Der Rodalber Felsenwanderweg im Gräfensteiner Land

Während meines Urlaubs in der Pfalz habe ich mir an Pfingsmontag mal das Gräfensteiner Land angesehen. Hierzu lud der Rodalber Felsenwanderweg, der mit einer Länge von insgesamt 45km aufwartet, ein.

Sonnige Pfade auf der TourDie 45km geht normalerweise natürlich keiner in einer Tour und die Gemeinde hat mit zahlreichen Hinweis- und Infotafeln dafür Sorge getragen, das jeder seine individuelle Tour machen kann. Ich selber hatte die Info zu der Tour aus einer Broschüre über die Pfalz mit 18 Wanderempfehlungen. Als ich mir die Strecke in dem Plan angesehen habe, hatte ich vorab zwar schon geplant nur ein Teilstück davon zu laufen. Mir war zu dem Zeitpunkt allerdings nicht bewusst, das die Beschilderung vor Ort so perfekt umgesetzt ist und so für wahren Wandergenuß sorgt.

Der Rodalber Felsenwanderweg war Die Strecke führt einmal rund um Rodalbenübrigens der erste Wanderweg in der Pfalz, der 2010 als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ ausgezeichnet wurde. So führt die Tour an über 100 Felsmassiven vorbei, von denen 20 benannt sind.

In der Broschüre wird der Bahnhof als Startpunkt angegeben und so habe ich den an diesem herrlichen Pfingstmontag auch angesteuert. Einen Schattenplatz gab es hier zwar nicht, aber direkt am Bahnhof eine Informationstafel, die über die Streckenabschnitte informierte. So bin ich dann auch lediglich mit der Borschüre und der winzigen Karte, die grade mal 8x6cm groß ist zum Teilabschnitt 2 – dem westlichen Teil der Route – losmarschiert.

gut ausgeschildertZunächst geht es gut beschildert und immer dem „F2“ folgend vom Bahnhof über eine Brücke und dann erstmal eine Straße hinauf um dann in den Wald und schmale Pfade einzutauchen. Schon bald tauchte der erste nummerierte Pfosten auf und ich folge dem „F“ für Felsenweg weiter bis zu den entsprechenden Felsformationen. Ob die „Alte Burg“, von der man dann sogar etwas Sonne und einen herrlichen Ausblick auf Rodalben genießen kann, weiter bis zum Hettersbachfelsen und dem Horbachfelsen durch den Wald. Die Strecke ist abwechslungsreich und der Bewuchs wechselt ständig und führt angenehm duch den Schatten, was ich bei den Temperaturen ganz angenehm finde. Zwischendurch immer wieder Bänke und Plätze, die zum verweilen einladen.

Nach gut 6,5km geht es ein Stück durch bemooster Felsenden Ort um alsbald wieder in den Wald einzutauchen und wieder an Höhe zu gewinnen.
Der Zigeunerfelsen wird passiert und an einem Schild freue ich mich schon auf eine Abkühlung: eine „Wassertretanlage“ wird angekündigt. Leider liegt das Becken mitten im Wald und somit im Schatten.
Schade, das hätte mir bei dem Wetter gut gefallen: Schuhe aus, ein wenig im Wasser platschen und dann in der Sonne trocken. Nun denn, geht auch ohne Abkühlung und der Weg führt weiter bis ich nach 13km den Kanzelfelsen erreiche.

der Kanzelfelsen mit seiner AussichtsplattformAuf einem schmalen und mit Blaubeeren bewachsenen Pfad geht es steil bis zu dem Felsen hinauf. Um den Felsenwurde eine Aussichtsplattform errichtet, die einem einen sehr exponierten Blick auf Rodalben bietet. Von hier aus kann ich auch den Bahnhof und die Marienbrücke, über die ich am Anfang meiner Tour gegangen bin, erkennen. Eine kurze Rast und einen Apfel später geht es wieder bergab und ich folge dem Pfad bis ich auf die Beschilderung treffe, die mich mit der Bezeichnung „F3“ gut 4,5 Stunden später wieder zum Bahnhof und meinem Auto führt.

Mein Fazit zu dieser Tour:

Ich hab die Strecke mitgetrackt und bin zwar auf 14,3km Teilstrecke 2 - gut erklärt auf den Hinweistafelnmit 390hm statt der angegebenen 13km für dieses Teilstück gekommen, aber sei es drum. Ich habe mich auch ohne Karte problemlos zurechtgefunden, da die Strecke super ausgeschildert war. Somit für den spontanen Besuch ein echtes Highlight.

Es war eine gemütliche und bis auf ein paar Mountainbike-Fahrer (die leider ohne Vorwarnung von hinten angerauscht kamen 👿 und mich um ein Foto von einem bezaubernden Eichhörnchen gebracht haben) eine streßfreie und ruhige Tour, vor allem an diesem Schönwetter-Feiertag. Die Strecke ist reich an weichen Waldpfaden und führt nur zum Teil über Asphalt oder Forstwege.

