile stabil fixiert und die individuelle Höhe über das FlickLock System angepasst. Eine aufgedruckte Maßeinteilung hilft bei der Einstellung der richtigen Höhe.

Die Schaumstoffgriffe fassen sich gut an und können bei unterschiedlichen Geländewinkeln durch die Griffverlängerung auch weiter Passen prima in die Seitentascheunten gegriffen werden. Die Handschlaufen lassen sich mit einem Klettband verstellen. Dem Modell liegt eine spezielle Transporttasche bei, die ich jedoch – weil die Stöcke so prima in die Seitentasche meines Rucksacks passen – nicht genutzt habe. Beide  Trekkingstöcke wiegen 403g und sind grade mal 33,5cm lang!

Ich befasste mich mit dem Zusammenbau und probierte das 2-3-mal bis es mir leicht und schnell von der Hand ging. Mit Hilfe des Spiegels fand ich die für mich optimale Höhe raus, so dass in der Ebene die Arme einen 90° Winkel bilden und Unterarm und Boden so eine parallele Linie bilden. Nun stand der ersten Test-Tour nichts mehr im Wege.

Die ersten gemeinsamen Schritte

Bereits einige Tage später war ich im Siegtal unterwegs. Die ersten Kilometer blieben die Stöcke in der Seitentasche. Dann ging es an den ersten Anstieg und ich wollte testen, ob und wie sich das auswirkt. Also die Stöcke ausgepackt, zusammengesteckt, deren Länge wegen dem Anstieg entsprechend kürzer eingestellt und los ging es.

Tja, was soll ich sagen? Ich war rasend schnell oben. Perfekt. Zusätzlich aber ein kleines Sauerstoffproblem:  ich hatte hyperventiliert. 😕 Das kam dadurch, dass ich mir im Laufe des letzten Jahres bei steilen Anstiegen einen eigenen Schritt-Atem-Rhythmus angewöhnt habe, der zu meinem Tempo passte. Da ich durch die Stöcke aber einen so enormen Vorschub bekam und entsprechend flott oben war, atmete ich somit auch schneller. Um das richtige Atemtempo machte ich mir jedochSpeed geben mit den Stöcken keine Sorgen, war es doch alles reine Übungssache. Dies  zeigt aber sehr deutlich, mit wie viel Vorschub und Dynamik die Stöcke einem beim bergaufgehen unterstützen können.

Bei einer längeren Schotterpassage übte ich mich im Speed-Hiking und machte ein bisschen Tempo. Das machte richtig Laune. Dieser Abschnitt war ein wenig öde und durch das aufgenommene Tempo war diese flott überwunden. Wie praktisch 😉

An der ersten längeren Bergab Passage setzte ich die Stöcke entsprechend vor mir auf. Zunächst ein komisches Gefühl, so galt es ja diesen technischen Wunderwerken zu vertrauen. Den Dreh bekam ich aber schnell raus und selbst wenn ich keine Probleme mit dem Knie habe, schadet eine Entlastung beim Bergabgehen durch die Stöcke sicher nicht.

Weitere Vorteile von Trekkingstöcken

Bei meiner nächsten Tour konnte ich die Stöcke an einer Seichtstelle einsetzen um die Wassertiefe zu überprüfen. An einem rutschigen Steilhang, der fast keinen Pfad aufwies, boten sie mir im Ahrtal Stabilität. Beim entdecken von Wildschweinspuren in der Eifel gaben sie mir ein Gefühl der Sicherheit. Bei einer heißen und anstrengenden Sommertour im Siebengebirge sorgten sie für mehr Power und beim späteren Abstieg nach dem Sicheres Gefühl mit den StöckenGewitter auf rutschigem Boden wiederum für Vertrauen.

Normalerweise bekomme ich im Sommer in schattigen Passagen recht schnell kühle Arme. Durch die Stöcke wird jedoch der ganze Oberkörper in Bewegung gehalten und besser durchblutet und so bleibt dieser Effekt, auch wenn ich die Stöcke nicht die ganze Tour nutzte, aus.

Auf Graswegen kommt es immer darauf an, wie hoch das Gras steht. Die kleinen Teller stören nicht  allzu sehr, auf frischgemähten Wegen macht es sogar richtig Spaß. Sind aber zu viele Brombeerbüsche im Weg (welche sich mit den Stöcken wunderbar zur Seite schieben lassen), nehme ich sie lieber in die Hand oder pack sie schnell zusammen.

