Der Koberner Burgpfad

Wenn man in Bonn wohnt und ist es eigentlich gar nicht nötig einen Weg ein zweites mal zu gehen, da es im weiteren Umkreis eine große Anzahl von schönsten Wanderwegen gibt und somit reichlich Auswahl. Aber es gibt so Wege, die will man einfach nochmal erleben, weil sie einen bereits beim ersten Mal beeindruckt haben. So war es beim Traumpfad Koberner Burgpfad. Also ging es gestern Mittag in Richtung Untermosel nach Kobern-Gondorf.

MoselblickLetztes Jahr war ich ebenfalls Ende Juni dort. Heute war es nicht ganz so heiß und durch die Wolken, die flott vorüberzogen, auch in kurzen Hosen angenehm warm. Nach dem Eingangsportal am Pfarrhaus in Kobern geht es auf einem schmalen Pfad in Serpentinen hinauf, vorbei an einer Madonnenstatue und einer Schutzhütte und mit herrlichen Blicken auf die Mosel über schmale Pfade entlang der bewaldeten Steilhänge.

So richtig urig fand ich diese schmalen Pfade bereits bei meiner ersten Tour und auch jetzt genieße ich den Pfad und die Ausblicke auf Blick nach SüdenDieblich, die Höhen und Weinhänge der Terrassenmosel.

Dann folgt ein Stück Asphaltweg um wieder auf einem Feldweg entlang eines Höhenweges weiter gen Süden zu führen. Hier gehts dann auch an den ersten Weinreben vorbei, die mich noch ein Stück begleiten.

Abermals mache ich ein Bild mit Blick auf die Mosel. Diesmal in Richtung Süden auf die Schleuse Lehmen.

im KeverbachtalNun führt der Weg über Feld- und Wiesenweg weg von der Mosel hinab ins Keverbachtal und die nächsten 2 Kilometer folge ich dem Bachlauf, der hier mal mehr und weniger plätschert, durch das Tal.

Durch den Regen der letzten Zeit und einige MTB-Fahrer sind die Wege heute ein wenig matschig.

Aber schon bald geht es wieder hinaus und nun folgt für mich fast der schönste Teil der Tour. beeindruckende WolkenDenn durch die Wolken die für eine ganz besondere Lichtstimmung sorgen, wirken die Felder und Wiesen des nun folgenden Teilstücks ganz besonders und beeindrucken mich so, das ich mich ständig drehe und wende, ein Bild nach dem anderen mache und gar nicht genug bekommen kann.

So wirklich beschreiben kann ich das gar nicht, aber die Bilder drücken das sicher aus.

sanfte Hügel und bunte Felder

Nach Querung der Landstraße vermisse ich die Kirschbäume, die mir im letzten Jahr bei einer Rast ein wenig Schatten auf dem nebenliegenden Feldweg spendeten. Alle Bäume sind weg und nur noch braune, trockene Erde in dem Bereich zu sehen. Hmm…. Schade. Nun gut, dann mache ich eben ein gutes Stück weiter Rast, dort war kurz vor Eintritt in den Wald doch ein Rastplatz. So geht es weiter durch die Flur, doch der Rastplatz ist bereits besetzt.

Mohn am Feldweg

Also geht es in den Wald um ein Stück später wieder auf einen Feldweg zu gelangen. Ein Hochsitz bietet immerhin die Möglichkeit kurz die Schuhe auszuziehen und von kleinen Steinchen zu befreien. Richtig gemütlich ist es aber nicht, also ziehe ich weiter.

Doch plötzlich sehe ich rechts am Wegesrand eine Schlange. Was mich allerdings irritiert ist, das sie sich nicht bewegt. So vermute ich zunächst, dass sie Schlangenmahlzeittot ist und überlege kurz einen Stock zu nehmen um mir das kurz näher anzusehen. Doch dann erkenne ich, dass sie grade dabei ist eine Kröte zu verspeisen. Für empfindliche Gemüter möchte ich jetzt nicht näher darauf eingehen, aber so ist das nun mal in der Natur „Fressen und gefressen werden“. Bild daher nur in klein (größer wird es durch anklicken) Edit: Und das ganze Exemplar: klick

durch den WaldSpäter geht es wieder in den Wald, teils auf schmalen Pfaden oder breiteren Wegen immer bergan. Vorbei an blütenübersäten Wiesenflächen bis nach Wolken. Ein Bild mit „Wolken über Wolken“ wird gemacht und nach dem Feldweg geht es wieder in den Wald, nun führt der Weg bergab bis zum Sauerbrunnen. Doch hier ist links des Weges einiges an Bäumen weggerodet worden, denn ich erinnere mich daran, dass ich bei der ersten Tour über einen schmalen Pfad bis zu dem Brunnen gekommen bin. Kaffeepause an der Matthiaskapelle

Kurz danach führt rechts ein Pfad bis hinauf zur spätromanischen Matthiaskapelle.
Für einen Kaffee im Biergarten des Lokals bin ich grade noch zeitig, denn um 17 Uhr wird hier geschlossen.

