Testbericht Marmot Windstopper Convertible Glove

Wer im Winter mit Kamera und GPS-Navigation unterwegs ist, benötigt Handschuhe die entweder dünn genug sind um die kleinen Schalter bedienen zu können, spezielle Smartphone-Handschuhe oder ein nettes anderes Feature, auf das mich Wiebke von den Bergfreunden aufmerksam gemacht hat.

Marmot Windstopper GloveFür meine Reise ins Wallis fehlte mir noch ein warmes Paar Handschuhe und da ich sowohl Cam als auch Smartphone zwischendurch immer mal benötige, fand ich die Möglichkeit, einen kombinierten Faust- und Halbfinger-Handschuh mit Umklapp-Funktion zu testen, eine gute Idee.

Die gestrickten Smartphone Handschuhe, die ich letzten Winter gekauft habe, sind für Schnee- und Frost jedenfalls nicht zu gebrauchen.geschlossen ein Fausthandschuh

Das Fäustlinge die Finger wärmer halten als Fingerhandschuhe ist bekannt, also wollte ich prüfen, wie sich die Marmot Handschuhe im Winter bewähren.

Der erste Eindruck

Die Marmot Windstopper Convertible Glove bestehen außen aus einem windfesten Gore® Winstopper ® Fleece, das sich von außen flauschig anfühlt. So kuschelig der Handschuh von außen wirkt, so störend sind die Nähte von innen. Insbesondere wenn die Finger kalt und klamm sind, empfand ich dies als unangenehm.

Marmot Windstopper Convertible GloveInnerhalb der Handflächen gibt es Lederverstärkungen und auf der Rückseite eine magnetische Befestigungen zum Umklappen.

An beiden Handschuhen befinden sich kleine Haken um sie am Rucksack oder Jacke befestigen zu können. Die Handschuhe haben zwar keine Justierung um sie dem Handgelenk anzupassen, passen so aber gut unter eine Jacke.

Das der Daumen eingepackt ist, hat mich als Smartphone-Nutzerin nicht gestört, da ich sowieso immer nur mit Zeige- und Mittelfinger pinche😉

Die Passform ist gut, nichts engt ein und umgeklappt bleibt im Inneren ausreichend Platz für die Finger. Laut beiliegender Information schützen sie in einem Temperaturbereich von -1°C bis -7°C. Das galt es zu überprüfen.

Im Einsatz

Bei normalen Wintertouren – ob mit oder ohneGänseblümchen Schnee – und bis zu gefühlten -7°C halten sie die Finger tatsächlich warm, sofern sie geschlossen bleiben. An der Wahnbachtalsperre habe ich in Anbetracht solch schöner Motive dann wohl zu oft meine Kamera gezückt, die dazu noch aus Metall und somit generell deutlich kälter ist. So wurden die Finger schnell eisig. Da heißt es dann flotter oder weniger knipsen😉

im SchneeDas wäre an sich kein Problem, wenn die Handschuhe die kalten Finger dann beim zurückklappen wieder ausreichend aufwärmen würden. Dazu sind die Marmot aber nicht genügend isoliert und ich musste zusätzlich meine Jackentaschen nutzen um die Hände wieder auf Temperatur zu bekommen.

Bei einer Schneeschuhtour im Wallis allerdings waren die Finger nach dem Anpassen der Schneeschuhe und dem gleichzeitigen Kontakt mit Schnee so durchgefroren, das ich auf Skihandschuhe umsteigen musste. Auch wenn die Hände beim Stockeinsatz durch den Bewegungsablauf besser durchblutet werden, hat das in der Situation nicht gereicht, um meine eisigen Finger wieder warm genug zu bekommen.Langlauf

Ansonsten sind sie beim Einsatz mit Stöcken wie z.B. beim Winterwandern oder Langlaufen, einfach ideal, da sie absolut winddicht sind.

Der Magnet an der Rückseite, der den oberen Teil fixieren soll, hält leider nicht ausreichend genug. So baumeln die Enden immer mal wieder herum. Mich hat das selber zwar nicht gestört, aber ein Feature, was nicht funktioniert, ist irgendwie auch nutzlos.

