Der Unkeler Dreisprung 2011

Der Unkeler Dreisprung ist ein Volkswandertag und verbindet die drei Elemente „Rhein – Wein – Wandern“. Es gibt 3 Wanderstrecken von 12, 15 und 20km. Den Flyer dazu habe ich auf der TourNatur (einer Wander- und Trekkingmesse) in Düsseldorf Anfang des Monats auf dem Stand der Tourismus Siebengebirge GmbH erhalten.

Mich hatte es ja schon länger gereizt bei einem solchen „Wanderevent“ mitzumachen, befürchtete jedoch ein wenig diese Menschenmassen, die ich auf Fotos beim General-Anzeiger-Bonn Wandertag  (mit über 4.700 Teilnehmern) gesehen hatte. Den Wandertag des General-Anzeigers Anfang September konnte ich aus Termingründen nicht wahrnehmen und beschloss deshalb an diesem Event teilzunehmen.

Blick vom Heiderhof auf Unkel

Blick vom Heiderhof auf Unkel

So machte ich mich gestern bei schönstem Herbstwetter auf den Weg. Unkel liegt nicht weit von mir entfernt. Von meinem Wohnzimmer aus sehe ich einen Großteil der oberhalb von Unkel liegenden Berge wie den Meerberg oder den Asberg bei Kalenborn, welche zu dem Rheinwesterwälder Vulkanrücken gehören.

Mit der Fähre ging es in Mehlem nach Königswinter über den Rhein und weiter südlich bis nach Unkel. Ich hatte tausende von Menschen erwartet und war überrascht das nicht ganz so viel los war und ich ohne Stress einen Parkplatz bekam. Da ich es am Wochenende ganz gern gemütlich angehen lasse, war ich dann auch erst um halb zwölf an der Meldestelle. Glück gehabt. Um zwölf endete die Startzeit.

Markierung Unkeler Dreisprung

Markierung Unkeler Dreisprung

An der Meldestelle wurde ich freundlich begrüßt und bekam noch einige Informationen sowie einen Wegeplan und eine Stempelkarte ausgehändigt. Zu dem Zeitpunkt waren ca. 600 Teilnehmer gemeldet. Das sah doch überschaubar und recht familiär aus. Da ich auch eine Auszeichnung in Form einer Medaille erhalten wollte, waren 5 EUR Startgeld fällig.

Da die lange Strecke, mit 20km, auch einen Teil eines Wanderweges an der Kasbachtalbahn vorbeigeht, den ich schon seit längerem geplant hatte, beschloss ich diese Etappe in Angriff zu nehmen. Gesagt, getan. Los ging es.

Am Rhein entlang

Am Rhein entlang

Zunächst an der wunderschönen Unkeler Altstadt am Rhein entlang mit dem Blick auf den Drachenfels. Andere Wanderer hatte ich um diese späte Zeit zunächst kaum gesehen, erst in Rheinbreitbach schloss ich zu den ersten (die ja eigentlich die letzten waren… )  auf. Viele Familien mit Kindern waren unterwegs und auch eine größere Gruppe, die sogar aus Neuss angereist war.

In Rheinbreitbach, an der ersten Stempelstelle, gab es an einem schattigen Platz Schmalzbrote, ausreichend Getränke und nette Gespräche.

Rastplatz

Rastplatz

Nach einer kurzen Rast ging es weiter und der Weg folgte dann zum Teil auch dem Rheinsteig-Zuweg. Es ging in den Wald, was ich bei dem doch sehr warmen Herbstwetter ganz angenehm empfand. Der Weg wurde dann immer schmaler und hier traf ich sogar auf eine Familie die mit Kinderwagen unterwegs war. Der Vater war ganz gut damit beschäftigt den Wagen über den Singletrail zu steuern. Auch hier kam man unterwegs immer wieder ins Gespräch.

Wir erreichten den Bildstock das „Auge Gottes“ und hier trennten sich die beiden längeren Strecken. Für mich ging es nun einen etwas langweiligen Forstweg bis nach Kalenborn hoch. Bei späterer Nachfrage wurde mir erklärt, dass es kaum eine andere Alternative dorthin gebe.

Dort angekommen erreichte ich die zweite Stempelstelle für die 20km Wanderer. Auch hier: Schmalzbrote, Wasser, Rabenhorst Säfte und frisches Obst. Hier wollte ich nach mittlerweile 12km eine längere Rast machen.

