Frühling, Pfade & Siebengebirgsblicke rund um den Heiderhof

Nach dem Motto: „Warum in die Ferne schweifen, wenn ich doch alles vor der Tür habe“ ging es am Sonntag auf einen Rundweg rund um meinen Wohnort, den Heiderhof.

Der Heiderhof ist ein Ortsteil von Bonn und gehört zu Bad-Godesberg, liegt oberhalb des Rheintals auf 180 m ü. NHN und grenzt an das Drachenfelser Ländchen bei Wachtberg.

Blick auf das SiebengebirgeRund um das Wohngebiet liegt der Heiderhofer Wald in dem sich herrlich wandern lässt.

Sogar der Europäische Fernwanderweg E8 führt nur wenige Hundert Meter von meiner Wohnung entfernt durch den Wald und teilt sich zwischen Bad Godesberg und Bingen die Strecke mit dem linksrheinischen Rheinhöhenweg.

Doch es gibt jede Menge schöner Pfade, die hier durch den Wald führen und Wiesenwege mit Blick auf das Siebengebirge. So lassen sich hier die verschiedensten Varianten laufen. Eine meiner Lieblingsstrecken möchte ich daher gern vorstellen.

LungenkrautDer Startpunkt ist in der Nähe des Waldfriedhof Heiderhof hinter einem Hochhaus. Schon auf den ersten Metern entdecke ich die ersten Blumen wie z.B. das Lungenkraut am Wegesrand.

Nur ein kleines Stück über den Waldweg und schon geht es auf den ersten Pfad entlang von Kiefern und Tannen. Auch die Buchen sind mittlerweile regelrecht explodiert und das satte Grün der Blätter erstrahlt.

Waldpfade

Hier liegen auch mal Baumstämme mitten über dem Weg. Ein Hund springt mir freudig darüber entgegen und beschnuppert mich zur Begrüßung, auch wenn der Besitzerin das grad nicht so angenehm ist und sie sich bei mir entschuldigt. „Och, solang der mich nicht frisst“ entgegne ich, wünsche noch einen schönen Sonntag und streife den schmalen Pfad weiter entlang.

KiefernwaldAuf dem Waldboden sprießen schon die Maiglöckchen, auch wenn die Blüten noch geschlossen sind.

Was ich hier ganz besonders mag, sind meine geliebten Kiefern mit ihrer rauen Borke, die hier überall wachsen. Hier ist der Boden ganz weich und gibt bei jedem Schritt nach.

Bald treffe ich auf den Rheinhöhenweg, dem ich ein Stück folge und dann nach rechts abbiege, damit ich weitere Pfade unter die Sohlen nehmen kann.

Pfade entlang der Weiden

Weißer BlütenteppichDiese führen oberhalb der Weiden entlang.

Im Sommer stehen hier Kühe und haben sogar freie Sicht auf den Posttower und das Rheintal.

Neben den Wiesen wächst Acker-Hornkraut, zunächst nur vereinzelt, ein Stück weiter breiten sich die zarten Blüten wie ein weißer Teppich vor dem Zaun aus.

Buntes BildEs geht an den Häusern vorbei und ich biege auf einen Asphaltweg neben den Weiden ab.

Auch hier bieten die Blumen ein buntes Bild auf dem Weg, der leicht hinabführt.

Fast könnte man meinen, man wäre irgendwo im Bergischen Land oder der Eifel unterwegs, dabei liegen das Wohngebiet nur wenige Hundert Meter hinter mir.

Ländliche Idylle

Auf dem RheinhöhenwegDen Posttower im Blick kann ich später sogar die Godesburg sehen.

Auch das ehemalige Kloster Marienforst, nun ein Geo-Institut, kann ich von hier erkennen.

Für mich geht es links ab und ich treffe wieder auf den Rheinhöhenweg, der nun oberhalb der Felder an einigen Gärten mit blühenden Obstbäumen vorbei führt.

Mühle WattendorfWährend der Rheinhöhenweg nun nach links hinaufgeht, biege ich nach rechts über einen Schotterweg hinab und komme an der Mühle Wattendorf, einem Anwesen aus Fachwerk, welches neben dem Godesberger Bach und der Pescher Straße liegt.

Vom tiefsten Punkt der Tour führt der Weg nun ein Stück parallel zu der gut befahrenen Landstraße.

Dieser Wegeabschnitt ist naturbelassen und wechselt zwischen Wiesen- und Waldwegen durch Buchen- und Tannenwald ab. Hier ist so gut wie nie jemand unterwegs und so gewinne ich langsam wieder an Höhe.