Meine Meinung

Asche über mein Haupt: 😳 ich gebe mich geschlagen  und gestehe: das wandern mit Stöcken macht einfach nur Spaß. 🙂

Sie pushen einen, wenn man an dem Tag grad nichtAufbau der Stöcke so fit ist. Sie unterstützen, halten und sichern. Tolle Begleiter, die ich bei keiner Wanderung mehr missen möchte. Wobei ich natürlich froh bin, zum Testen solch ein leichtes Modell bekommen zu haben. Ich möchte ganz sicher nicht behaupten, dass  andere oder gar schwerere Stöcke nichts taugen, ob ich diese aber so gerne eingepackt und mit Freude genutzt hätte, wage ich mal zu bezweifeln.

Trotz aller Begeisterung habe ich die Stöcke immer nur eingesetzt, wenn es wirklich nötig war oder für Abwechslung gesorgt hat. Denn so sehr die Stöcke die Gelenke entlasten und für Stabilität sorgen, sind gut trainierte Muskeln und Bänder in meinen Augen noch die beste Sicherheit. Auch das Gleichgewicht lässt sich nur ohne Stöcke trainieren. Für meine Fitness nutze ich die Stöcke in langen Gradeauspassagen gerne um ein wenig Speed zu geben, da der Oberkörper dabei gleich mit trainiert wird.Schlaufen

Die Schlaufen, auch wenn sie gut passen, habe ich jedoch selten genutzt. Mir war es meist zu umständlich bei jedem Griff zum Fotoapparat dort hinein- und hinauszuschlüpfen.

Was mich am meisten überzeugt ist jedoch das geringe Packmaß und das niedrige Gewicht. So habe ich die Stöcke seitdem immer im Rucksack dabei. Das Gefühl der Sicherheit sie dabei zu wissen ist mir mittlerweile die wenige hundert Gramm wert. Und wenn die helfende Hand bei einer Bachquerung fehlt, können  Stöcke einen – Trekkingstöckezugegebenermaßen nicht ganz so charmant – auch hinüber geleiten. Denn grade, wenn man als Frau fast ausschließlich allein unterwegs ist, sorgt dies für ein gutes und sicheres Gefühl.

Auch wenn die Black Diamond mit speziellen wiederstandfähigen Gummispitzen ausgestattet sind und ich mit den Stöcken bisher viel Freude habe,  gefällt mir eins immer noch nicht: das Geräusch auf Asphalt. Auf unseren tollen Wanderwegen hier in der Region gibt es davon glücklicherweise nicht so viele und so trage ich die Stöcke dann lieber in der Hand, in Vorfreude auf den nächsten flotten Bergpfad. 😉

Jetzt seid Ihr gefragt

Aber jetzt zu Euch: Welche Erfahrung habt Ihr denn so mit Stöcken im Mittelgebirge gemacht? Wo nutzt Ihr die Stöcke mehr: bergauf oder bergab? Seid Ihr ebenfalls begeistert oder sind Stöcke in Euren Augen totaler Blödsinn? Und welche Erfahrungen gibt es mit den verschiedenen Verstellsystemen? Freu mich über Eure Antworten

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Über Angelica Hocke

Wandern | Bloggen | Outdoor | Reisen | In meinem Blog gibt es Berichte zu Touren mit und ohne GPS, Tipps zu Equipment, Tourenplanung, News und allem rund ums Wandern in NRW & Rheinland-Pfalz ebenso Reiseberichte zu den schönsten Wanderregionen. Du findest mich auch auf Facebook, Google+ und bei Twitter
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33 Antworten zu Erfahrungsbericht: Trekkingstöcke im Mittelgebirge

  1. JoergTh schreibt:

    Boah, so tolle Stöcke wie du haben wir nicht Angelica (Neid)… aber wir benutzen bei unseren Touren wie jetzt in der Baybachklamm auch Stöcke. Ein paar billige von Tschibo zwar aber die erfüllen auch ihren Zweck. Und für Geocacher haben die Stäbchen ja auch noch einen gewissen Zusatznutzen (Eingeweihte wissen Bescheid)

    Toller Bericht! Danke! Liebe Grüße aus Hessen, Jörg

    • Angelica schreibt:

      Aber doch nicht auf die in lila, oder? :mrgreen:
      Siehste, die von Tchibo tun es doch auch. Und das man damit mehr als nur laufen kann, konnte ich ja auch feststellen 🙂
      Danke und Gruß – Angelica

      • JoergTh schreibt:

        Manchmal sind sie halt auch praktisch wenn man gewisse Dinge sucht 😉 Doch, die Farbe ist toll. Ob du es glaubst oder nicht, der Rahmen meines Fahrrades hat eine ähnliche Farbe! Nochmals Grüße!

