Die Hohe Acht, quietschende Reifen & Herbstgenuss

Der letzte Urlaubstag. Morgen geht es wieder ins Büro. Noch ein wenig infiziert von den Alpen sollte es heute hoch hinaus gehen. Aber wohin? Auf den Drachenfels? Nein, der ist nicht hoch genug. Die Löwenburg? Auch nicht, viel zu nah, da kann ich auch unter der Woche mal hin.

Kaiser-Wilhelm-TurmNicht mal 35km Luftlinie von mir entfernt liegt die Hohe Acht (746m) bei Adenau. Oft aus der Ferne bei Wanderungen auf den Traumpfaden gesehen (oder im Nebel gesucht), aber selber noch nie oben gewesen. Der wolkenlose Himmel, der sich bereits heute Morgen auftat, versprach jedenfalls Gipfelwetter.

Eine 18km Tour rund um die Hohe Acht war auf GPSies schnell gefunden. Den Track runtergeladen, die Beschreibung ausgedruckt und los ging es. Schon auf der Anfahrt über die B257 durch das Ahrtal war ich wieder angefixt.

Noch war es kühl, der Himmel jedoch Lichtstimmungratzeblau und Nebel stieg aus den Tälern auf. Das erste verfärbte Laub war zu erkennen und die Landschaft wie immer beeindruckend.

Hach, das war doch genau was ich wollte. Warum fahr ich überhaupt nach Italien, wenn’s doch hier so schön ist?

Am Wanderparkplatz angekommen ging es dann auch die ersten 5km stetig hinauf. Zunächst auf Asphalt, dann Schotter und später auf wunderschönsten Wiesenwegen.

Das feuchte Gras glitzerte in der Sonne und die Lichtstimmung faszinierte mich so, das ich ein Bild nach dem anderen machte und immer wieder anhielt.

bunte Farben

Ein Spinnennetz mit Morgentau, goldig verfärbte Blätter im Gegenlicht, das zarte Gras am Wegesrand, Frostkristalle. Immer Lichtspielewieder gab es ein Motiv das mich anzog.

Irgendwann war es dann doch geschafft, der Weg hinauf auch nicht sonderlich schwer und die Hohe Acht, der Gipfel sozusagen erreicht.

Dann hieß es nur noch den Kaiser-Wilhelm-Turm hinaufzusteigen und sich an der Aussicht zu erfreuen.

Blick auf die NürburgWow… unglaublich, wie weit man von hier schauen konnte. Das Siebengebirge war schnell erkannt, dafür brauchte es keine Plakette am Turmrand. Die Nürburg, Burg Ölbrück und auch der Windpark in Weibern erkannte ich auf Anhieb.

Rechts daneben entdeckte ich das Heidegebiet wo der Traumpfad Bergheidenweg entlangführt. Ja, dort habe ich mal gestanden und die Hohe Acht bewundert. Nun war ich endlich mal selber hier oben.

Blick auf Windpark Weibern und Heidbüchel

Kalt war es hier oben, also schnell ein paar Fotos gemacht, so gut das mit der kleinen DigiCam ging und weiter im Text. Die Beschreibung war gut und so wusste ich schnell wo es weitergehen sollte. Das Brünnchen am Nürburgring war das nächste Ziel. Wenn man in der Eifel großgeworden ist, kennt man (Frau auch) natürlich den Ring, die Nordschleife und die diversen Aussichtspunkte auf die Strecke. Wenn nicht grade ein Rennen ist, sind hier am Wochenende – vor allem bei solchem Wetter – die Touristenfahrer unterwegs.

Dort angekommen, habe ich mich erst Brünnchenmal in die Sonne gesetzt und mit zahlreichen anderen Zuschauern den Fahrern zugeschaut.

Das ist zugegebenermaßen keine leise Angelegenheit, aber die Motorengeräusche, das quietschen der Reifen und die Stimmung hier haben mir – auch wenn es eine etwas ungewöhnliche Wanderrast ist – zur Abwechslung jedoch richtig gut gefallen.

Vermutlich bin ich noch so in Urlaubsstimmung, das mich dies nicht gestört hat.

WaldabschnittAuch im weiteren Verlauf der Strecke bis zum Schwalbenschwanz, die wirklich nah an der Strecke entlangführt und sich die Motorengeräusche nicht wirklich ausblenden lassen, war ich völlig entspannt.

Ist mal was anderes und zwischendurch konnte ich auf der Tour sogar Vögel und später, als es etwas wärmer wurde, sogar Grillen zirpen hören.

