Sonntagsrunde durch das Siebengebirge

Wenn Sonne und milde Wintertemperaturen am ersten Sonntag des Jahres locken, geht es natürlich raus. Gut, gegen Schnee hätte ich jetzt auch nix gehabt, aber dieser Winter scheint eh von einer ganz speziellen Sorte zu sein.

Auf der FähreAll zu weit fahren wollte ich allerdings nicht und bastelte mir auf die Schnelle eine Runde im Siebengebirge auf bekannten und auch neuen Wegen.

Mit der Fähre setzte ich mit zahlreichen Radfahrern und Wanderern von Bad Godesberg nach Niederdollendorf über. Das Siebengebirge im Blick geht es von dort nach Bad Honnef zu einem Wanderparkplatz im Schmelzbachtal, von wo die Tour starten sollte.

Pfade im Schmelzbachtal

Der schattige Parkplatz war komplett leer und so stellte ich meinen Smart dort ab, um zunächst dem Rheinsteig in Richtung Löwenburg zu folgen.

Der Abschnitt durch das schattige Tal führt ausschließlich über Pfade, die durch den Regen der letzten Tage relativ rutschig sind.

Bei der ersten steilen Passage hinab nehme ich dann lieber die Stöcke aus dem Rucksack. So konnte ich auch eine größere Matschpütze ganz gut überwinden 😉

Die Sonne lachtNach Querung der Schmelztalstraße führte der nun folgende Forstweg immerhin durch die Sonne.

An einer Wandertafel verlasse ich allerdings den Rheinsteig und kann durch das fehlende Laub weiterhin in der Sonne marschieren.

Nach einer Kehre wird der Forstweg etwas uriger und naturbelassen und ein Stück weiter hoch stehen wunderschöne Kiefern.

Ein wunderschöner Abschnitt

Waldweg

Danach folgt eine Art Balkonweg der mir weiterhin erlaubt Sonne zu tanken. Kurz bevor ich einige Häuser erreiche, geht es wieder rechts über einen naturbelassenen Weg hinauf bis zur Deuschekop-Hütte.

Ein Stück weiter weist ein Wegweiser in Richtung Annatal, welches mein nächstes Ziel ist. Nach Studium der Karte entschließe ich mich jedoch lieber den Forstweg ein Stück weiter und dann links zu gehen, da dieser mehr in der Sonne liegt. Ok, der Abschnitt ist jetzt nicht wirklich spannend, aber immerhin sonnig.

TretschbachtalNach den Fischweihern halte ich mich links und komme durch das Tretschbachtal mit seinen Holzstegen, der parallel zum Rheinsteig-Zuweg verläuft.

Auch hier gibt es rutschige und knifflige Stellen. Aber urig ist es allemal.

So erreiche ich das Annatal und treffe auf die ersten Wanderer.

Von hier folge einem wunderschönen Pfad hinauf, der mich später oberhalb von Rommersdorf zur Schaaffhausenkanzel führt.

Es geht hinauf

Aussicht von der Schaaffhausenkanzel

Nach 1,5 Stunden ist es Zeit für eine Rast. Ein Pärchen in Laufklamotten macht mir Platz auf der Bank und so genießen wir die fast frühlingshaften Strahlen.

Der Tee wäre eigentlich nicht nötig, trotzdem lasse ich ihn mir schmecken

Von hier geht es weiter hinauf, um nach einem Stück Schotterweg auf einem kaum sichtbaren Pfad, nach rechts abzuzweigen.

Steiler Pfad zum BreibergDer Singletrail führt in Kehren ziemlich steil hinauf bis zum Zweiseenblick und auf den Großen Breiberg.

Wo im Sommer vieles zugewachsen ist, habe ich nun einen tollen Blick auf den Drachenfels und Bonn.

Es geht an der Breiberghütte vorbei und so liegt mein nächstes Ziel, die Löwenburg, schon in Sichtweite.

Auf der Löwenburg

Ab hier folge ich wieder dem Rheinsteig und treffe auf immer mehr Wanderer und Spaziergänger, die den sonnigen Tag nutzen.

Am Löwenburger Hof sitzen die Gäste sogar draußen auf der Terrasse. Ich wähle den rechten Pfad hoch und bin knapp 15 Minuten später an der Ruine.

Wer bei dem Wetter an einem Sonntag Einsamkeit sucht, ist hier fehl am Platz. Es knubbelt sich und überall auf der Ruine tummeln sich Besucher.

Gut besucht

Blick nach SüdenIch finde immerhin einen Platz auf der runden Holzbank, packe meinen Tee aus und mache es mir gemütlich.

Hier oben geht immer ein wenig Wind, doch so wirklich kalt ist es nicht, dafür hat die Sonne genügend Kraft.

Eine Viertelstunde blende ich den Trubel aus und sehe mich an der Aussicht satt um mich danach an den Abstieg zu machen.

Blick auf den Drachenfels und Bonn

lange Beine

Von hier folge ich dem Rheinsteig nach Bad Honnef hinab. Vorbei an Tannen und über lichte Waldwege geht es nun nur noch runter. Dieses mal allerdings nicht so steil, wie beim Aufstieg.

Mein Schatten macht mir „lange Beine“ und an einer Weggabelung verlasse ich den Rheinsteig um nach einem Zick-Zack auf einem naturbelassenen und einsamen Abschnitt den Abstieg fortzusetzen.
.

Naturbelassen und EinsamDer Weg ist gut erkennbar, gehört jedoch eher zu der Sorte, die offenbar selten frequentiert wird. Im Sommer könnte hier einiges zugewachsen sein, aber jetzt raschelt das Laub unter den Füßen und der Boden federt weich unter mir.