Vor der Matthiaskapelle hat man einen tollen Blick auf die Niederburg, meinem letzten Etappenziel.

Blick auf die Niederburg und Kobern Gondorf

Vorbei an dem Kreuzweg geht es später einen Abzweig nach links zur Ruine. Hier muss ich sogar die Hände nutzen, um den Felspfad hinab zur Ruine zu kraxeln. Dort angekommen habe ich wieder zahlreiche Bilder der Ruine gemacht.

Blick von der Niederburg auf die Matthiaskapelle

Leider ist an der Schildmauer offensichtlich ein Teil der Mauer eingestürzt, denn letztes Jahr war diese noch intakt 😦 Von der Niederburg ist es dann auch nicht mehr weit bis zum Auto und 5 Stunden später kann ich noch voller Eindrücke den Rückweg nach Hause antreten.

Mein Fazit:

Die Wiederholung der Tour hat sich mehr als gelohnt und mir auch diesmal tolle Eindrücke geboten, auch wenn es dieselbe Jahreszeit und Marschrichtung war. Langweilig war es zu keinem Zeitpunkt. Der Weg bietet schmale Pfade entlang der Mosel, die weiten Blicke über diese herrliche Landschaft und Waldpassagen. Lediglich eine Bank mit Fernsicht zwischen dem Keverbachtal und dem Rastplatz vor Waldeintritt hätte ich mir gewünscht. So liegen gut 3,5 km Strecke zwischen beiden Bänken.

Für mich war es jedenfalls eine traumhafte Sommertour auch ohne sommerliche Temperaturen und die Wolken haben für eine einmalige Lichtstimmung gesorgt 🙂

Aufgrund der Länge (17km) und Höhenmeter (517hm) ist die Tour vom Wegebetreiber als „schwer“ eingestuft. Wem die Tour also zu lang ist, kann im oberen Bereich einen Teil der Waldetappe über den Moselhöhenweg abkürzen und spart so 3km (ca. 300m nach dem Rastplatz am Waldrand gibt es im Wald ein großes Wanderschild mit Karte, worauf man die Wegeführung beider Wege erkennen kann – Siehe Markierung auf meiner GPSies-Karte).

Weitere Informationen gibt es auf der Seite der Traumpfade

Auf der Seite von GPSies gibt es noch mehr Bilder – GPSies

und ein paar Eindrücke
(Wichtig: auch wenn durch die große Anzahl von Feld- und Wiesenbildern der Eindruck entstehen könnte, es gehe Hauptsächlich durch Felder, es gibt auch einen großen Abschnitt der durch den Wald führt. Der war aber nicht ganz so fotogen 😉 )

Steilhänge der Terrassenmosel mit Blick auf Kobern Gondorf (rechts Dieblich)
Steilhänge der Terrassenmosel mit Blick auf Kobern Gondorf

Bunte Fernsicht: Felder, Wiesen, Wald und Wein
Bunte Fernsicht: Felder, Wiesen, Wald und Wein

Kann man sich an sowas sattsehen? Ich jedenfalls nicht
Kann man sich an sowas sattsehen? Ich jedenfalls nicht

Wiesenwege und Mohn am Wegesrand
Wiesenwege und Mohn am Wegesrand

Jeder Blickwinkel offenbart eine andere Linienführung der Landschaft – Herrlich!
Jeder Blickwinkel offenbart eine andere Linienführung der Landschaft - Herrlich!

Mitten im Wald sorgt eine romantische Blumenwiese für Abwechslung
Mitten im Wald sorgt eine romantische Blumenwiese für Abwechslung

von einem Pfad blickt man auf Dieblich und kann sogar (links oben) den Fernmeldeturm in Koblenz erkennen
von einem Pfad blickt man auf Dieblich und kann links den Fernmeldeturm in Koblenz erkennen

an der Matthiaskapelle
an der Matthiaskapelle

die Terrasse lädt zum verweilen ein
die Terrasse lädt zum verweilen ein

an der Ruine der Niederburg
an der Ruine der Niederburg

Über Angelica Hocke

Wandern | Bloggen | Outdoor | Reisen | In meinem Blog gibt es Berichte zu Touren mit und ohne GPS, Tipps zu Equipment, Tourenplanung, News und allem rund ums Wandern in NRW & Rheinland-Pfalz ebenso Reiseberichte zu den schönsten Wanderregionen. Du findest mich auch auf Facebook, Google+ und bei Twitter
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16 Antworten zu Der Koberner Burgpfad