Es geht wieder hinauf

Rasthütte auf der Hälfte des WegesOben angekommen treffe ich auf einen Forstweg, der mich weiter durch den Wald leitet. Als ich die Rasthütte erreiche, liegt die Hälfte der Strecke hinter mir.

Im Winter hab ich hier im Schnee auch schon mal einen Tee ausgepackt, aber heute geht es für mich weiter.

Ich verlasse den Forstweg und habe wieder weiche Pfade unter den Sohlen, welche mich später immer in der Nähe der Felder entlang führen.

Pfade am WaldrandHier wachsen Waldveilchen zwischen alten Baumstämmen, die hier vermodern dürfen. An einer Stelle kann ich schon die Löwenburg erkennen und wenig später gelange ich an einem Hochsitz ins Freie.

Vor mir liegen Felder und das Siebengebirge. Nach dem einsamen Waldabschnitt treffe ich dann auch wieder auf andere Spaziergänger und Radfahrer, die den sonnigen Tag nutzen.

Erster Blick aufs Siebengebirge

Es blühtEin Stück über den Feldweg, dann geht es vor einer Obstplantage über Wiesenwege weiter.

Die Erdbeeren werden noch ein wenig brauchen, die Apfelbäume blühen bereits.

Eine Kehre führt mich an einem Zulauf des Wittgesbachs vorbei.
.

Bald trinken hier Kühe aus dem BachIn wenigen Wochen stehen hier Kühe auf den Weiden und trinken aus dem Bach.

Auch auf diesem Abschnitt trifft man nur vereinzelt auf Spaziergänger, die wohl die geteerten Wege oberhalb dieser schönen Wiesenwege hier vorziehen. Sei es drum 😉

Das Siebengebirge im Blick geht es weiter. Egal wie oft ich hier unterwegs bin, kann ich mich der Faszination dieser Aussicht nicht entziehen.

Was für eine Aussicht

Der letzte AbschnittAn einer Rastbank verlasse ich den Weg und treffe wieder auf den Rheinhöhenweg, dem ich nun weiter folgen werde.

Eine Holzbrücke bringt mich über den Wittgesbach, an den Schrebergärten vorbei und weiter durch den Wald hinauf.

Hier wurde in den letzten Monaten ordentlich abgeholzt und es sieht recht wild aus. Immerhin ist der Weg frei und bringt mich wieder zum Ausgangspunkt zurück.

Mein Fazit:

Hier lässt sich nicht nur herrlich wohnen, sondern sogar prima wandern. Die von mir konzipierte Runde von 10 km (250 hm) hat immerhin 53% Pfade und Wiesenwege, 25% feste Waldwege und nur 22% Asphalt. Da kann man sicher nicht meckern.

Auf dem 1,3 km langen Abschnitt ab der Mühle bis hinauf sind nur Naturwege, die nach viel Regen auch mal matschig sein könnten. Die anderen Pfade sind meist entlang der Kiefern, deren Boden das besser ausgleichen kann.

Hier kann man zu jeder Jahreszeit unterwegs sein und oft genug hab ich mir in die Regenjacke gepackt und bin einfach losmarschiert. Bewegte Bilder gibt es im Beitrag der Lokalzeit-Bonn, die letzten Sommer mit mir hier unterwegs waren und zeigen, dass man oft gar nicht so weit rausfahren muss und auch schönes direkt vor der Haustür erleben kann.

Hier der GPS-Track zur Tour und die Wanderkarte zur Übersicht, auf der der Rheinhöhenweg zur Orientierung eingezeichnet ist.

Einkehren kann man nach der Tour im Heiderhof-Center. Dort gibt es ein Eiscafé und einen Italiener.

Ich wünsche viel Spaß beim erkunden meiner „Homezone“ oder eigenen Exkursionen rund um Euren Wohnort 🙂

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Über Angelica Hocke

Wandern | Bloggen | Outdoor | Reisen | In meinem Blog gibt es Berichte zu Touren mit und ohne GPS, Tipps zu Equipment, Tourenplanung, News und allem rund ums Wandern in NRW & Rheinland-Pfalz ebenso Reiseberichte zu den schönsten Wanderregionen. Du findest mich auch auf Facebook, Google+ und bei Twitter
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17 Antworten zu Frühling, Pfade & Siebengebirgsblicke rund um den Heiderhof

  1. mwhikingtrail schreibt:

    Sehr schön hast Du es da. Für einen Abstecher was frische Luft tanken – genau das richtige. Ich habe den Wald auch gleich vor der Tür …… Na gut ca 1 km

    LG Micha

  2. Helmut schreibt:

    Danke Angelica, das ist wieder ein eindrucksvoller Bericht mit tollen Bildern. Macht Spaß zu lesen, man ist hautnah dabei, als wäre man mit gewandert. Auch immer wieder schön: der Blick auf die kleinen Wunder am Wegesrand.

