Ein Hauch von Frühling im Siebengebirge

Bei 14°C, strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel hält es mich heute nicht lange im Büro. Also ab ins Siebengebirge um eine weitere Tour aus der Wanderfibel Siebengebirge zu machen. Der Weg Nr. 3 mit dem Namen: „Klosterlandschaft Heisterbach“ sollte es sein.

Chorruine Kloster HeisterbachEin knapp 11km langer Rundweg der vom Kloster Heisterbach zum Weilberg, dann zum Stenzelberg, Nonnestromberg und zum Petersberg führt. Zurück geht es durch Oberdollendorf und die Weinberge zum Ausgangspunkt.

Laut Wanderfibel waren dafür ca. 3 Std. veranschlagt. Das müsste doch zu schaffen sein. Den Track hatte ich vorsorglich heute Morgen heruntergeladen und mir die Wanderklamotten ins Auto gepackt, damit ich mich direkt vom Büro aus auf den Weg machen konnte.

Ein paar Dinge waren anders als bei den letzten Touren: Es fehlte was. Zum einen die Kanne heißen Tee (bei den Temperaturen wohl nicht von Nöten, zumal ich auf einer sonnigen Terrasse einen Kaffee inunterwegs auf weichem Laub der Sonne trinken wollte) und zum zweiten: *räusper* Achtung, jetzt wird´s intim… die lange Ungerbux 😉

Während ich so unterwegs war fiel mir aber noch mehr auf, das heute anders war.

Kein knirschen von Schnee unter den Sohlen… Nein, kleine Äste knackten unter den Schuhen, Laub raschelte und ich spürte weiche Erde. Hach, das war jetzt wirklich gefühlte zwei Monate her, das ich wieder so „ursprünglich“ unterwegs sein konnte.

Kloster HeisterbachAber zunächst wollte ich vom Parkplatz am Kloster einen Blick hinter die Mauern werfen und flanierte ein wenig herum und machte die ersten Fotos. Noch ein wenig Sonne und dann blüht auch die Magnolie.

Von dort führt der Weg über die Straße und an einem kleinen Weiher vorbei. Graugänse hatten sich hier niedergelassen und schimpften laut vor sich hin.

Ich machte mich weiter auf und bog späterBasalt am Weilberg auf den kurzen Rundweg nach links zum Weilberg ab.

In dem stillgelegten Steinbruch hat man einen tollen Blick auf die Basaltformationen und den kleinen See. Nach rechts führt eigentlich der Rundweg weiter. Doch hier liegt ein Balken quer über dem Weg.

Hmm… nun gut. Alles was nicht hoch genug ist, das ich mit meinen kurzen Beinen nicht darüber, oder niedrig genug, das ich nicht drunter her krabbeln kann ist ja kein wirkliches Hindernis, also gehe ich den geplanten Weg hinauf. Eigentlich gut, denn genau oben erwartet mich ein Meer von Krokussen. Lila leuchtet der ganze Hang von diesen zarten Blüten und es duftet… der Wahnsinn. Frühling im Siebengebirge!

Die ersten Krokusse am Weilberg

Weiter geht es Richtung Stenzelberg. Hier war ich überall schon, bin jedoch andere Wege und Pfade herauf gekommen, also bietet mir dieser Rundweg sogar ein wenig neue Eindrücke.

Am Stenzelberg

Hier oben sehe ich eine Frau mit Hund, die ihre Spiegelreflex auf ein paar Weidenkätzchen richtet. Nein…. das kann doch nicht? Die Welt ist klein, das Siebengebirge scheinbar ein Dorf, also spreche ich sie an: „Inge?“

Ja, tatsächlich ist es die Frau, die bei Facebook die Seite „Wir sind rechtsrheinisch“ macht und dort viele wunderschöne Bilder aus dem Siebengebirge postet. Wir kommen ins Gespräch, plaudern und gehen ein Stück weiter.

Oben in den Felsen sehe ich einen MannStenzelberg mit bloßem Oberkörper. „Klettern die hier?“ frag ich Inge. „Nein, das ist verboten, der sonnt sich sicherlich“ sagt sie.

Als hätte er uns gehört, legt er sich dekorativ an die Kante des Felsens, verschränkt die Arme hinter dem Kopf und lässt sich die Sonne auf den drahtigen Bauch scheinen. So lass ich mir Frühling gefallen 😉

Ein Pfad zum NonnenstrombergNützt aber nix, wir können uns ja nicht die Beine in den Bauch stehen und müssen beide weiter. Am Einkehrhaus trennen sich unsere Wege, wir verabschieden uns, Boomer bekommt noch einen Knuddler und ich mache mich auf einen schmalen Pfad zum Nonnenstromberg auf.