  1. MarkusSU schreibt:

    Hallo Angelica
    Diese Tour sind wir auch schon 2 mal gegangen, und waren auch restlos begeistert. leider gibt es in den Fledern am Wegesrand keinerlei Bänke, was ich als großes Minus dem weg ankreiden muss 😦 .
    Dieses keverbachtal hatte uns am besten gefallen, hier hatten wir gegen ende, an dieser Wege Gabelung, wo man auch in dieses hübsche Restaurant noch besuchen kann, die Leckeres Essen haben, eine Pause gemacht, wir konnten seltenste Tier und Pflanzenarten im letzten Jahr dort finden!
    Ja, wir waren quasi Live dabei als der Hang gerodet wurde, wo es zur Burg hinauf geht

    Als schwer würde ich die Tour nicht mal kennzeichnen, da haben wir schon schlimmere strecken gehabt, diese würde ich eher als mittel markieren

    Liebe grüße markus

    • Angelica schreibt:

      Hallo Markus
      die Einteilung, ob eine Tour leicht oder schwer ist, sehe ich ggf. auch anders als die Wegebetreiber. Auch in dem Tourenbuch „Schöneres Wandern“ Traumpfade Band 1 wird er als Anspruchsvoll eingestuft. Aber nur weil mir ein Weg problemlos und leicht erscheint, kann ich hier im Blog ja nicht schreiben der ist einfach. Und wenn Ihr das auch so seht, zeigt das doch nur, das wir fit sind, also kein Grund zur Klage 🙂
      In diesem Sinne wünsche ich einen entspannten Sonntag und schicke viele Grüße
      Angelica

      • MarkusSU schreibt:

        Hallo Angelica
        Natürlich ist das nur Subjektiv, ich denke auch das die meisten auch wissen, dass schwer für den einen oder anderen nicht zwingend schwer sein muß.
        Ja ich bin recht fit, auch wenn ich stark schwitze, werde aber kaum müde dadurch, sie hat da mehr Probleme, wenn man etwas langsamer bergan geht macht das ja nichts.

        Grüße Markus

  2. Hexen Zauber schreibt:

    Hallo Angelica,
    Das ist ja wieder ’ne schöne Tour! Ich hatte bereits beim ersten Ansehen deines Eintrages den Eindruck, dass es dir sehr schwer fiel den Foto nicht in alle Richtungen zu halten 😉
    Danke für das Teilhaben lassen an der Tour und den schönen Eindrücken!
    Liebe Grüße aus dem schönen Sachsen
    Conny

    • Angelica schreibt:

      Hallo Conny
      Analog wäre ich vor lauter Film wechseln nicht weit gekommen :mrgreen:
      Dafür fällt zuhause dann die Auswahl aus den zahlreichen Bildern umso schwerer…
      Dank Dir ganz herzlich fürs Lob 🙂
      Viele Grüße und eine schönen Sonntag wünscht Angelica

  3. bergkraxler7 schreibt:

    ein kleines Stück kenne ich die Tour ja auch. Rund um die Matthiaskapelle. Wie groß war die Schlange. Leider sieht man nur ein Stück. Eine schöne Woche liebe Grüße Bernd

  4. Peter schreibt:

    Hi zusammen

    jep den Weg bin ich auch schon ein paar mal gelaufen. je nach Jahreszeit bekommt man immer neue und schöne Eindrücke. Nur im Winter bin ich denn noch nicht gelaufen, sollte man aber bestimmt mal machen.

  5. Burghild schreibt:

    Hallo zusammen,
    ich lebe zur Zeit im Emsland und freue mich riesig über diesen
    gelungenen Beitrag. Ich kenne die Mosel von Koblenz bis Cochem
    als Wanderer, Radfahrer und Auofahrer ( Paketdienst ), sogar als Angler.
    Ich fühlte mich für den Moment “heimgeholt“. Wunderschön
    herzlichst Burghild

  6. Nik Löwe schreibt:

    Die Mosel ist eine großartige Gegend. Tolle Landschaft, ganz viel Natur und Kultur. Christlich, römisch, keltisch….Tolles Essen und tolle Weine. Die Mosel kenn ich mit dem Rad jetzt von Trier nach Koblenz. Geplant ist auch noch eine Tagesradtour von Trier nach Koblenz, immer am Wasser entlang.Im September 2011 war ich in Höreths Mühle in Kobern essen. Das liegt auf dem Weg zur Kapelle. Ein sehr schönes und romatisches Gormetrestaurant, vielleicht etwas zu überladen. Bei allen Touren ist meine Kamera auch immer mit, so dass ich immer wieder meine Touren Revue passieren lassen kann! Ich freu mich total auf die kommenden schönen Tage udn bin voller Tatendrang!

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