An einem Hochsitz zeigt mir sowohl Karte als auch das GPS einen Pfad zur Straße hinab, der mich auf einem kurzen Stück wieder zum Auto führen soll. Ich selber kann den Pfad durch das Laub kaum erkennen und halte mich einfach in Richtung des Hauses und der Gartenhütte. Die Stufen hinab zeigen jedoch, dass es den Pfad hier geben muss und über die kleine Privatstraße gelange ich dann auch wieder zur Schmelztalstraße und dem gegenüberliegenden Parkplatz.

Mein Fazit:

Eigentlich ist mir da eine nette VariantePfade gelungen, die immerhin ein paar schöne Pfade und sonnige Abschnitte bot. Die Aussichtspunkte wie die Schaaffhausenkanzel, der Breiberg und die Löwenburg runden das Ganze ab.

An Pfaden kommen auf dem 11km langen Rundweg (450 hm) insgesamt 6,6 km zusammen, der Rest sind Forst- oder Waldwege (4,4 km).

Die Sonne kommt durchImmerhin gab es – trotz des regnerischen Wetters die Tage zuvor – nur wenige Stellen, die total matschig waren. Durch das fehlende Laub konnte ich auch mitten im Wald eine Menge Sonne genießen, im Sommer bietet die Runde genügend Schatten.

Bis auf das Annatal und an der Löwenburg hab ich unterwegs nur vereinzelt Wanderer angetroffen und war abschnittsweise sogar alleine unterwegs. Der Parkplatz im Schmelztal ist kostenlos und wenig frequentiert. Für eine Einkehr bietet sich der Löwenburger Hof an.

Weitere Wandervorschläge in und um das Siebengebirge findet Ihr hier.

Hier der GPS-Track und ein paar Bilder

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Über Angelica Hocke

Wandern | Bloggen | Outdoor | Reisen | In meinem Blog gibt es Berichte zu Touren mit und ohne GPS, Tipps zu Equipment, Tourenplanung, News und allem rund ums Wandern in NRW & Rheinland-Pfalz ebenso Reiseberichte zu den schönsten Wanderregionen. Du findest mich auch auf Facebook, Google+ und bei Twitter
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14 Antworten zu Sonntagsrunde durch das Siebengebirge

  1. Dennis Eipel schreibt:

    Na bei den sommerlichen Temperaturen und diesem wunderschönen blauen Himmel merkt man gar nicht, dass eigentlich Winter sein sollte. 🙂

    • Angelica Hocke schreibt:

      Naja, sommerlich wäre jetzt übertrieben, ganz so warm war es Sonntag nicht. Aber heute war hier echt Frühling in Bonn. Ohne Ende Vogelgezwitscher und milde 14 Grad. Aber im Januar? 😯
      Teilweise haben die Bäume schon kleine Knospen… wenn das jetzt noch mal kalt wird, dann ist alles hinüber.

  2. Den Verlauf des Rheinsteigs finde ich im Siebengebirge nicht so gelungen. Macht aber nix, denn es gibt sehr schöne Alternativen! Und Du hast Dir mal wieder gute ausgesucht, Angelica. Prima!

    Mensch, die Löwenburg. Hatte ich schon erwähnt, das die Löwenburg mein Lieblingsberg im Siebengebirge ist? Ich finde die einfach super, alleine wegen der Ruine und dem Ausblick.

    • Angelica Hocke schreibt:

      Ja, ich glaube irgendwo hast Du das schon geäußert. Ist aber auch schön da oben und das ein oder andere Mal hatte ich (meist innerhalb der Woche oder Samstags) sogar das Glück, dort sogar alleine sein zu können.
      Dank Dir & viele Grüße

  3. Peter schreibt:

    Hi Angelica

    das is wirklich ne Schöne Tour die du da gefunden hast. etwas abseits der Üblichen Routen im Siebengebierge und auch im Sommer is das wenig los auf der Strecke. Ich werd mir mal die GPS daten ziehen denn ich verlauf mich gern mal am Tretschbachtal und land dann im Ort weil ich denn keine weg nach Oben verpennt habe. 🙂

  4. Michael Deurer schreibt:

    Hallo Angelica,
    so ganz allein ist man auf der Löwenburg wohl nie. Ist aber auch einfach nur schön dort.
    Noch eine herrliche Ecke ist der Stenzelberg. Schade, das hier nicht der Rheinsteig vorbei führt.
    Guss aus Troisdorf

  5. Sylvi Fengler schreibt:

    Liebe Angelica,
    ich freue mich immer auf Deine schönen Wanderberichte und bei Deinen Fotos seufze ich oftmals. Du hast ein Auge für die Natur!
    Nach einem langen Arbeitstag ohne Aussicht auf frische Luft ist es besonders angenehm, Deine Berichte zu lesen.
    Vielen Dank!
    Liebe Grüße, Sylvi

    • Angelica Hocke schreibt:

      Dank Dir Sylvi 🙂
      Mir war es durch die Arbeit heute auch nicht vergönnt die Frühlingshaften Temperaturen und die Sonne in Bonn zu genießen.
      Aber am Wochenende soll es ja abermals sonnig werden, vielleicht schaffst Du es dann ja auch mal raus.
      Ganz liebe Grüße schickt Angelica

  6. Gert schreibt:

    Hallo Angelica!

    Hmmm, was habe ich mir denn unter einem „Balkonweg“ vorzustellen? Gibt es das bei uns in Ö auch?

    Liebe Grüße,
    Gert

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