Ein Sommermärchen: der Vulkanpfad

Es war einmal eine Wandersfrau, die den Menschen Geschichten von Ihren Wanderungen erzählte. Mitten in dem Dorf am Rhein, in dem sie lebte, lag ein dickes Buch. Dort schrieb Sie ihre Erlebnisse hinein und schmückte sie mit den passenden Bildern. Jeder Bewohner des Dorfes konnte dort hineinschauen und darin lesen. Doch um weitere Geschichten schreiben zu können musst sie eins tun: die Welt erkunden.

Der Traumpfad VulkanpfadAn jenem Sonntag juckte es sie abermals in den Füßen. Dieses unbändige Kribbeln, das sie vor jeder Wanderung verspürte. Am späten Nachmittag hielt sie es nicht mehr aus und hatte den Wunsch noch eine kleine Wanderung zu unternehmen.

So spannte sie ihre beiden Pferde vor die Kutsche und machte sich auf, den Vulkanpfad, einen von zahlreichen Traumpfaden zu erkunden. Bei ihrer Ankunft wenig später fand sie einen schattigen Platz für ihre treuen Rösser, löste die Leinen und versorgte sie mit reichlich Heu und Wasser.

Sie schultere ihre Tasche mit Wasservorräten und einigen Backwaren und machte sich auf den Weg. Erst kam sie an Häusern vorbei inWiesenpfad denen wohlbetuchte Menschen wohnten, doch nur wenige Minuten später fand sie sich auf einem herrlichen Wiesenpfad wieder.

Der Anstieg in der heißen Nachmittagssonne war anstrengend, aber die Landschaft, die sie nun erblickte, entschädigte für die Anstrengung.

Über weite Teile der Eifel konnte sie schauen, erkannte die umliegenden Dörfer und die sanften Hügel dieser Region. Der Pfad führte über Vulkangestein und am höchsten Punkt konnte sie auf einen anderen Berg vulkanischen Ursprungs schauen.

Eifelblicke

Hier hatten einst Feuer speiende Berge die Landschaft geprägt. Die Landschaft wurde von diesen Vulkanen geformt und all dies sollte ihr bei ihrer weiteren Wanderung noch begegnen.

Bunte BlumenDie zahlreichen Blumen, die in diesem kargen Gras wuchsen, boten ihr immer wieder Gelegenheit einfach innezuhalten und diese Eindrücke zu Papier zu bringen.

Sie setzte sich hin und zeichnete die zarten Blüten mit einem feinen Stift nach. Mit Farbe würde sie diese Zeichnungen erst nach Ihrer Rückkehr in ihr Heim füllen.
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Der Pfad wollte und wollte nicht endenEin herrlicher Pfad und brachte sie mal auf und mal ab und irgendwann erreichte sie einen schattigen Wald.

Die späte und schrägstehende Sonne verzauberte diesen Abschnitt und sie genoss nach all der Sonne diese kühle Passage.

Doch der Weg führte steil hinab und sie musste Obacht geben, wohin sie ihre Füße setzt um nicht ins Rutschen zu geraten.

FeldwegUnten angekommen führte der Weg sie erst über Wiesen und dann an gelben Weizenfeldern vorbei. In ihrer Phantasie hatte sie bereits jetzt den Geruch von würzigem und frisch gebackenem Brot in der Nase.

Es würde nicht mehr lange dauern und die Bauern das Feld mähen, die Müller das Korn schroten und die Bäcker die Kunst des Brotbackens ausüben.

So streifte sie durch die Felder und genoss den herrlichen Tag. Doch dann hielt sie inne: eine Kornblume hatte ihre Aufmerksamkeit erweckt. Abermals setzte sie den Bleistift aufs Papier um dieses Bild festzuhalten. Zuhause würde sie ein kräftiges Blau für diese zarte Blüte verwenden müssen, fast so blau wie der Himmel über ihr.

Ein wunderbares blau

Als sie im Wald ankam sah es am Hang so aus, als hätten Riesen mit Steinen gespielt. Überall verstreut lagen auf dem Boden fast quadratische und große Steine. Ob die Riesen noch hier im Wald waren? Ihr war etwas mulmig zumute aber der nächste Anstieg folgte alsbald.

Dieser führte über einen Pfad an einigenHöhlen wollen erkundet werden Höhlen und Stollen vorbei. Da sie sehr neugierig war, hatte sie immer eine Kerze dabei, welche sie mit einem Streichholz entzündete um das Innere zu erkunden.

Ein Luftzug blies die Kerze jedoch aus und sie konnte nichts mehr sehen. Außerdem war sie trotz der kleinen Statur fast zu groß für diese winzigen Höhlen. Diese Höhlen mussten von kleineren Menschen – vielleicht Zwergen? – erkundet werden.