Der Weg verläuft später über Wiesen, dieWiesen und Weitblick Nürburg wird nochmal gesichtet und oberhalb von Herschbroich entlang um bis nach Breidscheid, leider ein längeres Stück an der Straße entlangzuführen.

Dort habe ich mir auf der Terrasse zwischen zahlreichen Motorradfahrern und anderen Motorsportlern eine Portion Currywurst & Pommes gegönnt und noch ein wenig in der Sonne gesessen. Von dort ist es dann nur noch 1km bis zum Wanderparkplatz, wo ich nach guten 6 Stunden wieder ankam.

Mein Fazit

Sicher eine Tour für Individualisten und am Wochenende – zumindest im Bereich zwischen Brünnchen und Schwalbenschwanz – doch etwas lauter. Was die Strecke und den Kapelle MittelbachstraßeVerlauf angeht fand ich es äußerst abwechslungsreich.

Der Asphaltanteil ist sicher höher als auf einem Prädikatsweg, dazwischen viel Forstwege aber auch schöne Wiesenwege und schmalste Pfade, wenn auch wenig. Der erste Teil führt viel durch den Wald (morgens noch schattig und recht kühl), später kommen viele Weitsichten und vor Herschbroich noch Wiesenlandschaften dazu.Beschilderung vom Eifelverein

Die Tour von GPS-Trecker auf GPSies ist jedenfalls gut ausgearbeitet und die Beschreibung sollte mit einer passenden Wanderkarte (Nr. 11 – Hocheifel) auch ohne GPS machbar sein. Hier der Link zu der Tour: Rundwanderung zum erloschenen Vulkan Hohe Acht und zum Nürburgring

Sicher mag mal wieder das Wetter und die gute Stimmung ihren Beitrag zu einer gelungenen Tour beigetragen haben. Mir hat diese – wenn auch etwas andere Art von Wanderung – jedenfalls einen schönen Tag beschert.

Und das es darüber hinaus genug Schönes zu entdecken gab zeigen sicher die folgenden Bilder 😉

Spinnennetz im Morgentau
Spinnennetz im Morgentau

angestrahlt
angestrahlt

der erste Frost
der erste Frost

Mein Lieblingsbild von heute…
Mein Lieblingsbild von heute...

grün
grün

auffällig
auffällig

Leben, auch auf Totholz
Leben im Wald

Details am Turm
Details am Turm

Stilleben
Stilleben

Farbklecks
Farbklecks

Ausblick
Ausblick

Bring Farbe ins Leben
Bring Farbe ins Leben

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Über Angelica Hocke

Wandern | Bloggen | Outdoor | Reisen | In meinem Blog gibt es Berichte zu Touren mit und ohne GPS, Tipps zu Equipment, Tourenplanung, News und allem rund ums Wandern in NRW & Rheinland-Pfalz ebenso Reiseberichte zu den schönsten Wanderregionen. Du findest mich auch auf Facebook, Google+ und bei Twitter
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20 Antworten zu Die Hohe Acht, quietschende Reifen & Herbstgenuss

  1. fotomw schreibt:

    da hast du heute ja ein ganz besonderes Wanderwetter erwischt. Schöne Impressionen bei deinen Aufnahmen. Da ich selber auch sehr gerne fotografiere habe ich hierfür immer ein ganz besonderes Auge. Die Aufnahmen und natürlich die Touren sind immer wieder klasse.

    • Angelica schreibt:

      Herzlichen Dank 🙂
      Perfektes Fotowetter war das heute und die Aussicht da oben genial.
      Obwohl es zu Anfang echt noch frisch und kalt war. Aber sonst hätte ich manche Aufnahmen auch sicher nicht machen können.

  2. Joachim Weiß schreibt:

    Wow, sehr schöne Wanderung, da werde ich doch glatt neidisch 🙂
    Ich war heute in Lörrach, Familienbesuch. Und während in Karlsruhe die Sonne schien, als wir morgens wegfuhren, und auch, als wir abends zurückkamen, war im äußersten Südwesten Deutschlands den ganzen Tag Nebel, später Hochnebel angesagt…
    Da hattest du deutlich mehr Glück mit deiner Wanderung.
    Tolle Fotos!

