Der Traumpfad Hochbermeler im Winter

Von Winter kann derzeit wohl kaum die Rede sein, wenn man dem morgendlichen Gezwitscher der Vögel lauscht. Die Natur ist irgendwie durcheinander. Wohlgeordnet ist hingegen meine Statistik der Traumpfade und dort fehlen mir noch vier an der Zahl, u.a. der Hochbermeler in der Osteifel.

Neugierige BlickeUnterhalb von Fensterseifen im Elztal, dem Ziel meiner Reise am vergangenen Samstag, weist allerdings bereits in der ersten Kurve ein Schild auf die „angespannte Parksituation“ im Ort hin.

Obwohl ich weit & breit keine Autos sehe, stelle ich den kleinen Smart brav dort ab und marschierte die 400m Richtung Dorfzentrum. Vorbei an neugierig dreinblickenden Schafen erblickte ich ein Stück weiter die übliche Traumpfade-Tafel inmitten schnuckeliger Fachwerkhäuser.

Frost

Neben dem Wiesenweg, der in den Wald führt, glitzert Frost auf Blättern und Gräsern. Immerhin ein „Hauch von Winter“.

Mehr Frost hätte ich mir auf dem folgenden Abschnitt gewünscht, denn dann wäre das Geräusch unter meinen Sohlen eher ein „eisiges Knirschen“ als ein „schlüpfriges Schmatzen“ gewesen.

Ich verstehe einfach nicht, wie ich es immer wieder schaffe, selbst auf so kurzen Abschnitten den Matsch bis in Wadenhöhe zu bekommen… 🙄

So dekoriert geht es dann – immerhin matschfrei – in Richtung Schälskopf. Durch Buchen- und Tannenwald gelange ich auf dem Traumpfad erstmals ins Freie.

Blauer Himmel

Schälskopf - ein erloschener VulkanEin Wiesenweg führt mich im Zickzack durch die offene Landschaft und auf einen sehr außergewöhnlich aussehenden Baum zu. Das tote Gehölz ist mit Moosen und Pilzen besetzt und den typisch orangefarbenen Wegweisern dekoriert.

Diese weisen Richtung Wald und es geht auf einen Pfad über einen mit Steinmanderln gesäumten Hügel hinweg, der ein Rest eines erloschenen Vulkans ist, quasi ein „Minivulkan“.

Vorbei an einem Insektenhaus verlasse ich wenig später den Wald und darf mich auf Feldwegen an der weiten Eifellandschaft sattsehen.

Weite Eifelblicke

EifellandschaftDie Felder sind um die Jahreszeit auch wenig spannend also lasse ich den Blick schweifen.

Der Wegeverlauf sorgt mit verschiedenen Richtungswechseln für die entsprechende Abwechslung

Ein Pfad führt zum Heunenhof hinab und an einem kleinen Teich vorbei.

Der Tümpel am HeunenhofDie Sonne glitzert auf dem Wasser und der Rastplatz kurz dahinter kommt mir grade Recht. Bei meiner Pause mit Tee und Keksen begegnet mir dann auch das erste Mal jemand.

Allerdings ist es kein Wanderer, sondern eine Hundebesitzerin, deren Hunde einen wohlbeherzten Sprung in den kleinen Tümpel machen und klitschnass freudig davon pesen.

Die Hunde sind schon längst außerWaldweg in Richtung Köhlerhütte Reichweite, als ich aufbreche um den Weg fortzusetzen. Zunächst geht es weiter über Feldwege durch das Kimpelbachtal an dem Bach entlang und dann durch Tannenwald hinauf in Richtung Köhlerhütte.

Eine kleine Schleife führt an der gemauerten Hütte entlang. Wirklich viel gibt es hier nicht zu sehen und auch keine Tafel weist auf die Historie hin.

Es geht weiter bergan - Der Blick zurückEin schnuckeliger kleiner Pfad führt mich über Wurzeln und durch Tannen über eine Brücke, um später über Wiesenwege wieder ins Freie zu gelangen. Es geht immer noch bergan und in einer großen Schleife – weiterhin mit Weitsicht – in Richtung des Hochbermel.

Zwischen Tannen folgt noch eine „schlüpfrige Stelle“ und wenig später ist die Aussichtskanzel an der Abbruchkante des ehemaligen Steinbruchs erreicht.