  2. Rainer Motte schreibt:

    Hallo, Angelica!
    Ich wandere seit 3 Jahren nur noch mit Trekking-Stöcken, egal auf welchem Terrain. Früher dachte ich: „Am Stock geh‘ ich noch früh genug“.
    Das erste Mal ging ich dann auch mit Tschibo-Stöcken auf dem Rheinsteig von Lorch nach Kaub und war direkt begeistert. Da es die Tschibos aber leider doch nicht tun (Sicherheitsmängel, denn die rutschen bei stärkerer Belastung in sich zusammen(!); außerdem vibrieren sie stark), habe ich mir direkt bessere gekauft und bin beim Marktführer Leki gelandet. Inzwischen habe ich mehrere Paare (Alu und Carbon), die ich je nach Gelände einsetze.
    Für längere Asphaltstrecken benutze ich Gummistopfen. Dann hört man die Stöcke nicht. Wichtig ist für mich das Antischock-System. Einmal damit gegangen, will man es nie mehr missen. Eine Teil- Umschäumung des oberen Rohrs ist im Gebirge hilfreich. Bügelverschlüsse (Speedlock) mag ich nicht so, weil man mit den Bügeln gern mal im Gestrüpp hängenbleibt. Zusammenschieben kommt aber bei mir eh nur sehr selten vor. Außer auf Klettersteigen, wo die Stöcke nur hinderlich sind, bleiben sie immer ausgefahren. Übrigens: Wozu leichte Carbonstöcke gut sind, habe ich vor einer Woche erfahren: Sie können schwimmen! Durch unachtsames Anlehnen ans Geländer der Staumauer der Brucher Talsperre landete ein Stock im Wasser 😦 Durch die leichte Strömung war er nach einer knappen Stunde wieder am Ufer angekommen wo ich ihn aus dem Wasser fischen konnte 🙂 Ein Alu-Stock wäre wohl untergegangen.
    So schick wie Deine sind meine Stöcke aber nicht 😉
    Viele Grüße, Rainer Motte

    • Angelica schreibt:

      Hallo Rainer
      Danke erstmal für Deine ausführliche Antwort.
      Ich kann mir gut vorstellen, das so ein Antishock nützlich ist, wenn man viel damit unterwegs ist. Ich nutz sie ja nur sporadisch.
      Das mit dem hängenbleiben in den Bügelverschlüssen konnte ich bei den überlassenen von dem Kollegen letztes Jahr auch feststellen.
      Die schicken lila-schwimmuntauglichen haben im untereren Bereich ja lediglich das Stecksystem und sind so schön glatt.
      Das mit dem wegrutschen hatte ich auch einmal, als ich ein Foto machen wollte… vor mir ging es schön steil den Abhang runter, aber ich konnte sie mit dem Fuß grade noch retten *puh* Da wäre ich sicher nicht gern runtergeklettert 😉 Hab eben noch einen Tipp zu der Handhabung der Schlaufen bekommen und werde das bei nächster Gelegenheit nochmal testen. Besser ist das.
      Viele Grüße
      Angelica

  3. Ursula Peters schreibt:

    Hallo, Angelica, es war recht interessant für mich, aus Deinem (berufenen) Wanderer-Mund eine Meinung zu Stöcken zu lesen. Bisher habe ich es eher mit der Ansicht von einer holländischen Freundin gehalten: die Deutschen sind alle behindert ! Die laufen nur mit Stöcken! (Ich habe ihr dann vorgehalten, die Holländer nehmen zum Camping sogar ihren Staubsauger mit).
    Aber zurück zu den Stöcken: ich habe welche, hauptsächlich für die Alpen, werde jetzt aber sicher auch mal ausprobieren, ob es sich tatsächlich „leichter“ geht, wenn wir hier in der Eifel oder an der Mosel unsere Touren machen.