    • Angelica schreibt:

      Nicht grämen, an anderen Tagen sitzen wir hier unter Wolken und in Karlsruhe scheint dei Sonne.
      Nebel gab es heute Morgen nur in den Tälern. Der löste sich dann aber glücklicherweise recht schnell auf. Sieht aber immer wieder beeindruckend aus.
      Danke für Dein Lob & den Kommentar. Schicke viele Grüße 🙂

  3. Hexen Zauber schreibt:

    ooor da krabbeln mir ja gleich wieder die Füße… aber ich bin soeben in einer anderen Geschwindigkeit die Tour nachgelaufen und kann deine Eindrücke nur bestätigen 😀
    Ja auch hier ist es wunderbar herbstlich…. gestern allerdings waren wir im Erzgebirge in der Nähe von Aue (hast ja vielleicht mein Rucksackbild gesehen 😉 ) und dort war alles bei weitem noch bunter, so hatte ich gestern genau die selben Gedanken…. 😀
    Danke fürs miterleben lassen und liebe Grüße aus dem schönen Sachsen!
    Conny

    • Angelica schreibt:

      Hätte auch nicht gedacht, das ich mich so kurz nach den Sommertemperaturen so schnell umstellen kann. Aber die Natur gibt es sowieso vor und da gibt es einfach nichts schöneres als rauszugehen.
      Ok, Wettertechnisch hatte ich da mehr Glück. Aber wie ich Joachim schon sagte: ein anderes mal sitz ich hier im Regen und bei Dir oder ihm scheint die Sonne 😉
      Ganz liebe Grüße und Dank Dir 🙂

  4. Rainer Motte schreibt:

    Na, da hätte sich doch eine schnelle Runde mit dem Smart über die Nordschleife angeboten 😉 (Habe ich vor Jahren schon mal mit meinem damaligen Kleinwagen gemacht. War lustig). Ist schon eine tolle Gegend. Und Deine Fotos sind wieder einmal allererste Sahne!

    • Angelica schreibt:

      Hallo Rainer
      nix da, der hat brav auf dem Wanderparkplatz auf mich gewartet. Der Kleene durfte am Gardasee genug kurven 😉
      Ich guck da lieber anderen in sportlicheren Autos zu, wie die sich die Reifen auf dem Asphalt abfahren :mrgreen:
      Herzlichen Dank für Dein Lob. Wobei die Markos heut mal wieder deutlich in der Überzahl sind. Ob ich das ganze Auf und Ab beim bücken für die Fotos auch zu den Höhenmetern zählen kann? *überleg*

  5. Lischen schreibt:

    klasse fotos, klasse bericht..es macht soviel spaß zu lesen und anzuschauen. herzlichen dank, weiter so und einen guten start in die neue woche.

  6. Andy schreibt:

    Hey Angelica, eine sehr schöne Wanderung hast du gemacht. Auch die Bilder sind echt schön, danke für diese Eindrücke. Dort werde ich auch mal eine Fototour machen. LG aus Vossenack Andy

    • Angelica schreibt:

      Dank Dir. Heute hätte sich das ganz früh Morgens mit dem aufsteigenden Nebel sicher gelohnt. Ich war dafür allerdings zu spät dran.
      Aber so, wie ich Dich und Deine Bilder mittlerweile kenne, werden das sicher geniale Fotos. Freu mich drauf. 🙂

  7. Karin schreibt:

    Hi Du, schön, dass Du wieder zurück bist und wieder über heimische Gefilde schreibst. Wünsche Dir einen guten Arbeitseinstieg– das nächste Wochenende ist nicht weit 😉

  8. MarkusSU schreibt:

    Hallo Angelica
    wow da oben war ich schon lange nicht mehr gewesen, dass wäre auch noch ne Prima Idee gewesen! da der sprit so teuer geworden ist, werden wir, wenn wir gehen mindestens so 18km strecken machen, drunter lohnt sich eine fahrt 50km hin und rück nicht, bei dir ist das ja näher.

    Wenn ich die ganzen herrlichen Wanderungen hier so lese, und die von Elke kribbeln mir richtig die Füße, leider fehlt momentan die Zeit, aber immerhin werden wir am donnerstag und am samstag eine etwas längere strecke gehen!

    Egal wie das Wetter sein wird, und wenn wir nur im Regen gehen 😦

  9. David schreibt:

    Hallo Angelica,
    Super schöne Tour und schicke Bilder. Ich hab das Stück von Adenau aus mal mit m Mountainbike erkundet, und fand es super, auch wenn der Asphaltanteil schon recht groß ist.
    Gestern waren wir mit der Verwandtschaft auch dort oben, eine Runde um den Eifelturm wandern, den Traumpfad Booser Doppelmaar. Leider mit einigem Regen, aber trotzdem super schön.

    Viele Grüße und mach weiter so
    David

  10. Pingback: Die schönsten Fotos meiner Leser | WandernBonn.de

  11. Oliver Schleyer schreibt:

    Nette Beschreibung und tolle Fotos. Danke.

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