Mein Fazit

Die Idee aus zwei Handschuhen Einen zu machen find ich Klasse. Mir fehlte bei den Marmot allerdings deutlich mehr Isolation. Wer viel fotografiert oder navigiert und die Handschuhe somit öfter umklappt, wird bei Temperaturen von -3°C bis -7°C allerdings nicht ausreichend warm gehalten.

Da Kälte von jedem anders wahrgenommen wird, ist dies natürlich mein persönliches Empfinden. Geschlossen halten sie die Wärme gut und sind sowohl winddicht als auch Nähte innenwasserabweisend. Wer viel mit Stöcken unterwegs ist, wird kaum Probleme haben, da die Hände durch die Bewegung besser durchblutet und dadurch wärmer werden.

Die innenliegenden Nähte im Bereich des Fäustlings fand ich störend. Hier hätte ein dünnes Fleecefutter gleichzeitig das Problem der Haptik als auch der Kälte gelöst.

Das Handling mit dem herumklappen ist unkompliziert und geht schnell. Da man die Handschuhe zwischendurch nicht ausziehen muss, habe ich sie stets unter der Jacke getragen. So kam auch am wenigstens Kälte hinein.Marmot Glove im Schnee

Grundsätzlich sind die Handschuhe für den Winter zu gebrauchen und die Handhabung hat mir gefallen, da ich mit ihnen sehr flexibel bin.

Für „stocklose-Vielknipser-und-Navigierer“ sind sie bedingt geeignet und wer sehr kälteempfindlich ist, sollte vielleicht auf ein etwas besser gefüttertes Modell ausweichen.

Zu beziehen sind die Marmot Windstopper Convertible Glove bei den Bergfreunden.

Edit Februar: Mittlerweile haben noch zwei andere Bloggerinnen Handschuhe ähnlicher Machart getestet: Corinna / Outdoormädchen hat welche von Black Diamond getestet
Und Erika / Ulligunde welche von Mountain Equipment

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Über Angelica Hocke

Wandern | Bloggen | Outdoor | Reisen | In meinem Blog gibt es Berichte zu Touren mit und ohne GPS, Tipps zu Equipment, Tourenplanung, News und allem rund ums Wandern in NRW & Rheinland-Pfalz ebenso Reiseberichte zu den schönsten Wanderregionen. Du findest mich auch auf Facebook, Google+ und bei Twitter
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11 Antworten zu Testbericht Marmot Windstopper Convertible Glove

  1. hepeters schreibt:

    Ich bin begeistert!
    Dabei – ich gebe es zu – trat mir beim ersten Überfliegen der Angstschweiß auf die Stirn: „Schon wieder so ein High-Tech-Multifunktions-Teil, das seinen Preis hat, und das man so gut gebrauchen kann“. Ich war beruhigt als ich las, worum es geht. Dieses Konzept des „aufklappbaren Handschuhs“ hat U., meine Wanderfreundin seit 43 Jahren, schon vor längerer Zeit realisiert: Windstopper-Handschuhe von Aldi für 3,50 Euro, die Handrückenseite aufgeschnitten, einen Steg angesetzt, beidseitig den Klettverschluss angenäht und fertig (so oder so ähnlich hat sie das gemacht, jedenfalls war sie ganz schnell damit fertig).
    Jetzt habe ich auch einen Namen für ihre Kreation: U.P. Expensestopper

  2. Ursula Peters schreibt:

    Da kann man mal wieder sehen – hat von Technik keine Ahnung! Aufgeschnitten habe ich natürlich die UNTERSEITE, und sooo schnell ging das auch nicht. Aber ich habe jetzt das, was ich brauche, nämlich OHNE die Fingerlinge innen, die bei mir jedenfalls nicht für warme Finger sorgen.