Trotz der Voraussetzungen war der Weg in keiner Weise überlaufen und auch der Wald ideal für eine angenehme Schattentour. Die Aussichtspunkte, die in der Sonne liegen konnte man so entsprechend genießen und auskosten, was ich reichlich getan habe und so entsprechend lang für die Tour gebraucht habe.

Im späteren Verlauf meines Urlaubs habe ich für 6,90 EUR übrigens noch eine Wanderkarte im Maßstab 1:40.000 erstanden, die auch dies und zahlreiche weitere Touren enthält. Naturpark Pfälzer Wald / Südteil

Im Internet habe ich noch eine nett gemachte, private Seite gefunden, die die einzelnen Streckenabschnitte sehr gut beschreibt. Zwar sind die Streckenabschnitte anders durchnummeriert, wie dies vor Ort auf den Tafeln ist, aber sehr ausführlich und gut erklärt: Krümelhüpfer – Rodalber Felsenwanderweg

Hier geht es zu meinem Track bei GPSies  – Rodalber Felsenwanderweg – Teilstrecke 2

Noch ein Ausflugstipp:

Burg GräfensteinIch hab mir im Anschluß die Burgruine Gräfenstein angesehen, die nur 11km entfernt in Merzalben zu finden ist. Vom Parkplatz aus, geht es in 10Min. Fußweg nur kurz steil bergauf. Hier führt übrigens auch der Pfälzer Waldpfad entlang, der mir in den letzten Tagen auf vielen meiner Touren begegnet ist. Das besondere an der Burg ist, das sie die einzige Burg mit einem siebeneckigen Bergfried. Unbedingt eine Taschenlampe mitnehmen! Denn mit der kommt man in dem zweiten Turm auch bis obenhin, denn im unteren Bereich ist es auch bei Tagelicht und viel Sonne stockdunkel.

Von dort gibt es einen sehr imposanten Blick auf MerzalbenBlick auf das Gräfensteiner Land und Merzalben. Wunderschön sieht der Wald jetzt im Mai aus, wo er in verschiedensten Grüntönen daherkommt. Ein Traum sicher auch im Herbst. Im Winter sind die Burgen teilweise wegen Frost gesperrt, wie mir eine Frau, mit der ich gemeinsam den Aufstieg durch den dunklem Turm gemacht habe mitgeteilt hat. Diese kam übrigens aus der Gegend und war zwar oft auf der Burg, aber noch nie hier oben, weil sie aufgrund des dunklen Eingangs im Turm bisher auch immer dachte, das es da nicht weiter hochgeht. Schon lustig, da muss jemand aus Bonn kommen um ihr dies zu zeigen. Ich sag ja immer: Wo ein Wille, da ein Weg 🙂 Jedenfalls kann man hier auch noch eine gemütliche Rast auf einer der Mauern im Innenhof machen und die Sonne genießen.

Noch ein paar Eindrücke

Buntsandsteinfelsen und Rastmöglichkeiten – an der „Alten Burg“
Buntsandsteinfelsen und Rastmöglichkeiten - an der "Alten Burg"

Der Blick zurück – Sonne, Wald, Felsen & Pfade – Wanderherz was begehrst Du mehr?
Der Blick zurück - Sonne, Wald, Felsen & Pfade - Wanderherz was begehrst Du mehr?

Dann geht es mal durch urige Waldabschnitte
Dann geht es mal durch urige Waldabschnitte

und halbschattige Felspassagen
und halbschattige Felspassagen

um danach wieder blauen Himmel und Sonne zu genießen
um danach wieder blauen Himmel und Sonne zu genießen
Burgruine Gräfenstein

eintreten und erobern
eintreten und erobern

Durchblick
Durchblick

Blick von ganz oben auf den siebeneckigen Bergfried (ok, es sind nur 3 von 7 Ecken 😉 )
Blick von ganz oben auf den siebeneckigen Bergfried

Weitblick auf das Gräfensteiner Land – Wald in allen Schattierungen – Herrlich!
Weitblick auf das Gräfensteiner Land

Altes Gemäuer
Altes Gemäuer
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Der Aufstieg ist gesichert
Der Aufstieg ist gesichert

Über Angelica Hocke

Wandern | Bloggen | Outdoor | Reisen | In meinem Blog gibt es Berichte zu Touren mit und ohne GPS, Tipps zu Equipment, Tourenplanung, News und allem rund ums Wandern in NRW & Rheinland-Pfalz ebenso Reiseberichte zu den schönsten Wanderregionen. Du findest mich auch auf Facebook, Google+ und bei Twitter
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16 Antworten zu Der Rodalber Felsenwanderweg im Gräfensteiner Land

  1. ElkeB schreibt:

    Die Gegend wird auf jeden Fall eines meiner nächsten Urlaubsziele sein.
    Tolle Farben im Sonnenlicht.