Schattiger RastplatzUnverrichteter Dinge folgte sie dem Pfad weiter und erreichte einen schattigen Platz unter knorrigen Kiefern für eine Rast. Von einer Bank aus bekam sie abermals einen Blick in die weitläufige Landschaft und die umliegenden Vulkanberge.

Sie befand sich am Rande eines Kraters und der nun folgende Weg war glücklicherweise vor einem Absturz gesichert.

Der Boden federte weich unter ihren Sohlenknorrige Kiefern und wenig später erreichte sie einen weiteren herrlich gelegenen Platz. Ob sie schon wieder eine Rast machen sollte?

Warum nicht? Wandern bedeutet auch, den Moment auszukosten, also ließ sie sich auf der geschwungenen Liege aus Holz nieder. Über ihrem Kopf hörte sie das knacksen der Kiefernzapfen, was sie nur an ganz besonders heißen Tagen tun.

Was für ein Blick!

Der Abstieg von hier oben erforderte wieder ihre ganze Aufmerksamkeit und als das geschafft war ging es weiter durch den Wald.

Riesige BasaltfelsenWenig später fand sie sich auf Waldwegen zwischen Kiefern und Birken wieder. Doch hier standen mitten im Wald riesige Felsklötze aus Basalt und ein paar Schritte weiter wurden sie sogar noch größer und mächtiger.

Wie gewaltige Burgen ragten diese steinernen Riesen zwischen den Bäumen empor. Beeindruckt stand sie davor, bis sie am oberen Ende einige Seile entdeckte. 2 Männer wollten diese Burgen erklimmen und halfen sich gegenseitig dabei. Sie schaute ihnen kurz bei ihrem Tun zu und machte sich dann weiter auf.

wie Burgen ragen sie empor

Es blieb angenehm schattig in diesem zauberhaften Waldabschnitt. Nur vereinzelt konnte die späte Nachmittagssonne goldene Lichter auf dem Boden setzen, die durch den sanften Wind aussahen als würden sie tanzen. Mal bekam sie Felder zu sehen, dann führte der Weg weiter durch den Wald.

Plötzlich hielt sie inne: riesige SteineJunker Schilling versperrten im Weg. Auf einem abgebildet ein großer und stattlicher Mann.

Das musste der Junker Konrad Schilling von Lahnstein sein, der vor vielen Jahren den Bewohnern des Ortes ein Stück des Waldes geschenkt hatte. Dankbar für diese noble Geste, hatten sie ihm hier ein Zeichen gesetzt.

Noch in Gedanken an die schönen Momente dieser Wanderung ging sie weiter durch den Wald, dessen Wege nun etwas breiter wurden. Doch auch hier blinzelt die Sonne neugierig durch das grüne Blattwerk.

Sonnenstrahlen

Bald darauf hatte sie ihre Pferde wieder erreicht. Als die Tiere sie bemerkten, wieherten sie kurz. Sie zäumte sie auf und machte sich noch voller Eindrücke und glücklich auf den Rückweg in ihr Heim um den Menschen von ihrer wunderschönen Wanderung zu erzählen.

Mein Fazit:

Ok, das war mal eine etwas „andere“ Wanderbeschreibung. Inspiriert wurde ich durch die riesigen Kullersteine im Wald (wovon ich trotz zahlreicher Fotos nicht ein einziges Bild gemacht habe) und da der Weg in meinen Augen so toll für Kinder geeignet ist, sollte die Beschreibung der Tour dieses Mal etwas märchenhafter klingen.

InfotafelnGrade weil der Weg so viele spannende Pfade aufweist, dazu zahlreiche Informationstafeln über den Vulkanismus in der Region, die herrlichen Kletterfelsen durch die man wie in einem Zauberwald hindurchgeführt wird und all die anderen Dinge, die Kindern gefallen könnten.

Insbesondere aufgrund der Streckenlänge von grade mal 6,6 km (234hm) ist der Vulkanpfad auch prima für Familien mit Kindern (allerdings nicht mit Kinderwagen) oder Wanderanfänger zu meistern. Normalerweise benötigt man 2 Stunden für diesen Rundweg, mit Kindern sicher ein wenig länger 😉
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Mein Tipp für Kinder: Unter diesem LinkKartenübersicht an der Infotafel die Karte (Reiter Download, dann auf Tour drucken) als PDF ausdrucken. Diese zeigt die Höhenlinien und einige Markante Punkte.