In vielen Kehren und Wendungen führt der Pfad hinauf und bietet jetzt durch das fehlende Laub einen guten Blick auf den Ölberg und die Löwenburg.

Es geht wieder hinab, ein Stück offene Flächehoch zum Petersberg bietet Sonne und dem Rheinsteig folgend führt der Weg dann wieder zum Petersberg hinauf. Doch folge ich nicht dem Rheinsteig rechts außen herum, sondern steure die Terrasse des Hotels an.

Leider stehen draußen keine Tische und bei dem Wetter mag ich mich auch nicht reinsetzten. Also muss ich mit Wasser aus dem Trinkbeutel und ein paar Keksen vorlieb nehmen. Die Aussicht auf Drachenfels, das Rheintal und in die Eifel als auch auf mein Zuhause auf der gegenüberliegenden Rheinseite entschädigt. Warm genug ist es jedenfalls um es sich auf der Mauer hier bequem zu machen.

Blick auf das Rheintal

Allzu lange kann ich meinen Hintern aber nicht ruhig halten und eine Viertelstunde später geht es weiter. Ich folge demObstplantagen Rheinsteig und biege dann jedoch nicht rechts Richtung Kloster ab sondern folge geradeaus einem Pfad durch den Wald und werde dann über offene Fläche durch alte Obstplantagen geführt.

Nun kann ich auch die zahlreichen Kraniche sehen, die ich in den letzten Stunden gehört habe. Ich schätze die Gruppe so an die hundert Tiere, die lauthals ihre Kreise ziehen.

Blick auf den PosttowerDurch Oberdollendorf geht es durch ruhiges Wohngebiet und schmale Gassen bis zu den Weinbergen. Sonne pur in der offenen Lage. Auch hier sehe ich Weidenkätzchen an den Bäumen und kann den Posttower in der Ferne erkennen.

Nun folgt ein Abschnitt durch den Wald, an einem Bach vorbei und übers Feld und gut 3 Std. später bin ich wieder am Auto. Ein herrlicher Frühlingsnachmittag im Siebengebirge geht zu Ende.

Mein Fazit:

Ein gelungener Rundweg, der auch im Frühjahr an einem Nachmittag zu machen ist. Die Wege sind zwar vielfach breitere Wege, aberoffener Abschnitt vor dem Petersberg es gibt auch noch einen guten Anteil an Pfaden. Matsch gab es nur an wenigen Stellen und der war gut zu umgehen.

Auch wenn ich im Siebengebirge schon viele Ecken kenne, gab es bei der Tour auch für mich noch Neues zu entdecken und Wege die mir bis dato unbekannt waren.

Für eine relativ kurze Strecke sind auch ne Menge Highlights dabei, wie das Kloster, der Stenzelberg, der Petersberg und die Weinberge von Oberdollendorf (im Herbst sicher ein Traum).

BlütenDa es im Rheintal doch ein paar Grad wärmer ist, merkt man deutlich, das die wenigen Sonnenstunden gereicht haben, damit alles erwacht. Nun brauch es vielleicht noch 2-3 Wochen und dann kommt dort das erste Grün heraus (letztes Jahr war ich Ende März ein Stück oberhalb zwischen Ennert und Oberdollendorf unterwegs und konnte das erste Grün erhaschen)

Den Track (GPX und Google Earth) bekommt man auf der Seite Siebengebirge.de

Hier mein Track mit weiteren Fotos: Wanderfibel Siebengebirge – Weg 3 – Klosterlandschaft Heisterbach

Advertisements

Über Angelica Hocke

Wandern | Bloggen | Outdoor | Reisen | In meinem Blog gibt es Berichte zu Touren mit und ohne GPS, Tipps zu Equipment, Tourenplanung, News und allem rund ums Wandern in NRW & Rheinland-Pfalz ebenso Reiseberichte zu den schönsten Wanderregionen. Du findest mich auch auf Facebook, Google+ und bei Twitter
Galerie | Dieser Beitrag wurde unter Rhein, Siebengebirge, Wanderungen abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

18 Antworten zu Ein Hauch von Frühling im Siebengebirge

  1. vagabund79 schreibt:

    Hallo Angelica
    Diese Tour bin ich dir endlich mal voraus 😀 , deine letzte Tour Habe ich auch mit Begeisterung gelesen, in der ecke war ich bisher noch nicht, auch weil es sehr sehr weit ist von mir aus.