    • Angelica schreibt:

      Hallo Ursula
      Dein Konter mit den holländischen Staubsaugern hat mich grade zum schmunzeln gebracht 😉
      Zu den Stöcken: ich nutze sie ja nur zeitweise und sie geben mir allein unterwegs einiges an Sicherheit oder/und das Gefühl davon.
      Ob es damit unbedingt leichter geht? Probier es doch einfach mal aus und teile mir/uns Deine Meinung dazu mit.

    • Rainer Motte schreibt:

      Ich finde, auch in der Ebene machen Stöcke das Gehen leichter. Durch die koordinierte Arm-Bein-Bewegung stellt sich praktisch automatisch der richtige Atemrhythmus dazu ein und Du bleibst in einer Art „Balance“. Das funktioniert mit Stöcken einfach natürlicher und konsequenter als ohne.

  4. gabriele mlink schreibt:

    hallo angelica,
    danke für den, wie immer, kurzweiligen bericht. haben ganz genau die selben, oder sind es die gleichen?, erfahrungen mit den stöcken gemacht. und wenn man das eine oder andere gramm mehr auf die stöcke bringt, ist das antischocksystem gold wert.
    eines habe ich noch beobachtet: bei langen wanderungen laufen mir die hände nicht mehr voll, ich hatte sonst immer geschwollene finger.
    und trotzdem gehen wir oft immer noch ohne…
    sonnige grüße
    gabi

    • Angelica schreibt:

      Hallo Gabriele
      Herzlichen Dank für Deinen Kommentar.
      Ohne Stöcke sind die Arme oder Hände ja oft einfach nur passiv und werden nicht wie beim joggen zum Schwung holen mit einbezogen. Daher kommt vermutlich auch der Effekt mit den geschwollenen Fingern oder kalten Armen.
      Sonnige Grüße zurück – Angelica

  5. Hexen Zauber schreibt:

    Hallo Angelica
    die Wanderstöcke und ich haben auch so eine ähnliche Geschichte…….zu schätzen gelernt, habe ich sie bei Schneeschuhwanderungen. Zum wandern nutz ich sie eher selten, auch wenn ich die Vorteile bereits selbst kennenlernen konnte…….so zeig ich ihnen mal lieber die große weite Welt vom Rucksack aus und ausserdem schon ich sie mir da und da halten sie länger 😉 Im Ernst….das Tempo wir ganz automatisch recht rasant und besonders beim Wandern bergab, sind sie äußerst hilfreich!!! Im Urlaub im Hochgebirge habe ich sie bewusst abgewählt (nach einigen Versuchen)….in „gerölligem“ Gelände sind sie mir eher hinderlich, da sie immer mal hängen bleiben, verunsichern sie eher den Gang und stoppen ihn auch….
    Liebe Grüße aus dem schönen sächsichen Mittelgebirge 😀
    Conny

    • Angelica schreibt:

      Hey Conny
      Da hast Du ja schon deutlich mehr Erfahrung mit den „Gehilfen“ 😉
      Ich denke, jeder sollte den Versuch wagen und sich dann dafür, dagegen oder irgendwas in der Mitte entscheiden.
      Ganz liebe und herzliche Grüße zurück schickt Angelica

  6. Karin schreibt:

    Hi zusammen,
    wandere gerne mal mit und gerne mal ohne. Besonders hat es mir in Irland und Schottland geholfen (feuchter Untergrund), zur Balance beim Hüpfen über Stepping Stones, als Beruhigung beim Durchquerung von Kuherden in den Alpen, bei Steilstellen bergauf und bergab in unseren Mittelgebirgen wie Rheinsteig, Weinsteig und Goldsteig. Und beim Alleinwandern, für alle unvorhersehbaren Gefahren 🙂
    Nutze immer noch meine uralten Lekis, die mal die Tiroler Wanderhotels geschenkt haben.
    Gruss, Karin

  7. belimbach schreibt:

    Hallo Angelica,
    ich habe meine Stöcke im Juli mal wieder im Hochgebirge der Tiroler Alpen probiert und bin immer noch gemischter Meinung. Derzeit bin ich ohne Stöcke unterwegs, was hauptsächlich Gewichtsgründe hat. Und so moderne wie Du, habe ich nicht zur Verfügung.
    Und Du hast völlig recht, das Gleichgewicht lernt man nur ohne Stöcke. Wohl habe ich meiner Freundin nun Stöcke empfohlen, weil sie sich in den Alpen mit einem Gewitter im Rücken einmal kopfüber hingelegt hat. Seitdem ist sie überaus vorsichtig, wenn es bergab geht. Und gerade dabei können die Stöcke dann sehr unterstützen das Gleichgewicht zu halten.
    Bei Geröll, wie Conny es schreibt, muss man auf alle Fälle aufpassen und den Stock bewußt setzen. Neben einer Biegebelastung kann er auch auf Knickung beansprucht werden. Beides ist zu vermeiden. Auf Knickung belastet man den Stock, wenn man sich mit ihm aufstützt. Die Belastungsrichtung ist entlang der Stockachse. Auf Biegung kann die Spitze des Stocks mitunter in unwegsamen Gelände, also grobem Geröll, zwischen die Steine kommen. Dann kann er brechen, das wäre eine Biegebeanspruchung. Knickung ist mechanisch gesehen kritischer.
    Nicht umsonst gibt es auch unterschiedlich große Teller, so habe ich z.B. seit Jahren die großen auf meinen Stöcken, da ich sie lediglich im winterlichen Gelände bzw. auf Gletschern eingesetzt habe. Mit denen kann an dann auch prima Gletscherspalten finden, das ist etwas einfacher als mit dem Eispickel.
    Aber jeder muss dies selbst ausprobieren, es gibt genügend Gründe dafür und dagegen. Also ran!

    Gruß, Bernd

    • Angelica schreibt:

      Hallo Bernd
      vielen herzlichen Dank für Deine umfangreiche, ausführliche und hilfreiche Antwort.
      Ein Stock macht sicher nur Sinn, wenn man sich 100%ig darauf verlassen kann. Ich will gar nicht darüber nachdenken, was passiert, wenn so ein Stock bricht.
      Und da brauch es meines Erachtens auch kein Hochgebirge für. Selbst hier im Ahrtal, an Rhein oder Mosel gibt es Stellen, wo es mal steil 30m oder mehr bergab geht. 😯
      Mit meinen 50kg ist es mit einem Belastungstest bei dem Modell allerdings ein bisschen schwierig 😉
      Dabei fällt mir grade ein, das ich noch ein Bild mit „richtiger“ Schlaufenhaltung (von unten durch) nachreichen wollte…
      Hmm, jetzt ist es leider schon zu dunkel für ein vernünftiges Foto. Wird nachgeholt 😉
      Ganz liebe Grüße schickt Angelica

      • belimbach schreibt:

        Hallo Angelica,
        brechen kann ein Stock immer, man kann die Wahrscheinlichkeit deutlich reduzieren, wenn man ihn nicht biegt oder auf Knick beansprucht. Sehr oft sollte dies aber nicht mehr vorkommen. Im schlimmsten Fall wird man wohl nur stolpern, oder?
        Die Schlaufen habe ich anfangs nur genutzt, mittlerweile recht selten. Im Mittelgebirge braucht man sie auch nicht unbedingt, im Hochgebirge sind die Schlaufen sicherlich sinnvoll. Wer möchte seinen Stock schon nach dem langen Aufstieg, sei es am Hang oder in einer Gletscherspalte, verlieren?
        Viele Grüße aus dem kühleren Senegal, Bernd

  8. MarkusSU schreibt:

    Hallo Angelica, das ist wie immer sehr schön zu lesen, was du hier geschrieben hast.
    Ich muss aber leider sagen das diese Stöcke in dem meisten fällen recht sinnlos sind!
    Es gibt natürlich ausnahmen! Wenn man steil, wirklich steil bergan gehen muss können sie helfen, oder sehr steil bergab geht. Dies ist aber in unserer Region leider zu 90% nicht der Fall, da wir ja nicht in den Alpen wohnen! Denke ich sind diese Stöcke in den meisten fällen völlig sinnlos!