  3. Alex schreibt:

    In der Art, aber deutlich wärmer und billiger, gibt es seit Jahrzehnten den „Vaude High Trek glove“.
    So warm und winddicht, dass er bei uns im Laden bei den Kollegen auch z.B. der Standardhandschuh für das Radfhren im Winter war. Warnung, er fällt RIESIG aus, M reicht jedem mit großen Händen. Sehr empfehlenswert, wenn man diese Art Kombi aus fingerlos und Fäustling mag.

  4. Alex schreibt:

    Und ich bin mal ganz fies und sage einfach, dass Windstopper und sonstiger Fleeceschmodder an den Händen einfach Mist ist, wenn man es wirklich warm haben will.

    • Angelica schreibt:

      Hey Alex
      Warum fies? Wenn Deine Erfahrung mit den Vaude – obwohl die ja gestrickt sind – so ist, glaub ich Dir das.
      Wobei das Kälteempfinden bei uns Frauen doch ein wenig anders als bei Männern ist. Oder gibt es auch Kolleginnen?

  5. Alex schreibt:

    Hallo Angelica
    Die Vaude sind gestrickt mit einem Synthetikgarn. Aber sie sind auch mit einem wirklich gut isolierenden Vlies gefüttert. Früher war das Thinsulate, jetzt ist es etwas anders. Das heißt, sie sind richtig warm, die kalten Fingerspitzen werden sehr schnell wieder aufgeheizt.

    Betreffs des „fies“, Ich habe in den letzten Jahrzehnten miterlebt, wie in den Läden die Fleecefingerhandschuhe so ziemlich alles andere verdrängt haben. Aber mit Fleece bekommt man einfach keinen dünnen und warmen Handschuh hin. Da hilft nur Wolle. Gewalkte Wollhandschuhe, wie sie z.B. von Ortovox vertrieben werden, sind Garanten für warme Hände, aber so gut wie unverkäuflich. Die Masse verlangt Fleece.

    • Angelica schreibt:

      Hallo Alex
      Herzlichen Dank für Deine Erklärung. Leuchtet mir ein.
      Ich bin ja froh, mit den Tests die Möglichkeit zu haben, verschiedenes Equipment auf Tauglichkeit zu prüfen. Da kann natürlich auch mal passieren, das man sich kalte Finger holt😉
      Ich informiere mich ja selber im Netz, wie vor einigen Wochen bei Dir, bevor ich mir die passenden Gamaschen gekauft habe.
      Auch wenn die Handschuhe jetzt nicht „das gelbe vom Ei“ waren, können Leser sowohl von meinen Erfahrungen, als auch von informativen Kommentaren wie Deinem profitieren.
      Es lebe der Austausch🙂
      Danke dafür und viele liebe Grüße aus Bonn – Angelica
      P.S. Das Wolle super warm hält, hab ich ja bei den Socken gemerkt😉

  6. vagabund79 schreibt:

    Hallo Angelica
    Als ich deine ersten Zeilen so las dachte ich hmm …hey das ist was für dich😀 . Dann habe ich weiter gelesen das die offenbar nicht sehr warm halten, womit sie ihr Geld ja eigentlich nicht wert sind, bis -10°C sollten oder müssen sie einfach warm halten. Ich habe hier im Ort aus einem kleinen Sportgeschäft dünne Handschuhe gekauft, wo mir ich die Zeitungen besser greifen kann, mit dem Handy besser klar komme ohne sie aus zu ziehen, ich habe damit noch nie Probleme gehabt, selbst letztes Jahr nicht wo es morgens mal -16°C waren🙂 , keine Ahnung was das für ein Material ist, und so teuer waren die noch netmal🙂

    Irgendwie kann ich mir nicht so recht vorstellen,. dass man in denen wirklich genug platz hat, dann kommt die Sache mit dem greifen man ist es immer so gewohnt alle Finger zu benutzen, das klappt so lange man sie nicht auf klappt nicht mehr. Und ich mache ja laufend Bilder, dass wäre was das angeht zu aufwendig jedes mal auf und zu klappen also über 100 mal😀

    LG Markus

  7. Pingback: Testbericht: G2 Combi Mitt Glove von Mountain Equipment (Handschuhe umklappbar) « ulligunde

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