Da ich meine Wanderstrecken ja immer per GPS aufzeichne, kam ich mit einem der Veranstalter ins Gespräch und wir tauschten uns über GPS-Navigation auf dem Smartphone und Streckenaufzeichnung aus. Ein weiteres Paar traf an der Station ein und es wurde gemeinsam über die Wanderwege im Siebengebirge fachgesimpelt und sich nett unterhalten.

Brücke im Kasbachtal

Brücke im Kasbachtal

Ich zog dann los und das Pärchen rief mir noch nach „Sag bei der nächsten Station Bescheid, das wir noch kommen“; Kein Problem. Ich machte mich auf, die Strecke an der Kasbachtalbahn vorbei zugehen. Eine wunderschöne Etappe auf der Route, entlang der alten Bahn, die nur am Wochenende fährt. Kurz danach zog sie auch schon knarzend und quitschend an mir vorbei.

Ich schaute immer wieder auf mein iPhone um dies mit der Karte abzugleichen. Aber irgendwie war ich an einem der Abbiege-Pfeile vorbeigelaufen. Bis ich das gemerkt hatte war ich schon fast an der Brauerei Steffens. „Da stimmt was nicht“ dacht ich mir und musste den Rückweg antreten.

Es gibt ja kaum was frustrierenderes als sich zu verlaufen. Geht ja nicht darum 1 oder 2km mehr zu wandern. Irgendwie ist wandern ja eh nichts anderes, als Umwege laufen.

Wie auch immer… ich musste wohl oder übel den Berg wieder hoch und lief dem Paar entgegen. Nun fanden wir gemeinsam die Abzweigung und trafen alsbald an der dritten Stempelstelle ein.

Kapelle bei Bruchhausen

Kapelle bei Bruchhausen

Den weiteren Weg bis zum Ziel gingen wir gemeinsam, was ganz interessant war, da die beiden aus der Gegend waren und mir so einiges hierzu erklären konnten.

Ein weiteren Höhepunkt der Strecke war die Etappe durch das Hähnerbachtal. Der Hähnerbach entspringt in Bruchhausen und endet später am Stuxer Wasserfall, der am Stuxberg liegt, dem Ziel der Wanderung.

Grillplatz unterhalb des Stux

Grillplatz unterhalb des Stux

Dort unterhalb des Stuxberges befindet sich die Grillhütte „Im Gerhardswinkel“ wo der Zieleinlauf war. Um 17 Uhr genossen noch zahlreiche Teilnehmer die Sonne und es war eine gemütliche, familiäre Atmosphäre. Keine Großveranstaltung wie ich ja zunächst befürchtet hatte.

Ich wurde freundlich begrüßt und bekam meine Medaille ausgehändigt. Später kam ich noch mit dem 1. Vorsitzenden des Vereins Touristik & Gewerbe e.V. Unkel und dem Geschäftsführer des Tourismus Siebengebirge GmbH ins Gespräch. Besonders interessant war, das beide aktiv an der Planung des Rheinsteigs im Bereich des Siebengebirges im Jahr 2006 mitgewirkt haben. Insiderwissen aus erster Hand. Für mich als Rheinsteig-Fan ganz besonders spannend.

der Stux

der Stux

Mein Fazit zu dieser Volkswanderung: Die Unkeler sind ein liebenswertes Volk. Ich habe mich ausgesprochen wohl gefühlt und viele nette und herzliche Menschen kennengelernt, die die Sonne im Herzen haben.

Die Strecke war abwechslungsreich, es war alles perfekt organisiert, die Helfer engagiert und gut gelaunt und der Abschluss am Grillplatz unterhalb des Stuxberges ein wunderschöner Ausklang.

Das diese Wanderung nicht so überdimensional im Web beworben wird, tut dem ganzen keinen Abbruch. Im Gegenteil. So bleibt es ein kleineres, familiäres Event mit einer besonderen Atmosphäre. Ich hab mir den Termin für nächstes Jahr schon mal im Kalender notiert. Und meinen Rucksack kann ich dann auch getrost zu Hause lassen. Mir war vorher nicht klar, das ich unterwegs so gut versorgt werde. Danke an die vielen fleissigen Helfer und Sponsoren 😉

Hier noch der Link zu der Strecke

Waldidylleim KasbachtalKasbachtal

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KasbachtalUnkeler Altstadt am RheinAm Auge Gottes

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Über Angelica Hocke

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