Von hier habe ich nicht nur einen genialen Blick auf die Strukturen des erloschenen Kraters, sondern kann sogar die Burgen in Monreal erkennen, die knapp 6km entfernt liegen. Der Steinbruch wurde nach der Stilllegung in den 70er Jahren von der Natur zurückerobert und ist nun ein wahres Biotop.

Blick von der Kanzel auf Monreal und die Burgen

Ab hier beginnt für mich der schönste Teil der Tour und ausschließlich über Pfade gelange ich zu einer Bank mit diesem traumhaften Blick:

Das nenn ich mal ne schöne Aussicht

Blick in Richtung Nürburg und Ring-Racer

Ganz weit hinten erkenne ich die Nürburg und sogar der Ring-Racer ist mit bloßem Auge zu erfassen.

In Blickrichtung liegt auch der Traumpfad Booser Doppelmaartour, auf dem ich vor 3 Monaten unterwegs war und einen herrlichen Sonnenaufgang genießen konnte.
.

Der BalkonwegDieser Abschnitt auf dem Balkonweg mit seinen trockenen Gräsern hat selbst mitten im Winter irgendwie was von Sommeridylle. Herrlich!

So drossel ich das Tempo um diese Stimmung möglichst lange aufzunehmen und sehe und fühle mich satt.

Nun ist es nicht mehr weit und noch kurz durch den Ort erreiche ich nach 3,5 Stunden wieder mein Auto.

Mein Fazit:

Feldwege

Die 10 km Runde ist abwechslungsreich und wechselt schön zwischen Wald und offenen Flächen ab.

Die 360 hm fallen kaum ins Gewicht und die Tour ist eher leicht, auch wenn sie als Mittelschwer deklariert wird.

Jetzt im Winter kam bei mir nicht ganz so viel Wanderflow auf, was auch an den Feldern liegt, die im Sommer mit Sicherheit noch mal ganz anders wirken. Es gibt eine ausgeschilderte 1,9 km lange Verbindung zum Traumpfad „Monrealer Ritterschlag“. Ambitionierte Wanderer können beide Wege im Sommer zu einer 27 km Tour kombinieren.

RastplatzImmerhin kam mir an diesem Samstag lediglich ein Wanderpärchen entgegen, ansonsten hatte ich den Traumpfad ganz für mich alleine. Hat ja auch was 😉

Durch die vielen naturnahen Wege muss man jetzt im Winter mit einigen matschigen Stellen rechnen. Es hält sich aber noch in Grenzen und kann relativ gut umgangen werden.

Der letzte Abschnitt hat es jedenfalls rausgehauen. Nee, wat schön… Durch die Parksituation empfiehlt die Seite der Traumpfade, am Alten Sportplatz in Bermel zu starten. Von hier würde man allerdings über den ausgeschilderten Zuweg direkt an dieses schöne Teilstück gelangen. In dem Fall würde ich die Richtung entgegen dem Uhrzeigersinn empfehlen, damit dieser traumhafte Abschnitt dann wieder am Schluss der Strecke liegt.

Hier noch ein paar Links:

Und ein paar Eindrücke:

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Über Angelica Hocke

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14 Antworten zu Der Traumpfad Hochbermeler im Winter

  1. mwhikingtrail schreibt:

    Hallo Angelica,
    ich dachte mir das du auch unterwegs warst. Schöne Bilder und Eindrücke zeigst du uns wieder.
    Ich hatte gestern nicht das Glück so fast alleine unterwegs zu sein. In Heimbach war besonders nach der Mittagszeit richtig was los.
    Aber da war ich schon fast am Auto. 😉
    Besonders das Bild bei deinem Fazit finde ich sehr gelungen. In großer Auflösung würde ich es mir glatt aufhängen.
    Wünsch dir eine schöne Woche.
    LG Michael

    • Angelica Hocke schreibt:

      Hallo Micha
      Deine Tour hab ich ja gestern schon bestaunt und um die Erbsensuppe sogar richtig beneidet. Wir waren früher mit meinen Eltern oft dort und bei meinem letzten Besuch vor 2 Jahren hat die noch genauso gut geschmeckt, wie ich sie in Erinnerung hatte 😉
      Was den Traumpfad angeht, hab ich allerdings keine Ahnung, was da Sonntags so los ist. Ich persönlich gehe die Traumpfade lieber Samstags oder – sofern ich frei habe – innerhalb der Woche.
      Schicke viele Grüße in die Eifel
      Angelica