    Ich war aber heute auch unterwegs und bin den Rhein-Burgen-Weg von Winningen bis Koblenz bzw Ehrenbreitstein gelaufen 🙂

    Es freut mich immer wieder wenn ich bei dir Anregungen für neue Touren oder Ideen finden kann 🙂
    Ne Tolle sache mit den Blogs, leider kann man nicht alle ständig schauen 😦 , ich habe mich auf die beschränkt die in meiner Umgebung liegen, bzw bei denen sehr viele Wanderungen in meiner Umgebung sind 🙂

    Leider solls ja wieder richtig Winterlich werden 😦 vielleicht kannst du ja doch noch mal ne Schneeschuh Tour machen 😉

    Liebe grüße markus

    • Angelica schreibt:

      Hallo Markus
      bin gespannt, was da wettertechnisch nächste Woche so auf uns zu kommt. Naja, solange die Pflanzen das mitmachen…
      Dieses hin- und her ist auch blöd irgendwie.
      Und Schnee? Hmm… ich würde nicht Nein sagen 😉
      Liebe Grüße Angelica

      • vagabund79 schreibt:

        Hallo Angelica
        Ich wäre ja dafür das es so bliebe wie gestern oder heute 🙂 , ich bin diese Dunkelheit ohne sonne Schnee und Kälte einfach satt. Das war so schön gestern in Koblenz, hätte nie aufhören dürfen . Mal schauen ob ich wenigstens morgen nochmal ne Wanderung machen kann, bzw etwas eher frei bekomme. Ab Sonntag soll wohl Schnee kommen 😦
        Ich habe auch unterwegs so vieles Blühen gesehen, da geht einem gleich das Herz auf.

        Liebe grüße hinters Siebengebirge Markus 😀

  2. Jens schreibt:

    Die Krokusse sind der Hammer!

  3. Manfred Bauer schreibt:

    Danke, einfach schön das Siebengebirge.

  4. Hexen Zauber schreibt:

    Sehr sehr schön wieder! Und vor allem die tollen vielen Krokusse…….Hammer!
    Danke fürs Teilhaben lassen!
    Liebe Grüße Conny

  5. Sonja schreibt:

    Hallo Angelica!

    Mensch, bei Euch ist wirklich schon Frühling! Seufz. Blumen. Laub, das unter den Füßen raschelt. Bei uns knirscht nur der Schnee unter den Schneeschuhen. Ich mag den Winter schon, aber heuer sehne ich mich schon nach Frühling mit frischem Frühlingsgrün an den Bäumen und vielen bunten Blumen. Muss ich halt derweil Deine Photos anschauen. …und hoffen und warten, dass der Frühling auch bei uns mal Blüten treibt. Ich gebe die Hoffnung nicht auf 😉

    Liebe Grüße
    Sonja

    • Angelica schreibt:

      Hallo Sonja
      Blauer Himmel und Schnee wäre mir auch recht. Ich nehme es wie es kommt, hoffe nur, das der erwartete Kälteeinbruch in der kommenden Woche keine negativen Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt hat.
      Ganz liebe Grüße und gleichzeitig einem „Halte-durch-es-wird-bald-Frühling-Tschakka“ in den Bayerischen Wald 🙂

  6. Franka schreibt:

    Eine atemberaubende Aussicht. Das ist dann immer die Belohnung fürs Hochsteigen. Wir sind auch schon mal von Bad Godesberg aus mit der Fähre rüber, hoch nach Oberdollendorf und durchs Mühlental zum Kloster Heisterbach. In den anderen Teilen des Siebengebirges war ich schon lange nicht mehr. Eine herrliche Wanderung hast du da gemacht.
    Herzliche Grüße aus Köln,
    Franka

    • Angelica schreibt:

      Hallo Franka
      mir gefällt grade der etwas andere Blick vom Petersberg, auch wenn man vom Rhein nicht ganz so viel sieht wie vom Drachenfels aus.
      Herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Wünsche ein schönes Wochenende
      Angelica

  7. Pingback: Die Wanderfibel Siebengebirge | WandernBonn.de

  8. Pingback: News & Termine – Februar 2014 | WandernBonn.de

Ich freue mich über Dein Feedback, Tipps oder Anregungen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s