  3. Harald Winter schreibt:

    vielen Dank Angelica. Es zeigt sich immer wieder, dass man eigentlich gar nicht in die Ferne reißen muss um schöne Fleckchen zu sehen. Das gute liegt manchmal so nah vor der Tür. Schöner unterhaltsamer Bericht mit tollen Fotos. 🙂

  4. Alex schreibt:

    Hey Angelica,

    wie weit war der Hügel mit der Burgruine entfernt und welche Ruine ist das? Du hast das Bild immerhin zweimal gebracht, da muss ich einfach nachfragen! 😉
    Könnte die Drachenfels sein, oder?

    Schöner Bericht, der Lust auf mehr Frühling macht! Dankeschön.

    cheers

    Alex

  5. Frank Formann schreibt:

    Als interessierte Leser des Blogs und gelegentliche „Nachwanderer“ der Strecken hatten wir – meine Frau und ich – uns gestern diese Route vorgenommen. So lernten wir auch einen neuen Stadtteil von Bonn kennen. Das Panorama des Siebengebirges sowie die Blüte der Obstbäume hat uns sehr gut gefallen – vielen Dank. Wir werden weiter die Wanderberichte verfolgen.

  6. Oliver Luckner schreibt:

    Hallo Angelica,

    gestern sind wir zwischen Frühstück und Mittag eine verkürzte Variante Deiner Heiderhof Tour gegangen und es hat uns richtig gut gefallen. Ich muss gestehen, ich wäre nie auf die Idee gekommen auf dem Heiderhof zu wandern, obwohl wir auch in Bad Godesberg leben… 😉

    Wenn Du Lust hast kannst Du hier (http://t.co/XPFBzdpZkV) gern einmal schauen, ich habe die Kurzvariante Deiner Tour mit Viewranger aufgezeichnet. Bei Gelegenheit stelle ich sie auch etwas aufwendiger auf dem Portal http://www.gps-tour.info bereit.

    Wir mögen insbesondere Wanderungen auf schmalen, versteckten Pfaden und freuen uns deshalb immer wieder über die Anregungen, die Du uns mit Deinem Blog gibst.

    Viele Grüße
    Oliver

    • Angelica Hocke schreibt:

      Hallo Oliver
      freut mich, wenn ich sogar Godesberger hier auf den Heiderhof locken kann 😉
      Am Ende habt Ihr leider die schönste Passage mit dem Wiesenweg und Blick aufs Siebengebirge gekürzt. Naja… ein guter Grund, ein zweites Mal hier hoch zu kommen und das nachzuholen.
      Danke für Euer Feedback und weiterhin viel Freude beim Wandern
      Angelica

  7. Pingback: Bonn zu Fuß: Rund um den Heiderhof | Bonn EntdeckenBonn Entdecken

  8. Pingback: Es gibt so viel zu entdecken: Bleib Neugierig! | WandernBonn.de

  9. Ute schreibt:

    Hallo Angelica,
    wir schauen immer von der anderen Rheinseite zu euch rüber und kürzlich entdeckte ich die Beschreibung deiner „Frühlingstour“ rund um den Heiderhof. Also nichts wie los und: auch Mitte Oktober lohnt sich dieser Weg auf jeden Fall! Gelbe Blätter, leuchtend rote Pfaffenhütchen und reife Äpfel haben wir statt der Maiglöckchen und Apfelblüten gefunden…Deine Beschreibung war sehr hilfreich und exakt, nur an dem naturbelassenen Weg parallel zur Pescher Straße haben wir vor lauter Riesenspringkraut den Abzweig nicht gesehen und sind mal etwas ratlos 200m über Wiese und Bach gestolpert 🙂
    Aber dank Gps konnten wir dann doch noch den fast zugewachsenen Einstieg Richtung Forstweg entdecken und weiter ging`s ohne Probleme.
    Vielen Dank, auch für die tollen Fotos, und wir schauen gerne mal wieder hier vorbei!
    Ute

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