  2. Ulrich Siewers schreibt:

    Liebe Angelica,
    wie immer ist das Lesen Ihrer Tourenerlebnisse ein Genuss. Was den „Hochbermeler“ angeht, hätte Ihnen mein Beitrag unter http://www.osteifel-aktiv.de/626401/654301.html sicher noch einige weitere Highlights beschert, die leider auch die Macher des „Hochbermelers“ ignoriert haben.
    Bis bald mal wieder,
    der Wanderschreiber Ulrich

  3. Sascha schreibt:

    Hallo Angelica,
    was den Traumpfad Hochbermerler angeht, kann ich dir nur zustimmen. Ich bin die Strecke letzten Oktober gegangen und hatte mir da auch schon überlegt das im Sommer, wenn die Felder noch nicht abgeerntet sind, der Weg bestimmt nochmal so schön ist. Und auch wenn der Weg jetzt nicht gerade die Highlights besitzt, war es doch eine wirklich tolle Tour, die mir vor allem wegen der Ruhe in Erinnerung geblieben ist. Mir ist auf der ganzen Strecke niemand begegnet. Anders war es letztes Wochenende, da war ich auf dem Bergheidenweg. Und da herrschte echt Hochbetrieb. War trotzdem schön.
    Gruß Sascha

    • Angelica Hocke schreibt:

      Hallo Sascha
      auf der Traumpfade-Seite wird auch der Zeitraum von April bis Oktober empfohlen. Aber man kann ja nicht den ganzen Winter untätig rumsitzen 😉
      Von daher war es ein erstes „Beschnuppern“ und im Sommer ergibt sich vielleicht die Gelegenheit ihn ein weiteres Mal zu erkunden.
      Der Bergheidenweg ist eigentlich mein Lieblingsweg im Winter, aber da war ich in den letzten Jahren schon so oft, das es mal was anderes sein durfte. Dort ist – wie Du schreibst – an den Wochenenden einfach deutlich mehr los.
      Gut, das wir so viel Auswahl haben 😉
      Dir weiterhin viel Spaß und viele Grüße
      Angelica

  4. Gert schreibt:

    Ach, ihr habt also auch so einen tollen Winter wie wir? Ich „musste“ letzte Woche schon wieder weitwandern anstatt auf Skitour gehen zu können. Und wie ich sehe, hast du das Wetter auch perfekt genützt! 😉

    • Angelica Hocke schreibt:

      In unseren Breiten ist ein milder Winter zwar nicht ganz so ungewöhnlich, aber immerhin gab es in den letzten Jahre zwischendurch mal die Möglichkeit für Schneetouren. Drück Dir jedenfalls die Daumen, das deine Skier diesen Winter nicht verstauben 😉

  5. entdeckergreise schreibt:

    Ganz toller Bericht und das Bild mit dem Blatt ist der Hammer! LG Monika

  6. Norbert Daniel schreibt:

    Hallo Angelica,
    an den Hochbermeler denke ich mit gemischten Gefühlen zurück. Am 12.September 2010 bin
    ich da von einem furchtbaren Platzregen heimgesucht worden, beim Wiederholungslauf ein Jahr später war dann die Welt in Ordnung, besonders an den Aussichtspunkten Richtung Nürburg. Da ich „leider“ alle Traumpfade schon durch habe und bei dem milden Wetter keine Winterpause notwendig ist, war ich bereits mehrfach auf dem brandneuen Moselsteig unterwegs. Teilweise etwas anstrengend, aber die Ausblicke sind atemberaubend. Freu Dich drauf, dieser Weg stellt alles bisherige in den Schatten. Bilder habe ich keine gemacht, da warte ich geduldig auf Deine kommenden Fotos, die sind ohnehin unerreichbar und einzigartig.

    Liebe Grüße

    Nobby aus Koblenz

    • Angelica Hocke schreibt:

      Hallo Nobby
      auch ich habe Traumpfade zum Teil ein zweites Mal erkundet, obwohl ich noch nicht alle kenne. Grade die kürzeren sind jetzt für den Winter ideal. Hauptsache raus 😉
      Auf den Moselsteig bin ich auch gespannt und werde da sicher die eine oder andere Etappe erkunden.
      Danke für die netten Worte und viele liebe Grüße nach Koblenz
      Angelica

  7. Nic schreibt:

    Hallo Angelica,
    das sieht nach einer tollen Tour aus, die man auch als Einsteiger bewältigen kann. Mir hat dein Blog gefallen, schaue nun öfters vorbei. Viele Grüße

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