  2. Reiner schreibt:

    Hallo Angelica,
    wieder eine toller Wandertipp, werde ihn im Auge behalten für ein WE.
    Dir weiterhin viel Spaß und danke für jeden Bericht.
    Am Montag geht es dann zum Soonwaldsteig
    Gruß
    Reiner

    • Angelica schreibt:

      Hallo Reiner
      dann wünsche ich ganz viel Spaß bei der Tour. Reizen würde der mich auch mal. Bin gespannt, wie er Dir gefällt.
      Viele Grüße – Angelica

  3. Jürgen Frese schreibt:

    Hallo Angelica !
    Vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht ! Wieder eine Tour,die man am liebsten sofort
    erkunden möchte ! Aber ich werd mich im September im Rhein-Mosel-Dreieck austoben 😉 !
    Freu mich schon auf die neuen Traumpfade !
    Viele Grüsse aus dem HOHEN NORDEN !
    Jürgen

    • Angelica schreibt:

      Hallo Jürgen
      Danke für das nette Lob. Im Urlaub hab ich jetzt irgendwie auch genug Wald gesehen und freue mich auch wieder auf die Touren hier in der Eifel und an der Mosel, die so wunderschöne Wiesen- & Feldewege bieten. Und davon habt Ihr ja selbst im Norden auch genug 😉
      Herzliche Grüße schickt Angelica

  4. Karin schreibt:

    Hach-Ja- wie schön da! Mir hat der Felsenweg auch super gefallen! Danke für die schönen Fotos! Hab erst jetzt Zeit gehabt, Deinen Blogeintrag zu lesen…
    LG, Karin

  5. ChristianS schreibt:

    Ich kenne zwei Personen, die die 45 km an einem Stück gegangen sind. Danach waren sie aber auch fast tot. 😉

    Generell ist diese Ecke des Pfälzer Waldes sehr zu empfehlen. Aber aus der Gegend hast Du ja auch schon mehrfach berichtet. Es ist fast meine Heimat und ich habe sie zum Wandern erst so richtig in den letzten Jahren schätzen gelernt, kurz bevor ich von dort weggezogen bin.

    • Angelica schreibt:

      Hallo Christian
      puh… das ist schon heftig 😯
      Wie kann man da wegziehen? *lach* Aber so dann doch die beste Gelegenheit, dort regelmäßig Urlaub zu machen um wieder in den Genuß zu kommen 😉
      Wo auch immer Du unterwegs bist – wünsch Dir viel Spaß dabei
      Viele Grüße aus Bonn schickt Angelica

      • ChristianS schreibt:

        Wegziehen hat berufliche und private Gründe, die ich bisher aber nicht bereut habe.

        Dafür wohne ich jetzt in Deiner Nähe in der Landeshauptstadt von NRW. Als Hauptwandergebiet hat sich das Bergische Land mittlerweile mehr als bewährt. Die ausgetretenen Pfade dort war aber nicht ich. Die waren schon.
        Das Zweit-Wandergebiet dürftest Du kennen: Das Siebengebirge. Ich muss hier mal genauer nachlesen, wo wir im Siebengebirge noch überall hin müssen. Bisher hielt ich es für etwas überschaubar und dachte, wir hätten die wichtigsten Ecken schon durch. Dann aber habe ich Deine die Tretschbachtal-Tour hier entdeckt. Muss mal weiterstöbern…

        • Angelica schreibt:

          Prima. Dann biste ja mittendrin :mrgreen:
          Im Bergischen tut sich ja mittlerweile auch einiges http://www.bergisches-wanderland.de/
          Die haben aus „Deinen Pfaden“ halt neue Wege gemacht 😉
          Denn wenn neben den Streifzügen im nächsten Jahr noch der Bergische Weg und der Panoramasteig fertig und eröffnet ist, kannste fast bis hier vor die Tür wandern. Der Bergische Weg führt dann quasi vom Neandertal bis nach Königswinter und sozusagen mitten ins Siebengebirge: http://www.bergisches-wanderland.de/de/bergischer-weg/portrait/index.html
          Ich denke, an Wegen wird es Dir in naher Zukunft nicht mangeln 🙂

          • ChristianS schreibt:

            Die Vorbereitungen für die neuen Wanderweg im Bergischen Land hatten wir letztens schon gesehen. Fundamente für neue Bänke und/oder Wegweiser.

            bergisches-wanderland.de kannte ich noch nicht. Danke für den Link. Bisher kannte ich Naturarena Bergisches Land und mein erster Gedanke war „die machen einander Konkurrenz“. Aber dann sah ich, dass es die gleichen Leute sind.

          • Angelica schreibt:

            Gerne, dafür ist mein Blog ja da 😉

  6. Pingback: Die schönsten Fotos meiner Leser | WandernBonn.de

  7. Hans Pertsch schreibt:

    Auch für Läufer und Trailer eine tolle Strecke. Siehe auch Pfälzer Felsentrail in Wort und Bild.
    viele Grüße Hans Pertsch

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