    Wir haben das auch mal mit probiert, und können deine Positiven Erfahrungen so leider nicht immer teilen 😦

    ok Es kommt auch drauf an wie man wandert, ob man gemütlich und nicht nach Uhrzeit oder eben anders wandert! Wenn wir wandern, haben wir immer sehr viel zeit, und es spielt keine rolle, ob wir 30 Minuten eher oder später am Ziel sind!
    Generell kann man sicherlich Wanderstöcke empfehlen so als Hilfe, man muss sich aber selbst im klaren sein, will man einfach nur schnell wandern, Hauptsache man hat die strecke geschafft, oder man wandert mit Genuss! Und bei letzterem braucht man zu 98% keine Stöcke!

    Gruß markus

    Entschuldigung, aber ich bin ein Kritischer Mensch in Sachen Stöcken oder andere Hilfen, dass senkt auch die Unfallgefahr enorm!

    • Angelica schreibt:

      Hallo Markus
      Da hat ja auch jeder seine eigenen Erfahrungen und das ist ja gut so.
      In dem Erfahrungsbericht teile ich ja lediglich meine Erfahrung und freue mich, das Du uns an Deinen teilhaben lässt.
      Viele Grüße Angelica

  9. Rainer Motte schreibt:

    Genauso ist es. Jeder so, wie er sich wohlfühlt.
    Ich fühle mich mit Stöcken beim Wandern einfach besser, unabhängig vom Terrain. Ich gehe auch nicht schneller als vorher, nur leichter. Übrigens benutze ich auch die Schlaufen von Anfang an so wie vorgesehen. Sie haben mich nie gestört (außer vielleicht für ein schnelles Foto). Was mich an Stöcken allerdings tierisch nervt, ist ihre penetrante Fallsucht. Egal, wo man sie anlehnt, sie fallen garantiert um… Grrrrr!

  10. MarkusSU schreibt:

    Hallo Angelica, ich finde das Wanderstöcke nur dazu da sind um mehr sportlich zu wandern, also kein Genuss wandern so wie wir es machen, bei uns ist das auch völlig egal ob wir für eine strecke 5 oder 6 Stunden brauchen, wir gehen nur Wandern um uns erholen zu können.
    Stöcke können bestenfalls Hilfreich sein wenn man in die Alpen lange Bergan geht oder Bergab

    Interessanter wären Nordic walking stöcke

    Grüße markus

  11. stefanie schreibt:

    Beim Bergab-Gehen sind Stöcke für die älter werdende Knie Gold wert 🙂 Und beim Gehen auf Schnee oder Matsch auch – ansonsten versuche ich darauf zu verzichten, fürs Gleichgewicht und Trittfestigkeit etc. In der Farbe habe ich aber auch noch nix gesehen…

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  13. Viviane schreibt:

    Hallo Angelica, hier in den Mittelgebirgen nutzen wir die Stöcke weniger. Wir haben keine zum klappen, sondern starre, aus Karbon. Sie leisten vor allem auf gerölligem Untergrund gute Dienste, auf weglosem Untergrund bieten sie mir Sicherheit, vor allem beim Abstieg (z.B. auf Sardinien). Da die Fluggesellschaften langsam Probleme machen beim Transport überlegen wir, klappbare zu kaufen. Die könnte man dann auch immer praktisch für den Notfall mitnehmen. Im Ahrgebirge z.B. waren sie auch schon hilfreich. Und natürlich, wenn einem Tiere des Waldes unheimlich werden oder auch nicht erzogene Hunde. Ich google gleich mal die von Dir getesteten Stöcke 🙂
    Viele Grüße, Viviane

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  17. Sylvia Kretzschmar schreibt:

    Hallo Angelica, ich bin über das fotografieren zum wandern gekommen und war gestern das erste Mal mit Stöcken unterwegs. Die Dinger sind schon Jahre alt und standen nur in der Ecke. Meine Kamera hängt immer griffbereit über ein spezielles Gurtsystem am Rucksack. Meine alten Stöcke haben auch Schlaufen und zum fotografieren lasse ich die Stöcke einfach um meine Handgelenke hängen. So muss ich nicht ständig raus. Das flotte Tempo mit den Stöcken kann ich nur bestätigen und an rutschigen und steilen Stellen geben sie mir Sicherheit (bin nämlich ein kleiner Schisser 😉 ). Jedenfalls werden meine alten Stöcke jetzt immer dabei sein auch wenn hier im Weserbergland die „Berge“ mit den Alpen und Co. natürlich nicht mithalten können.
    Liebe Grüße, Sylvia

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