Auch wenn der Weg perfekt ausgeschildert ist, einfach mal die Kleinen einen Blick in die Karte werfen lassen. Vielleicht bekommen sie ja raus, ob und wo der Weg später verlaufen wird (z.B. das man vom Ettringer Bellberg einen Blick auf die Hangkante hat, an der man später gut gesichert entlangwandern wird).

So kann eine Wanderung auch für Kinder zum Abenteuer werden.
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Mehr Informationen gibt es unter der Seite der Traumpfade: Vulkanpfad

Andere schöne & kurze Wege in der näheren oder weiteren Umgebung von Bonn, welche  ebenso gut für Kinder geeignet sind:

Ein paar Eindrücke und der Link zu meinem Track

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Über Angelica Hocke

Wandern | Bloggen | Outdoor | Reisen | In meinem Blog gibt es Berichte zu Touren mit und ohne GPS, Tipps zu Equipment, Tourenplanung, News und allem rund ums Wandern in NRW & Rheinland-Pfalz ebenso Reiseberichte zu den schönsten Wanderregionen. Du findest mich auch auf Facebook, Google+ und bei Twitter
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22 Antworten zu Ein Sommermärchen: der Vulkanpfad

  1. joergth schreibt:

    Ne, du erzählst Märchen Angelica! Lach… stimmt, ist wirklich mal ein Bericht der besonderen Art. Wie sieht es denn eigentlich mit deinen „Comics“ aus, die haben mir auch immer sehr gefallen!

    Liebe Grüße, Jörg

  2. Wandersmann schreibt:

    Den Weg bin ich damals mit meiner Tochter Lisa-Marie (damals 3 Jahre) gegangen. Hat uns gut gefallen und für Kinder ist das ideal.
    http://wander.blog.de/2010/10/03/ettringen-ettringer-bellberg-junker-schilling-kottenheim-9511791/

    • Angelica Hocke schreibt:

      Für ne Dreijährige sicher ne tolle Tour. Aber wie war das? Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm und über die 6km wird sieh heute sicher lachen und mit Dir noch längere Touren unternehmen wollen 😉

  3. Hexen Zauber schreibt:

    oooor, das ist doch was für so ne olle Märchenhexe 😉 ….. ich hab es mit einem Lachen gelesen!
    Allerdings muss ich dich mal fragen, wie du das so machst…. ich komme kaum mit lesen bei dir hinter her, geschweige denn mit selbst schreiben…..ich hab’s…. du hast Heinzelmännchen…..schickste die mal bitte leihweise in die Sächsische Schweiz zu mir….. 😉
    Ganz liebe Grüße und Danke für deinen Fleiß im Schreiben und damit teilhaben lassen!
    Conny

    • Angelica Hocke schreibt:

      Hey Conny… Dieses Mal hab ich mir extra mal 2 Tage Zeit mit dem Bericht gelassen (weil ich schon befürchte bei den Abonnenten im „Spam-Ordner“ zu landen) und dann sowas :mrgreen:
      Spaß beiseite. Keine Frage: Ich schick sie Dir für ein paar Tage 😉
      Ganz liebe Grüße
      Angelica

  4. Das ist ja mal ein süßer Bericht! Habe ihn sehr gern gelesen und tolle Fotos hast Du auch dazu gemacht!

    Lieben Gruß!
    Corinna

  5. Rainer Motte schreibt:

    Nicht nur für/mit Bambini ein echtes Highlight, Dein Bericht! Und dieses Foto mit der herrlich freigestellten blauen Blume vor dem gelben Korn ist ein Sahnestückchen! 🙂

  6. Ursula Peters schreibt:

    Sehr gute Idee, einen „märchenhaften“ Bericht zu verfassen! Deine Geschichte gibt uns im Übrigen den Anstoß, diesen letzten (kurzen) Traumpfad, der noch in unserer Sammlung fehlt, endlich mal in Angriff zu nehmen.
    Liebe Grüße Ursula

    • Angelica Hocke schreibt:

      Vielen lieben Dank Ursula 🙂
      Dann freut es mich umso mehr, das Ihr bald alle 26 Traumpfade komplett habt. *daumenhoch*
      Wünsche ganz viel Spaß und märchenhafte Eindrücke.
      Liebe Grüße Angelica

  7. Pingback: Traumpfad Vulkanpfad – Home, sweet home | Winni´s Blog

  8. michel schreibt:

    …ach bei mir vor der Tür…ich geh immer anders rum.

  9. Franka schreibt:

    Das war ein wunderbarer Tipp von dir. Wie du ja schon weißt, waren wir kurz vor dem Eintreffen des Buches dort und waren restlos begeistert. So ein wunderbarer Weg!
    LG, ‚Franka‘

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